Trabant 601 von Ulf Strecker

Trabant 601 TT von Ulf Strecker Trabant 601 TT von Ulf Strecker

Trabant 601 von Ulf Strecker

— 02.11.2006

601 TT

Sollte Dein Audi TT auf der Autobahn von diesem Trabant überholt werden, ist das wirklich kein Grund, sich zu ärgern. Unter der Haube eines Audi TT und diesem 601er pocht das gleiche Herz.

AUTOTUNING-Leser ahnen, dass hinter dem Projekt "Trabant 601 TT" nur ein gewisser Sascha Fiß stecken kann. "Bei einem Trabant-Treffen wurde ich von Ulf Strecker angesprochen, ob ich für ihn ein extrem ausgefallenes Projekt wie den P50 mit 1,6l 16V Lupo-Maschine (Fliegendes Grau, AUTOTUNING 7/2005) bauen könne", erinnert sich Sascha. Ulf schwebte ein optisch und technisch aufgemachter Kracher auf Basis seines eigenen Trabant 601 vor. Die Realisierung seiner nicht konkret definierten Gedanken überließ er dem Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Fahrzeugbau aus dem Vogtland.

CHASSIS

Der Vorderbau des Polo in Kombination mit der Maschine des Audi TT bietet sich deshalb an, weil von den Abmessungen und der Leistung her Motor und Getriebeeinheit das beste Verhältnis bieten. Dem Trabant wurde der komplette Vorderbau abgeschnitten, dann wurden ihm die Längsträger einer Polo 6N Front mit eigens gefertigten Blechen angesetzt. Auch die Seitenwände wurden direkt mit der Trabant-A-Säule verbunden. Nachdem der Motor auf seine Eigenbauhalterungen gesetzt worden war, ermittelte Sascha die günstigste Positionierung von Wasser-, Ladeluft- und Ölkühler.

Bremsen und Fahrwerk wurden auf die Power von über 200 PS des TT-Turbomotors ausgelegt. Die Brembo-Bremsen mit 305er-Scheiben sind in der Lage, dank des geringen Gewichts von 950 Kilogramm eine Verzögerung auf Porsche-Niveau zu garantieren. Mit der Vorderachstechnik

Der 1,8-Liter aus einem verunfallten TT mit Eigenbau-Powerrohr, Lupo-GTI-Wasser und CLK-Luftkühler.

des Polo GTI fanden sogar ABS und ASR den Weg in den Trabi. Das Gewindefahrwerk bietet KW für den Lupo GTI an, dessen Einbau in die Polo-Geometrie keine allzu großen Schwierigkeiten bereitete.

MOTOR

Sascha kaufte die 1,8-Liter-Turbomaschine mit 150 PS aus einem Audi TT mit Heckschuss. Um deren Überlebensfähigkeit zu garantieren, galt die Konzentration vor allem der Kühlung. Hinter den erweiterten Lüftungsschlitzen des Frontgrills macht sich der Wasserkühler des Lupo GTI breit. Direkt darunter sitzt der Ladeluftkühler eines Mercedes CLK. Begonnen beim Fächerkrümmer ist die Auspuffanlage von Kopf bis Fuß Eigenbau, wobei 65er-Edelstahlrohre den Kat des TT mit dem perfekt an den Trabant-Unterboden passenden Endschalldämpfer des Bora V6 4Motion verbinden. Summa summarum ergibt das offiziell 150 PS. Unter vorgehaltener Hand sorgen aber über 200 PS für unglaublichen Vortrieb.

EXTERIEUR

Glänzende Idee: Das schimmernde "Capri Gelb" stammt vom Astra Coupé.

Der Trabant sollte seine Urform behalten, obwohl sich der Vorderbau um zusätzliche acht Zentimeter in die Länge streckt. Das Hauptaugenmerk der Karosserie legte Sascha nicht auf spektakuläre Optik, sondern auf Stabilität in allen Bereichen. Der angenehme Nebeneffekt eines außergewöhnlichen Blickfangs kam wie von selbst. Die ausgestellten Kotflügelverbreiterungen eines Audi A2 nehmen 7x16 Zoll OZ Gemini auf, deren hohe Einpresstiefe von 37 Millimetern mit Distanzscheiben (vorn 10, hinten 20 mm) korrigiert wurde. Ein weiteres technisches Highlight sind die Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dem Steuergerät des Lupo GTI. Würde nicht die fehlende Stoßstange und beide Doppelrohre auf Modifikationen hinweisen, könnte die Heckansicht glatt als Original durchgehen. Natürlich stammt die goldene Lackierung nicht aus dem Trabant-Programm. Das sogenannte "Capri Gelb" des Astra Coupé verleiht dem Trabant außergewöhnlichen Glanz.

INTERIEUR

Sportlich, sportlich: Gelenkt wird mit einem 32er-Isotto-Lenkrad.

Dem Interieur kann man durchaus Rennsportqualitäten zuschreiben. Die Basis eines Wiechers-Käfig, dessen Gestänge mit den Domen und Achsaufnahmen verschweißt wurde, erweiterte Sascha um Kreuz und Querverstrebung. Der Pilot liegt in Eku-Schalen, die auf eigens gebauten Konsolen ruhen. Hinter dem 32er-Isotta erkennt man das Lupo-GTI-Instrumentarium, das Platz in der Aussparung des Trabant-Cockpits fand. Die Abschottung des 40-Liter-Tanks ist Vorschrift, ebenso wie die spezielle Entlüftung nach außen. Nacktes Blech und blankes Alu demonstrieren, dass neben Sicherheit auch Gewichtsreduzierung als oberstes Gebot gilt, was auch die offene Schaltkulisse erfüllt. Der Kunden Wünsche sind bisweilen eigenartig, so besitzt der Trabant sogar eine heizbare Heckscheibe. Außer den Türen, dem Dach und einigen Teilen der Heckpartie ist an diesem Trabant nichts mehr, wie er einst 1989 Zwickau verlassen hat. Dieser Trabant 601 TT ist ein Unikat der ganz besonderen Art.

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