Trabant P50 von René Müller

Trabant P50 von René Müller Trabant P50 von René Müller

Trabant P50 von René Müller

— 02.10.2005

Retro-Version

Bis auf den modernen Kofferraumausbau ist in diesem Trabant Baujahr 1959 wirklich alles konsequent im Retro-Style gehalten. René wagte den Neuaufbau.

"Pudding" bekam auf Anhieb Appetit

Hätte man die Garage auf dem Bahnhofsgelände in Annaberg-Buchholz nicht abreißen wollen, dann würde der Trabant P50 wohl jetzt immer noch darin vor sich hin oxydieren! Aus diesem Grund fing der damalige Besitzer, ein rüstiger Rentner, an zu recherchieren. Er hatte über unzählige Ecken vom Trabi-Team Altmittweida gehört und rief dort bei einem der Gründungsmitglieder an. Und da hatte er genau den Richtigen erwischt.

René alias "Pudding", der heutige Besitzer des "DDR-Käfers", war sofort Feuer und Flamme für das Auto. Gleich am nächsten Tag machte man sich auf den Weg nach Annaberg, um den P50 zu holen. Eine Nacht im Freien reichte schon aus, um Langfingern fette Beute zu bieten. Sie bauten sich einige rare Teile des "De Luxe" ab. Trotzdem kaufte der Altmittweidaer den Trabi.

In der heimischen Garage sollte aufgrund der geringen Außentemperatur bis auf eine Inspizierung erst einmal nichts passieren. Der Vorsatz hielt aber nicht lange. Der Wagen wurde systematisch zerlegt. Da die "Pappe" ziemlich verbastelt war, wurde beschlossen, kein Original, sondern ein dem Original nahekommendes Retro-Auto zu bauen. Man kämpfte mit schlecht reparierten Unfallschäden und Teilen von neueren Trabant-Modellen, die eigentlich nicht an den P50 gehörten. Dennoch war die Substanz sehr gut, und es waren kaum Schweißarbeiten nötig.

Der zerlegte "Sachse" wurde dann zum Lackierer gebracht und in Orange und Beige lackiert. Teilweise wurden die Trabis auch damals schon Zweifarbig ausgeliefert. Die Farbabsetzung teilte "Pudding" mit einem Rallye-Steifen, und auf das Dach kamen Karos. Nachdem der Trabi wieder in der heimischen Garage war, setzte man dem frisch lackierten Karo-Dach einen Dachgepäckträger auf und versah ihn mit "Opas alten Koffern"! Das sah schon sehr nach Retro aus, nur etwas ganz Entscheidendes fehlte – die richtigen Felgen. Pudding entschied sich für Original-Stahlfelgen. Diese wurden ausgestellt und mit einem Chrom-Radkappendeckel versehen. Die Weißwandreifen geben dem Retro-Aussehen den letzten Touch.

Nur der Kofferraum paßt in die Neuzeit

Eine satte Tieferlegung mußte aber noch her. Nach einigen Versuchen verrichten nun geschmiedete Federn mit gekürzten Dämpfern ihren Dienst in "Opas Altem". Da es viele Teile nicht mehr gibt oder sie sauteuer sind, wurden zum Beispiel die Zierleisten an Dach und Kotflügeln wieder aufgearbeitet. Die Sitze bezog Puddings Team passend zur Wagenfarbe in zweifarbigem Leder. Damit das moderne MP3-Radio die Optik des Armaturenträgers nicht stört, wurde es unterhalb der Rücksitzbank verbaut. Links und rechts daneben sowie im Kofferraum verrichten jetzt Boxen, eine Endstufe und ein Woofer ihren Dienst.

Der Kofferraumausbau ist das einzige Zugeständnis an die Neuzeit. Ein Monitor zeigt an, was auf der Playstation gerade Sache ist. Damit das "neumodische Zeug" überhaupt läuft, mußte die Elektrik von sechs auf zwölf Volt umgerüstet werden.

Nachdem man einen auf 36 PS leistungsgesteigerten Motor verbaut hatte, entschied man sich wieder für die Rückrüstung auf 26 PS. Der Trabi ist ja schließlich nur noch zum Cruisen gedacht. Damit ging es dann zur Vollabnahme bei der Dekra. Ohne zu murren, vergab der Prüfer seine Plaketten, und es konnte nun in eine erfolgreiche Saison gehen. Höhepunkt: Renés Teilnahme am Pirelli Tuning Award 2005.

Autor: Sebastian Schulz

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