Tracktest 4x4-Buggy von Büchl

Autocross-Buggy von Büchl Autocross-Buggy von Büchl

Tracktest 4x4-Buggy von Büchl

— 10.03.2005

Querulant

260 PS, Allrad und 500 Kilogramm Gewicht – das bedeutet ultimativen Fahrspaß. AUTOTUNING beim Querfeldein-Drecktest.

Viel Geschrei in Wald und Wiese

Aus einem Wald nahe der Stadt Schlüchtern steigt Rauch auf. Kein grauer Qualm von einem Feuer, sondern braune Wolken. Je näher man dem Waldgebiet kommt, desto mehr ist Geschrei zu hören. Das Geschrei klingt sehr hell und wird in kurzen Abständen immer lauter.

Die Auflösung: Wir befinden uns auf dem Autocross-Gelände des MSC Schlüchtern. Hier werden jährlich diverse Läufe einiger Autocross-Meisterschaften ausgetragen. An diesem Tag gehört die Berg-und-Tal-Rennstrecke für ein paar Stunden der AUTOTUNING. Das Geschrei stammt von einem Autocross-Buggy, den wir zum Tracktest nach Schlüchtern verfrachtet haben.

Welcher Motorsport-Freak kennt sie nicht, die todesmutigen Typen in ihren fliegenden Kisten. Sie wühlen sich durch Schlamm und groben Schotter, springen wie wild herum und kommen immer quer daher. Einer, der sich in dieser Szene bestens auskennt, ist Tuner Büchl von der gleichnamigen Rennsporttechnik-Firma. Nahe dem Bodensee sorgt sie seit Jahren für Buggy-Aufbauten, die es schon einige Male zum Sieg gebracht haben.

Getuntes Honda-S2000-Triebwerk

Heute hat uns Büchl zum Tracktest eines seiner stärksten Pferde mitgebracht. Einen 4x4-Buggy mit Honda-S2000-Triebwerk. Natürlich nicht ganz Serie. Dem serienmäßig 240 PS starken Motor hauchte Büchl mit einer gut durchlässigen Auspuffanlage und geänderter Motorelektronik noch mal 20 PS mehr ein. Der Antrieb samt 4-Gang-Getriebe (Klauenschaltung) stammt von einem Porsche 915. Daher auch die Porsche-Fuchs-Felgen in 6 und 7x15 Zoll.

Für optimale Federung und saubere Sprünge sorgt das verstellbare Bilstein-Gewindefahrwerk mit H&R-Federn. Die Scheibenbremsen sind vor Dreck geschützt nicht am Rad, sondern innen verbaut. Das war es dann auch schon an High-Tech. Im Cockpit befindet sich außer einem geschweißten Stahl-Lenkrad, einem Schaltstock und einem gewöhnungsbedürftig schräg nach hinten gelagerten Schalensitz nichts.

Es ist langsam Zeit für den Selbstversuch. Der holländische Buggy-Besitzer hat seine zehn Runden zum Warmfahren des Geräts hinter sich. "Hey, das geht alles voll. Paß in der Haarnadelkurve auf, da liegen große Steine", meint der Mann mit einem breiten Grinsen zu mir. Vor dem Einsteigen wird ein Metallgitter hochgeklappt. Mit den Füßen zuerst zwänge ich mich in den Schalensitz. Klappe wieder zu und man fühlt sich wie in einem Vogelkäfig. Per Knopfdruck erwacht der 2,0-Liter-Honda-Motor. Blubbernd, brabbelnd – der Sound macht Lust auf mehr.

Fahrgefühl und Facts

Die Ampel der Anlage steht auf Grün. Es kann losgehen. Den Schaltstock nach hinten ziehen, der erste Gang ist eingerastet. Auf der Start- und Zielgeraden beschleunige ich den Buggy. Innerhalb weniger Sekunden liegt die vierte Welle an. Der Buggy beißt sich in den Schotter. Vor der nächsten Bergauf-Kehre kurz in den dritten, dann den zweiten Gang. Etwas am Lenkrad reißen und wieder aufs Gas. Wahnsinn, der Buggy meistert es im allerfeinsten Drift!

Nach fünf Runden sind Buggy und Fahrer eins. Die Rundenzeiten werden immer besser, der Sound immer lauter, der Pulsschlag immer höher. Die Kehre, die ich gerade noch im zweiten Gang durchdriftet habe, geht nun im dritten. Und das im 90-Grad-Driftwinkel. Erst als sich ein Schmutzfänger löst, ist die Dienstfahrt beendet. Fazit: Selten bekommt man so viel Fahrspaß. Und das für relativ kleines Geld. Ein rennfertiger Büchl-Buggy ist ab 35. 000 Euro zu haben.

Autor: Guido Naumann

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