Tracktest Audi S3 gegen A3 24h
— 01.08.2007Familien-Zwist
Sie gleichen sich fast aufs Haar und sind doch so unterschiedlich. Hier der alltagstaugliche Audi S3, dort seine Rennversion, der A3 24h. Wir haben die beiden auf dem Nürburgring gegeneinander antreten lassen.
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Komfort verkommt zur Nebensache
Dort, wo man beim S3 auf eine perfekt verarbeitete Mittelkonsole inklusive Wohlstands-Entertainment in Form von Klimaautomatik und Audio-System schaut, blickt man im A3 24h auf nacktes, in giftigem Grün lackiertes Blech. Überhaupt wirkt der Innenraum alles andere als einladend. Ein scheinbar wild zusammengeschweißtes Geflecht aus Stahlrohren bildet einen massiven Schutzkäfig, den es erst mal zu entern gilt. Ist der jogamäßige Bewegungsablauf überstanden, wartet als Belohnung ein Schalensitz, der selbst schlank gebaute Körper wie eine Schraubzwinge gefangen hält. Doch all das verkommt zur Nebensache, wenn der 2,0-Liter-Turbovierzylinder mit 310 PS heiser röhrend zum Leben erwacht. Hier will einer spielen und der Pilot darf dabei sein. Also, DSG-Getriebe auf D und raus aus der Boxengasse.Ein Hoch auf die Turboaufladung
Die Differenzialsperre lässt den A3 wie auf Schienen aus der Kurve schießen. Durchdrehende Räder? Fehlanzeige. Grip? Ohne Ende.
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Unbeirrbarer quattro-Antrieb im S3
Jetzt ist der S3 dran. Im Gegensatz zum A3 24h wirkt der von außen betrachtet wie das pure Understatement. Front- oder Heckspoiler sind gefühlte acht Nummern kleiner, erfüllen jedoch ihren Zweck. Bilden sie doch zusammen mit dem Chromgrill im XL-Format und den alufarbenen Außenspiegeln den gewohnten S-Look. Doch gucken können andere, hier wird gefahren. Anders als im A3 24h dröhnt im S3 nach dem Anlassen nichts, der Motor verrichtet seine vier Takte wohlgedämpft. Doch Vorsicht, auch der S3 hat es faustdick hinter den Ohren. Seine vier Zylinder leisten zwar "nur" 265 Turbo-PS, die sind dafür aber umwerfend kultiviert. Und idiotensicher einsetzbar. Der permanente Quattro-Allradantrieb erstickt jeden Schlupfversuch im Ansatz. Besonders auf Nässe ist das ein großer Vorteil. Doch auf der trockenen Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings merkt man dem S3 sein zusätzliches Gewicht sofort an. Dort, wo der A3 24h noch unbeirrt und vor allem neutral ums Eck wischt, untersteuert der S3 deutlich Richtung Kurvenausgang. Selbst provozierte Lastwechsel bringen kein Leben ins Heck, das Spiel mit dem Gaspedal auch nicht. Der Allradantrieb ist hierfür einfach zu neutral ausgelegt. Zugegeben, hier wird auf hohem Niveau gejammert, doch oben wird die Luft halt dünner.Rennstrecken - nicht jedermanns Sache
Apropos dünner. Die Bremsanlage des S3 ist zwar ordentlich dimensioniert, nach drei Runden am Limit braucht aber nahezu jede Serienbremse eine Pause. Und auch die Straßenreifen verlieren jetzt an Grip. Es wird Zeit, dem S3 den wohlverdienten Feierabend zu gönnen. Eine langsame Runde zum Abkühlen und dann geht es in die Boxengasse. Dort erholt sich der weiße Audi erschöpft und knisternd von den Strapazen. Rennstrecken sind nicht seine Sache, ihm liegen eher Autobahnen und reizvolle Landstraßen. Das mit dem Motorsport überlässt er dann doch lieber seinem Bruder.Fazit von AUTO BILD SPORSCARS-Redakteur Lars Zühlke
Klar, der Vergleich zwischen einem Renn- und einem Straßenfahrzeug hinkt fast immer. Diesmal verliert der Audi S3 gegen den A3 24h. Aber nur, weil wir die beiden auf der Rennstrecke miteinander verglichen haben. Bei einem Alltagstest wäre der S3 der klare Sieger. Wer will schon jedesmal in sein Auto klettern. Und erst der Kofferraum. Doch Spaß beiseite, es ist schon ziemlich beeindruckend, wie simpel und problemlos sich der A3 24h fahren lässt.| Technische Daten | Audi A3 24h | Audi S3 |
|---|---|---|
| Motor | R4, Turbolader | R4, Turbolader |
| Einbaulage | vornquer | vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Hubraum | 1984 cm3 | 1984 cm3 |
| Bohrung x Hub | 82,5x92,8 mm | 82,5x92,8 mm |
| Verdichtung | 9,8:1 | 9,8:1 |
| kW (PS) bei 1/min | 228 (310)/6000 | 195 (265)/6000 |
| Literleistung | 156 PS/Liter | 134 PS/Liter |
| Nm bei 1/min | 340/2500–5500 | 350/2500–5000 |
| Antriebsart | Vorderrad | Allrad |
| Getriebe | 6-Gang, DSG | 6-Gang manuell |
| Bremsen vorn | 365 mm/innenbel. | 345 mm/innenbel. |
| Bremsen hinten | 310 mm/innenbel. | 310 mm/innenbel. |
| Radgröße vorn / hinten | 8,5x18 | 7,5x18 |
| Reifen vorn / hinten | 265/45R18 / 245/45R18 | 225/40 R 18 |
| Reifentyp | Pirelli Corsa Slick | Continental SportContact 2 |
| Länge/Breite/Höhe | 4811/1835/1373 mm | 4214/1765/1399 mm |
| Radstand | 1510 mm | 1510 mm |
| Leergewicht | 1125 kg | 1510 kg |
| Leistungsgewicht | 3,65 kg/PS | 5,69 kg/PS |
| Zuladung | k.A. | 505 kg |
| Tankinhalt | 100 l | 60 l |
| Höchstgeschwindigkeit | ca. 255 km/h | 250 km/h |
| Messwerte | Audi A3 24h | Audi S3 |
|---|---|---|
| 0– 50 km/h | k.A. | 2,1 s |
| 0–100 km/h | 5,2 s | 6,2 s |
| 0–130 km/h | 7,6 s | 9,0 s |
| 0–160 km/h | 10,8 s | 13,6 s |
| 0–200 km/h | 17,8 s | 23,2 s |
| Viertelmeile | ||
| 0–402,34m | k.A. | 14,15 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h im 4. Gang | 3,8 s | 4,5 s |
| 80–120 km/h im 5. Gang | k.A. | 5,9 s |
| 80–120 km/h im 6. Gang | k.A. | 8,2 s |
| Bremsweg (Verzögerung) | ||
| 100–0 km/h kalt | 33,0m (–11,7 m/s 2) | 36,9m (–10,0 m/s 2) |
| 100–0 km/h warm | 32,2m (–11,9 m/s 2) | 36,6m (–10,0 m/s 2) |
| 200–0 km/h warm | k.A. | 150,6m (–10,3 m/s 2) |
| Testverbrauch | ||
| Ø auf 100 km | ca. 32,7 l SP (im Rennen) | 11,7 l SP |
| Reichweite | ca. 306 km | 513 km |
| Rundenzeit Nürburgring* | 1:38,58 min** | 1:52,83 min |
| *Kurzanbindung, **Mit Rennreifen. Slicks verbessern die Rundenzeit signifikant, sind aber nicht alltagstauglich | ||
| Preise in Euro (inkl.MwSt.) | Audi A3 24h | Audi S3 |
|---|---|---|
| Grundpreis | – | 36.050 Euro |
| Navigationssystem | – | 3005 |
| Schalensitze | – | 3385 |
| Preis Testwagen | keine Angabe | 43.975 Euro |
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