Tracktest BMW M5

Tracktest BMW M5 Tracktest BMW M5

Tracktest BMW M5

— 26.03.2007

Starkes Schlusslicht

In der MotoGP fährt das Safetycar meistens dem Feld hinterher. AUTO BILD MOTORSPORT hat den BMW M5 mal über die Piste gejagt.

Startcrash in Barcelona 2006: Die MotoGP-Fahrer Loris Capirossi (33), Marco Melandri (24) und Sete Gibernau (34) liegen verletzt am Boden. Doch es dauert nur ein paar Sekunden, dann ist der Arzt schon da. Chauffiert vom schnellsten Notfallwagen der Welt: dem BMW M5. Seit 2005 ist der Kraftprotz aus München offizielles Safetycar bei den Motorrad-Grand-Prix. Der flotte Bayer sichert in Einführungs- und Startrunde das Feld von hinten. Und ist im Notfall mit den ersten Helfern vor Ort.

Meist schnüffelt der BMW M5 am Auspuff des Letzten

BMW M5: Hinterherfahrer, aber das mit echtem Rennfeeling.

"Damit mich die führenden Maschinen in der ersten Runde aber nicht einholen, muss ich so schnell fahren wie möglich", verrät Carlos Pratola (52) – früher Rallyefahrer, heute Lenker des Schlusslichts in der MotoGP. Wie das geht? Wir haben das Auto getestet. Abgesehen von den Rundumleuchten auf dem Dach unterscheidet sich das MotoGP-Safetycar kein Stück vom normalen BMW M5. Die Funktion des orangefarbenen Flackerlichts ist sogar für Antitechniker kein Problem: Stecker in den Zigarettenanzünder, schon geht’s oben bunt rund. Das heißt aber nicht, dass der M5 kein Rennwagen Güteklasse A sein kann. Per Knopfdruck wird aus der alltagstauglichen Straßenlimousine mit Komfort-Dämpfung, Sitzheizung und Schaltautomatik mit sanften Gangwechseln eine Höllenmaschine.

Mit der Power-Taste von 400 auf 507 PS

Ausstattung wie in der Serie: beiges Leder, Schaltwippen am Lenkrad, tolles Gefühl auch am Ende des Feldes.

Die Power-Taste setzt zusätzlich zu den 400 Standard-PS noch einmal 107 Extra-Pferdchen frei. In der elektronischen Dämpfer-Kontrolle programmieren wir den harten Sportmodus. Dem sequenziellen manuellen Getriebe, kurz SMG, zwingen wir die kürzeste und brutalste Schaltzeit auf. Die Gänge wechseln wir per Wippen am Lenkrad. Und das ESP, im BMW DSC genannt, schalten wir aus. Los geht's! Unter der Motorhaube brüllt eine gewaltige Maschine mit Kraft ohne Ende: fünf Liter Hubraum, zehn Zylinder, 520 Nm bei 6100 Touren. Das Triebwerk dreht problemlos hoch bis auf 8250 Touren und katapultiert den fast zwei Tonnen schweren M5 bis auf Tempo 250. Dann dreht die Elektronik unsanft den (Benzin-)Saft ab. Dennoch klingt der Motor mit seinen 8000 Umdrehungen Schaltdrehzahl fast wie ein DTM-Triebwerk.

Ein Spaßmobil mit echtem Rennfeeling

Etwas weniger Gewicht, und der Spaßfaktor des M5 wäre noch größer.

Beim Hochschalten haut das Getriebe erbarmungslos die Gänge rein. Dabei gibt's stets einen mächtigen Schlag ins Kreuz. Aber: Wir können schalten, ohne vom Gas zu gehen – rauf und runter. Das macht Gangwechsel selbst in schnellen Kurven möglich, ohne den gefürchteten Lastwechsel (Auto nickt nach vorn, droht nach außen auszubrechen). Denn am Limit reagiert der M5 zickig. Zu flott in die Kurve – blitzartig schwenkt das Heck aus. Nur hellwache und geübte Steuermänner und -frauen können den Dreher per Gegenlenken verhindern. Trotzdem: Der M5 ist ein perfekter Sportler. Hart und präzise, mit einer direkten, feinfühligen Lenkung. Und die "bissigen" Bremsen bringen diesen Zweitonner souverän zum Stehen. Die MotoGP-Piloten können also sicher sein: Ihr Safetycar ist auch 2007 wieder rechtzeitig zur Stelle.

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