Tracktest Formel S2000

Tracktest: Formel S2000 Tracktest: Formel S2000

Tracktest Formel S2000

— 09.05.2007

Juniors neuer Dienstwagen

Der 17-jährige Johnny Cecotto junior, Sohn der Auto- und Motorrad-Rennfahrerlegende, testet exklusiv für AUTO BILD MOTORSPORT den neuen Formel S2000.

Von Johnny Cecotto junior Endlich ist es so weit. Ich bin in Monza. Der erste offizielle Testtag der neuen Formula Master – und ich darf in meinen taufrischen Boliden klettern, ihn das erste Mal fahren. Als Gast-Tracktester für AUTO BILD MOTORSPORT nehme ich Sie dabei mit hinter das Steuer des 250-PS-Boliden. Die Lenkradschaltung habe ich mir vorher genau erklären lassen. Da darf echt nichts mehr schiefgehen. Jetzt, wo ich im Auto sitze. Oder, wenn ich es mit einem normalen Pkw vergleiche, liege ich ja vielmehr drin. Mit meiner rechten Hand drücke ich zuerst den Knopf für die Zündung. Dann den für den Anlasser. Es rasselt. Mit den unteren beiden Fingern meiner linken Hand ziehe ich den etwas schwergängigen Kupplungshebel hinter dem kleinen Lenkrad zu mir. Der Motor bellt auf. Mit Mittel- und Zeigefinger der rechten Hand am Schalt-Paddel ziehen. Ein Klacken vom Getriebe hinter mir, eine große Eins auf dem grünen Display vor mir. Das heißt: Der erste Gang ist drin, es geht los.

"Fühlt sich gut an, das Auto"

Noch einmal durchatmen: Auf gehts Richtung Boxenausgang.

Das Spielchen zwischen rechtem Fuß auf dem Gas und der Hand am Kupplungshebel klappt. Ein Schubser im Rücken, der Wagen rollt aus der Box. Noch mal durchatmen. Die grüne Ampel am Boxenausgang naht. Visier runter und Feuer frei. "Fühlt sich gut an, das Auto", schießt es mir durch den Kopf. Nichts klappert, alles sitzt. Das ist das Wichtigste bei einem Rennwagen, der gerade erst letzte Woche fertig geworden ist. Ich muss aber trotzdem piano fahren. Meine Mechaniker wollen noch mal kontrollieren, ob sich kein Teil gelöst hat. Also zurück an die Box. Radmuttern nachziehen. Prüfen, ob die Schrauben der Karosserie sitzen. Seht ihr Jungs, passt doch alles. Das Wasser hat 65 Grad Celsius erreicht, der Motor ist jetzt belastbar. Auch das kann ich auf dem Display sehen. Mit zwei Knöpfen "blättere" ich die Infos durch. Die interessanten News sind leider ziemlich verstreut. Rund zehnmal musste ich eben während der Installationsrunde umschalten. Viel zu oft. Da muss der Programmierer aber noch mal ran.

Der schiebt ordentlich an

Am Ende der Boxengasse kann ich jetzt Vollgas geben. Hossa! Der schiebt ja noch mehr an, als ich beim Warmfahren vermutete. Die Wucht beim Beschleunigen fühlt sich fast wie bei dem Renault World Series an, den ich schon testen durfte. Allerdings hat der stolze 425 PS! Nicht schlecht. Richtig Dampf hat der auf dem Honda-Civic-Type-R-Block aufgebaute 250-PS-Rennmotor der Formula Master nur zwischen 7200 und 8000 Touren. Darunter und darüber geht ihm ein wenig die Puste aus.

Kostengünstig: Einheitsauto mit Koni-Dämpfern und Federn von Eibach.

Aus dem Cockpit raus sehe ich nicht viel. Zwei schwarze Höcker vor mir, das sind die Reifen. Über die Fahrzeugfront schaue ich komplett hinweg. Aber um mich beim Einlenken zu orientieren, reicht das völlig. Und das geht sehr leicht. Ich brauche nicht viel Kraft, um das Lenkrad zu drehen. Auf den Curbs muss ich aufpassen. Der Formula Master ist unruhiger als zum Beispiel ein Formel 3. Das bedeutet: etwas vorsichtiger mit dem Gas sein. Woran das liegt? Die Dämpfer sind Einheitsteile. So wie der ganze Wagen für alle Teams gleich ist. Das spart Kosten. Aber während der Saison können wir sicher noch etwas am Setup feilen. Im Moment vertraue ich dem von Ex-Formel-1- und GP2-Pilot Giorgio Pantano, dem Entwicklungsfahrer der Formula Master.

Auf Anhieb Vertrauen

Begeistert bin ich von den Bremsen und der Schaltung. Obwohl ich es kaum kenne, vertraue ich dem Auto, bremse immer später. Das geht mit links, wie im Kart. Den rechten Fuß muss ich dabei nur vom Gas nehmen. Am linken Schalt-Paddel ziehen und runterschalten. Vor der Kurve im richtigen Gang? Ich schaue auf dem Display nach. Das habe ich mir in der Formel BMW so angewöhnt. Zu kleiner Gang, die Hinterräder blockieren, und du fliegst womöglich ins Kiesbett. Das schaffe ich auch leider so. In einer Schikane komme ich in der zweiten Kurve zu weit auf den Curb. Und tschüss! "Eigentlich wollte ich dir sagen, dass du gut gefahren bist. Aber nach deinem Dreher tue ich das nicht", lobt mich mein Vater auf seine Art. Ich bin auf Platz eins der Testtabelle.

Fazit: Reife Leistung eines Frischlings

Fazit vom Fachmann: Johnny Cecotto junior lobt sein neues Auto.

 Ohne große körperliche Anstrengung zu fahren, trotzdem schnell und vergleichsweise günstig – das fabrikneue Formula-Master-Auto macht gleich beim ersten Test einen soliden Eindruck. Auch die Aerodynamik funktioniert gut, in schnellen Kurven geht richtig viel. Die Kraftentfaltung des Motors könnte gleichmäßiger sein.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.