Tracktest Porsche Cayenne S Renntaxi

Porsche Cayenne S Porsche Cayenne S

Tracktest Porsche Cayenne S Renntaxi

— 22.06.2006

Taxi am Limit

Wer bei Dunlop ein Taxi ordert, der wird im Porsche über die DTM-Strecken chauffiert. Tracktest mit einem besonders heißen Cayenne S.

Härtetest auf dem Hockenheimring

Würde John Hertz noch leben, er würde sicher nur noch in diesem Taxi fahren wollen. Knallgelb, mit 360 PS unter der Haube und dem Porsche-Wappen drauf. Als Hertz 1915 seine Firma "Yellow Cab" gründete und in Chicago sein erstes Taxi in den Dienst schickte, hätte er von solchen Urgewalten nicht zu träumen gewagt. Zugegeben: Bei der Taxizentrale können Sie den gelben Riesen auch heute noch nicht bestellen. Der Cayenne S mit der karierten Schnauze ist VIP-Gästen bei DTM-Rennen vorbehalten.

Schon das Einsteigen gestaltet sich untypisch für den Rennwagen-Tester. Statt sich in eine harte Sitzschale sinken zu lassen, kletterst du nach oben und nimmst im schwarzen Ledersessel Platz. Du thronst wie ein Busfahrer im ersten Stock. Im mit feinster Rinderhaut ausgeschlagenen Cockpit wirken feuerfester Overall, Helm und Handschuhe ein wenig deplaziert. Von Taxameter, Funk oder Kreditkartenleser fehlt jede Spur. Dafür hat Tuner Cargraphic dem Dunlop-Cayenne ein ganz besonderes Taxi-Zubehör mit auf den Weg gegeben.

Ein kleiner roter Kippschalter in der Mittelkonsole senkt den Aufbau um 40 Millimeter ab. Zusätzlich zum tiefsten Niveau des elektronischen Luftfahrwerks. Derart tiefergelegt füllen die schwarzen 22-Zoll-Alus mit poliertem Felgenbett die Radhäuser komplett aus. Die Frontschürze kauert sportwagenähnlich über dem Asphalt. Jegliche Offroad-Ambitionen hat der Cayenne in der Box zurückgelassen. Ein kurzer Dreh am Zündschlüssel links neben dem Lenkrad – schon erwacht der V8-Motor zum Leben. Auf zum Härtetest auf dem Hockenheimring! Wählhebel auf Stellung D und Vollgas.

Technische Daten, Preis und Bewertung



Sanft drücken mich 425 Newtonmeter Drehmoment in den Sitz. Ein kurzer Druck am Wählhebel reicht, schon legt die sechsstufige Tiptronic den nächsten Gang ein. Die erste Bewährungsprobe naht: die Hockenheimer Spitzkehre. Brutales Abbremsen aus Tempo 180.

Erstaunlich, wie gut die serienmäßige Bremsanlage den 2,5-Tonnen-Koloß im Griff hat. In Zahlen ausgedrückt: Aus Tempo 100 steht der Cayenne nach knapp 38 Metern. Nur einen Meter später als ein Porsche 911 Carrera. Passagiere sollten vor der Fahrt lieber magenschonende Kost zu sich nehmen. Auch die zweite Prüfung meistert die Zuffenhausener VIP-Kutsche souverän. Beim Beschleunigen aus besagter Spitzkehre geht keines der 360 Pferde verloren. Aus dem Stand sprintet der gelbe Riese in 6,7 Sekunden auf 100. Dank permanentem Allradantrieb und Ultrabreitreifen sind durchdrehende Räder dem Dunlop-Renntaxi fremd.

Die vorn 26,5, hinten gar 30,5 Zentimeter breiten SP SPORTMAXX-Socken von Dunlop verleihen dem SUV zusammen mit dem brettharten Fahrwerk ungeahnte Agilität. Kein Vergleich zu den komfortorientierten Ballonreifen der Yellow Cabs. Ist die Fuhre einmal in Schwung, zaubert der Cayenne Querbeschleunigungen auf den Asphalt, die die Haltegriffe der Passagiere an ihre Belastungsgrenze bringen. Nicht schlecht für ein Taxi.

Autor: Oliver Hilger

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