Tracktest Seat Leon Supercopa

Seat Leon Supercopa: Noch heißer als Cora Seat Leon Supercopa: Noch heißer als Cora

Tracktest Seat Leon Supercopa

— 09.08.2006

Noch heißer als Cora

Der neue Renner von Cora Schumacher steht seiner Pilotin in nichts nach: heiße Kurven, knackiges Fahrwerk und Schmollmund.

Zum Gasgeben, nicht zum Parken

Seat sorgt für Gleichberechtigung im Hause Schumacher. Bisher musste Ralfs Gattin Cora (29) die Gänge in ihrem Renn-Mini herkömmlich per Hand wechseln. Doch jetzt darf auch die modebewusste Hobby-Racerin beim Schalten die Hände am Lenkrad lassen. Coras neuer Flitzer, der Seat Leon Supercopa, hat nämlich Schaltwippen am Lenkrad. Und nicht nur die durfte AUTO BILD MOTORSPORT exklusiv nach Frau Schumachers ersten Schnupperrunden in Hockenheim testen.

Schon die Sitzposition hebt den brandneuen Spanier von anderen Markenpokal-Autos ab. Ähnlich wie in einem DTM-Auto sitzt man hinter der B-Säule. Übersicht? Fehlanzeige. Einparken möchte ich mit diesem Auto nicht. Dafür aber um so lieber Gas geben. Die heiße Optik mit ausgestellten Radhäusern, riesigen Kühlluftöffnungen und noch größerem Heckdiffusor schreit förmlich nach schnellen Kurven.

Den Kippschalter für die Zündung umlegen und kurz den roten Startknopf rechts neben der Sitzschale drücken. So erwacht der Zweiliter-Turbo-Motor mit kehligem Brummen. Ein Zug an der rechten Schaltwippe: erster von sechs Gängen drin. Leichter Druck aufs Gas, schon geht der 300-PS-Fronttriebler vehement vorwärts. Kupplungspedal? Fehlanzeige.

Schaltschnell: Eine Wippe am Lenkrad erledigt zuverlässig die Gangwahl.

Untypisch für einen Rennwagen: Bereits bei 2100 Umdrehungen pro Minute erreicht die Maschine ihr maximales Drehmoment. 340 Nm zerren dann an den 23 Zentimeter breiten Walzen an der Vorderachse. Hört sich nach Turbodiesel an. Und fährt sich auch so. Nur dass bei höheren Drehzahlen raufgeschaltet wird. Bei 6500 Touren mahnt eine rote Lampe zum Gangwechsel. Auch das Motorgebrumm könnte das eines heißgemachten Renndiesel sein. Doch der Schein trügt: In den Brennräumen explodiert der gleiche 100-Oktan-Sprit wie in der DTM.

Ein echter Hit ist die Bremsanlage

Auch im zweiten, dritten und vierten Gang reißt der Schub nicht ab. Wie vom Gummiband gezogen, wird der Seat immer schneller. Ganz ohne Schaltrucken, so sanft und geschmeidig, dass du weitaus weniger als 300 Pferde unter der kurzen Haube zu haben glaubst. Möglich macht’s das Direktschaltgetriebe DSG aus dem VW-Konzernbaukasten. Der Clou: Das Getriebe ist in zwei Bereiche aufgeteilt. So sind immer zwei aufeinanderfolgende Gänge parallel eingelegt. Gibt man den Befehl zum Gangwechsel, öffnet die erste der beiden Kupplungen – gleichzeitig schließt die zweite blitzschnell. Im Rennauto natürlich zackiger als in der Straßenversion von VW Golf und Co.

Beim Runterschalten nimmt das Getriebe die Gänge erst an, wenn die Drehzahl passt. Clever! Überdrehen ist so unmöglich. Ein Hit ist auch die Bremsanlage des neuen Cup-Leon. Selbst beim Verzögern aus dem sechsten Gang vor Hockenheims Spitzkehre zeigt die Sechs-Kolben-Anlage keine Ermüdungserscheinungen. Die innenbelüfteten Scheiben mit 36,2 Zentimeter Durchmesser stecken alles locker weg.

Packend: die Bremsen des Seat Supercopa

Supercopa-Piloten sollten allerdings stramme Waden haben. Ohne Bremskraftverstärker verlangt die Seat-Anlage nämlich einen immens hohen Druck aufs linke Pedal. In den engen Kehren des Motodroms hat die Bremsanlage jedoch weitgehend Pause. Dank des martialisch anmutenden Flügelwerks und des gut ausbalancierten Fahrwerks lässt sich mit schwindelerregend hohem Tempo in jede Kurve hineinstechen. Untersteuern, also Schieben über die Vorderräder? Kaum spürbar. Wie Pattex geben die Yokohama-Slicks Bodenhaftung. In den ersten beiden Runden mit noch kalten Reifen ist allerdings Vorsicht geboten! Sonst wird der Löwenbändiger beim Einlenken flugs vom herumschwenkenden Heck überholt. Typisch heißblütiger Spanier eben.

Technische Daten und Supercopa-Infos

Der Seat Leon Supercopa geht in seine dritte Saison. Nach zwei Jahren im 251 PS starken Leon nun mit dem neuen Modell und 300 PS. Alle Rennen finden im Rahmen der DTM statt. Pro Wochenende werden zwei separat gewertete Rennen ausgefahren. Der Sieger jedes Rennens erhält 20 Punkte, der Zweite 17 usw. Zusatzpunkte gibt

Voll überzeugt: Redakteur Oliver Hilger testete den Seat Supercopa.

es für den Trainingsschnellsten und die schnellste Rennrunde. Insgesamt wird ein Preisgeld von 400.000 Euro ausgeschüttet. So erhält der Rennsieger 2000 Euro, der Cupsieger gewinnt am Jahresende 30.000 Euro. Eine separate Punkte- und Preisgeldwertung gibt es für Fahrer bis maximal 23 Jahre (Stichtag 1.1.1983). Die Verwendung des Kopf- und Nackenschutzsystems HANS ist 2006 erstmals für alle Fahrer vorgeschrieben.

Fazit von AUTO BILD MOTORSPORT-Redakteur Oliver Hilger: Die zweite Auflage des Seat Leon Supercopa ist 50 PS stärker geworden. Und deutlich erwachsener. Die gewaltige Sechskolben-Bremse beeindruckt. Ebenso das Grip-Niveau in schnellen und langsamen Kurven. Das Tüpfelchen auf dem i ist das Direktschaltgetriebe DSG: Die Bedienung ist narrensicher. Verschalten gehört so der Vergangenheit an.

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