Tracktest: VW Funcup

Tracktest: VW Funcup

— 03.01.2017

Kein lahmer Käfer

Seit Jahren erfreut sich der VW Funcup vor allem in den BeNeLux-Staaten großer Beliebtheit. AUTO BILD MOTORSPORT durfte den verrückten Flitzer fahren.

Bereits seit vielen Jahren erfreut sich der European VW Funcup großer Beliebtheit. Vor allem in den BeNeLux-Staaten ist das Interesse am Markenpokal riesig. Der jährliche Höhepunkt ist das 25-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps. Kennen Sie nicht? Dann haben Sie bisher etwas verpasst. Was auf den ersten Blick nach einem alten VW Käfer aussieht, ist ein richtiger Rennwagen: Der rund 750 Kilogramm schwere Rennwagen wird von einem 1,8-Liter-Benzinmotor (130 PS) aus dem Golf GTI angetrieben. AUTO BILD MOTORSPORT durfte den Markenpokal-Renner zum Tracktest ausführen.

Der rasanter Käfer lässt sich gut um die Kurven zirkeln

Das Konzept des VW Funcup richtet sich gleichermaßen an Einsteiger und Profis. Das Anfahren klappt – im Gegensatz zu anderen Rennwagen – so problemlos wie beim Privatwagen. Im Gegensatz dazu vermittelt der Funcup durch den nach FIA-Normen konstruierten und homologierten Rohrrahmen sowie die zentrale Sitzposition allerdings echtes Rennfeeling. Eine 5-Gang-H-Schaltung von Audi und innenbelüftete Scheibenbremsen komplettieren das sportliche Gesamtpaket. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca. 205 Stundenkilometer. In weniger als sieben Sekunden beschleunigt der Funcup von null auf einhundert Stundenkilometer.
Gebaut und verkauft werden die Boliden vom belgischen W Racing Team, das den deutschen Fans unter anderem als werksunterstütztes Audi-Team beim 24h-Rennen auf der Nordschleife bekannt sein sollte. Die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und lässt sich auch bei Unfällen oftmals problemlos und kostengünstig ersetzen.

Einfache Technik statt teurer Hightech-Kram

Bereits auf den ersten Runden kann man sich mit dem Rennwagen gut anfreunden und findet schnell Vertrauen. Auch in schnellen Ecken liegt der Wagen gut auf dem Asphalt und das, obwohl aus Kostengründen mit straßenzugelassenen Serienreifen gefahren wird. Denn der Funcup soll vor allem für Einsteiger und Hobbyfahrer bezahlbar sein. Dank Heckantrieb lässt sich der Markenpokal-Flitzer gerne auch quer durch die Kurven treiben.

Für Weicheier ist der Funcup allerdings nicht gemacht: Anti-Blockiersystem (ABS) und Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) fehlen ebenso, wie die hilfreiche Servolenkung. Bereits nach wenigen Minuten machen sich die Arme bemerkbar. Aber das Grinsen unter dem Helm ist riesig, der Funcup macht seinem Namen alle Ehre. Kein Wunder, dass sich auch viele Rennprofis, wie etwa DTM-Star Maxime Martin, regelmäßig den Spaß im VW Funcup erlauben.
Autor:

Sönke Brederlow

Fazit

Der erste Eindruck trübt: Denn mit einem lahmen Käfer hat der Funcup rein gar nichts zu tun. 130 PS klingt für einen Rennwagen nicht viel, macht bei rund 700 Kilogramm Leergewicht allerdings jede Menge Laune. Für die ersten Schritte im Motorsport oder kostengünstige Rennen ist der Funcup genau das Richtige. Wer viel Motorsport für wenig Geld sucht, hat hiermit eine echte Möglichkeit gefunden.

Fotos: Sönke Brederlow

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung