TÜV-Tipps zu Verkehrsrecht im Ausland

TÜV-Tipps zum Verkehrsrecht im Ausland TÜV-Tipps zum Verkehrsrecht im Ausland

TÜV-Tipps zu Verkehrsrecht im Ausland

— 20.07.2004

Nachts zahlen Raser mehr

Im Ausland erwarten Autofahrer bei Verstößen gegen die Verkehrsvorschriften mitunter drakonische Strafen und hohe Bußgelder.

Schweiz: Nicht auf gelben Linien parken

Auf in den Urlaub, einfach so? Lieber nicht. Zwei, drei oder mehr Sachen bzw. Regeln sollte man schon wissen und berücksichtigen, sonst kann es teuer werden. Denn in vielen Belangen gilt: andere Länder, andere Strafen. "In Luxemburg müssen Alkoholsünder bei Überschreiten der Promillegrenze (0,8) bis zu 1250 Euro hinblättern. Wer in Belgien mit einem Radarwarngerät erwischt wird, kann sogar im Gefängnis landen. Handys am Steuer sind nahezu in ganz Europa verboten", erklärt Gerd Mylius, Verkehrsexperte der TÜV Rheinland Group.

In Österreich gibt es ein nächtliches Tempolimit. In der Zeit von 22 bis 05 Uhr gilt mit Ausnahme der A1 zwischen Salzburg und Wien und der A2 zwischen Villach und Wien auf allen Autobahnen für Personenwagen Tempo 110 – statt der tagsüber üblichen 130 km/h. Und: Es gibt nur wenige Hinweisschilder auf die Geschwindigkeitsbeschränkung. Viele Städte haben Kurzparkzonen eingeführt. Parkscheine gibt es an Automaten, Tankstellen oder in Tabakläden. Gelbe Zickzacklinien markieren Halte- und Parkverbot. Motorrad- und Mopedfahrer müssen in Österreich außerdem einen kleinen Verbandskasten mitführen.

In der Schweiz bedeuten gelbe Linien am Fahrbahnrand Halteverbot. Ein Parkverbot zeigen gelbe Kreuze am Straßenrand an, die mit einer gelben Linie verbunden sind. Einen Rotlichtverstoß ahnden die Eidgenossen mit umgerechnet 170 Euro.

Belgien: Rasen besonders teuer

In Belgien müssen Autofahrer zu Fußgängern einen Seitenabstand von mindestens einem Meter einhalten. Das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit um 20 km/h kostet mindestens 140 Euro. Vergleichsweise glimpflich kommen Raser in Frankreich (ab 90 Euro), Luxemburg (ab 50 Euro) oder den Niederlanden (ab 60 Euro davon). Dort signalisieren gelbe Bordsteinkanten Parkverbot. Falschparker kann die Polizei mit einer Reifenklemme an der Weiterfahrt hindern. Dann wird noch eine zusätzlich Gebühr für das Anbringen und Entfernen des "Bremsklotzes" fällig.

In Italien gilt bei schwarz-gelb markierten Bordsteinen Parkverbot. An weißen Bordsteinstreifen kann umsonst geparkt werden, an blauen ist das Parken gebührenpflichtig. Wer auf Autobahnen oder vor Mautstellen wendet oder sein Auto zurücksetzt, muss mit hohen Bußgeldern oder sogar Fahrverboten rechnen. Außerhalb geschlossener Ortschaften und auf Autobahnen muss auch tagsüber das Abblendlicht eingeschaltet werden (Bußgeld 33 Euro). Über das Fahrzeug hinausragende Ladung - auch bei eingeklapptem Heckträger - muss mit einer rot-weiß schraffierten Warntafel kenntlich gemacht sein (Bußgeld rund 70 Euro).

Wie in Spanien ist auch in Italien das Tragen einer Warnweste beim Verlassen des Fahrzeugs bei Pannen oder Unfällen Pflicht (außerhalb geschlossener Ortschaften). Bei Verstößen kassiert die italienische Polizei rund 34 Euro, die spanischen Uniformierten bis zu 91 Euro. Fahranfänger dürfen in Portugal bis zu einem Jahr nach der Führerscheinprüfung auf Landstraßen und Autobahnen nur 90 km/h fahren.

Osteuropa: Tempolimit für Fahranfänger

Fahranfänger, die ihren Führerschein weniger als zwei Jahre besitzen, müssen sich in Russland, Weißrussland und der Ukraine an die Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h halten. Autoreisende in Tschechien und der Slowakei dürfen vor Bahnübergängen grundsätzlich nicht schneller als 30 km/h fahren. In Ungarn gilt vor Bahnübergängen in Ortschaften Tempolimit 30, außerorts 40 km/h.

Alkoholsünder müssen in Osteuropa mit sehr unterschiedlichen Strafen rechnen. Während in Ungarn und Rumänien (Promillegrenze 0,0) lediglich Bußgelder ab 50 Euro fällig werden, kostet Alkohol am Steuer in Polen (Promillegrenze 0,2) bereits 140 Euro und mehr. In Tschechien (0,0) müssen bis zu 450 Euro und in Litauen (0,0) sogar bis 480 Euro berappt werden. Die Slowakei (0,0) liegt im Mittelfeld mit bis zu 360 Euro.

In ganz Skandinavien sowie in Estland muss ganzjährig mit Abblendlicht gefahren werden. Auf Autobahnen gelten für Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht folgende Höchstgeschwindigkeiten: Dänemark 130 km/h, Schweden 110 km/h und Norwegen 90 km/h. In Finnland dürfen Pkw 120 km/h fahren, Wohnmobile nur 80 km/h beziehungsweise 100 km/h. Bei Überschreitung um 20 km/h werden in Dänemark 70 Euro, in Norwegen ab 300 Euro, in Schweden ab 90 Euro und in Finnland ab 100 Euro fällig. In Estland kommen Raser dagegen billig davon: ab fünf Euro. Bei Unfällen mit Wildtieren und Elchen muss unverzüglich die Polizei benachrichtigt werden.

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