TÜV und Co: Änderungen ab 1. Juli 2015 bei HU

TÜV und Co: Änderungen ab 1. Juli 2015 bei HU

— 24.06.2015

"Revolution der Prüftechnik"

Wegen zunehmender Vernetzung: Bei der Hauptuntersuchung werden von 1. Juli 2015 an neuartige Prüfgeräte eingesetzt. Was heißt das für die Autofahrer?

(dpa) Auf Deutschlands Autofahrer kommt eine Neuerung zu. "Am 1. Juli 2015 startet die Revolution der Prüftechnik bei der Hauptuntersuchung", sagt TÜV-Nord-Geschäftsführer Hartmut Abeln. Denn dann werden – egal, ob bei Dekra, TÜV, GTÜ oder KÜS – neuartige elektronische Prüfinstrumente einsetzt. Vorbei sind die Zeiten, als der Sachverständige mit kritischem Hammerschlag nach maroden Stellen forschte. Die neuen Geräte – HU-Adapter – werden im Auto an den Bordcomputer angeschlossen und zeigen dem Prüfer alle relevanten Fahrzeugdaten an. Teurer soll die bei Autobesitzern gefürchtete Hauptuntersuchung dadurch aber nicht werden.
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Vorbei die Zeiten, in denen der Prüfer mit dem Hammer gegen marode Stellen klopfte.

Die Neuerung beim Elektronik-Check ist ein Beispiel dafür, wie sich Prüfgesellschaften auf die fortschreitende Digitalisierung vorbereiten. "In wenigen Jahren werden automatisierte Fahrzeuge zusätzliche Fahraufgaben übernehmen, zum Beispiel selbstständig im Parkhaus einen Stellplatz ansteuern; all dies bedeutet noch mehr Technik im Wagen", sagt Abeln. "Natürlich heißt das, dass wir Kompetenzen aufbauen müssen – sowohl Expertenkompetenz wie auch Kompetenz bei der Weiterentwicklung der Technik", meint der für die Automobilsparte der Prüfungsgesellschaft Dekra zuständige Sprecher Wolfgang Sigloch. Das autonome Fahren basiere ja auf Komponenten wie Spurhalte-Assistent oder Abstandsregler, wie sie heute schon vorhanden sind. "Wir müssen allerdings schon bei der Entwicklung drauf hinweisen, dass sie prüfbar sein müssen", meint er.
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Schutz vor Cyber-Attacken wird wichtiger

TÜV-Nord-Vorstandschef Guido Rettig warnte jüngst vor tiefgreifenden Veränderungen auch für die Prüfgesellschaften. Denn nicht nur Autos, auch Produktionsmaschinen werden immer mehr mit Software ausgestattet und untereinander vernetzt. Die Prüfgesellschaften müssen ihre Methoden daher zunehmend verfeinern, um sie noch überprüfen zu können. "In Zukunft kommt dem Schutz etwa von digital vernetzten Infrastrukturen und sicherheitsrelevanten Einrichtungen vor Cyber-Attacken eine immer größere Bedeutung zu", so TÜV-Nord-Sprecher Sven Ulbrich. Als Beispiele für die Herausforderungen der Zukunft nennt der TÜV-Nord Probleme bei digitalisierten Prozessabläufen. Ulbrich: "Wie kann sichergestellt werden, dass voll vernetzte Maschinen keine unsinnigen Befehle von Unbefugten erhalten?"

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