Tuning World Bodensee 2006

Tuning World Bodensee 2006 Tuning World Bodensee 2006

Tuning World Bodensee 2006

— 04.05.2006

Bau an is' Tango

Freude an Kunst und Kultur ist hier fehl am Platz. Wenn die Tuning World ruft, zählen Megawatt, Newtonmeter und tiefergelegte Hosen.

110.000 Menschen sollten nicht irren: Tiefergelegte Hosen, knapp geschnittene Dakota-Jäckchen, Haare vorn kurz, hinten schmal (Vokuhischma) – das muß es sein. Der Einheitslook der Besucher der Tuning World 2006 zeugt von der gemeinsamen Anbetung der MTV-Pimper West Coast Customs, von der gemeinsamen Begeisterung für chromblitzende Räder, von der gemeinsamen Liebe zu An- und Umbauten und von der gemeinsamen heidnischen Bewunderung für alles, was größer als 20 Zoll (oder kleiner als 15) ist.

110.000 Besucher – die sollten wissen, was sie tun bzw. wofür sie ihr Geld ausgeben. Die diesjährige Tuning World Bodensee (28.4.-1.5.) zählte 17.000 zahlende Gäste mehr als im Vorjahr – und erstmals in der Geschichte der Messe Friedrichshafen 46.000 Besucher an einem Tag (30.4.). Ein Riesen-Erfolg für den Jahrmarkt der etwas anderen Attraktionen.

Bis zu 30 Zoll große Räder bei Lexani, mehrere tausend Watt starke Car-Hifi-Verstärker, superknappe Klamotten, grellbunte Leuchten, luftgedämpfte Federbeine, abgeflachte Lenkräder, blinkende Türstifte, Seitenspiegel im M-Look, dazu automobile Überflieger wie der auf 25 Einheiten limitierte Shelby Mustang mit 500 PS, der bislang einzigartige, gechopte Käfer mit Zauberlack (reagiert auf thermische Veränderungen, erstmals vollflächig auf einem Auto) – an Weltpremieren, Schnokus und Absonderheiten hatte die Tuningschau wahrlich genug zu bieten.

Traditionell teilt sich die Messe in die Hallenbereiche A (wie artgerechte Autos) und B (wie Business): Auf der einen Seite zeigen die Clubs, was sie haben. Auf der anderen locken die Hersteller mit dem, was man haben sollte. Ein Airride-Fahrwerk zum Beispiel. Echte Tuning-Vorreiter spotten da schon wieder drüber ("hat doch jeder"), Hersteller wie HPS aber wissen: Hat noch nicht jeder, paßt aber fast überall rein bzw. drunter – Käfer, Polo, Mégane; auf den Asphalt legen muß sein.

Noch so ein Must-have: LSD. Lambo-Style-Doors, also schräg nach oben öffnende Türen à la Lamborghini ("hat doch jeder"). Kann man inzwischen in nahezu alle Modelle zirkeln: Renault Mégane, Mini Cooper, Golf V – und gibt es jetzt erstmals auch für den Citroën C4, just zur Messe fertiggestellt von PSA-Tuner Musketier aus Oberhausen. Die Highlights der Messe zeigt autobild.de wie immer in der Bildergalerie. Film und Teil II des Messe-Reports, der sich in erster Linie mit den AUTOTUNING Supergirls beschäftigt, folgen in Kürze.

Autor: Ralf Bielefeldt

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