Tuning: Zakspeed-Viper — 29.11.2011

Diese Viper ist Kult!

1999 gewinnt die Zakspeed-Viper GTS-R das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Jetzt darf das V8-Biest auf öffentliche Straßen. Mit 600 PS und im typischen Hasseröder-Trimm.

Ruhig ist es geworden, um den 1968 in der Eifel von Erich Zakowski gegründeten Zakspeed-Rennstall. Mit der Absage an das 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring 2009 wurde der komplette Rennbetrieb eingestellt. Bereits drei Jahre zuvor meldete Sohn Peter Zakowksi beim Insolvenzgericht Bitburg Privatinsolvenz an. Ob und wann bei Zakspeed die Motoren wieder anlaufen, ist derzeit ungewiss. Aus der siegreichen Zeit zwischen 1999 und 2006 jedenfalls stammt die Zakspeed-Viper GTS-R, die jetzt in Händen eines neuen Besitzers öffentlichen Asphalt unter die Räder bekommt. Von der Rennstrecke auf die Straße, lautet der Leitspruch.

Extreme Sportler auf dem Messeparkett: Essen Motor Show 2011

Unmöglich ist nichts: von der Grünen Hölle in die Innenstadt – und zwar auf eigener Achse.

Verantwortlich für die STVZO-taugliche Rückrüstung ist ein Spezialbetrieb namens Heurich Classics. Die geforderten Maßnahmen zur Zulassung durch den TÜV sind erschöpfend: Frontspoiler gekürzt, Heckdiffusor entfernt, Seitenschweller umgebaut, Reifen und Felgen (Sonderanfertigung) ersetzt. Das Bremssystem wurde für den Betrieb im Alltag umgerüstet, zugleich der Lenkwinkel vergrößert. Motorseitig wurde das Kühlsystem und die Motorperipherie geändert, und schließlich die Auspuffanlage angepasst. Außerdem mussten die komplette Fahrzeugelektrik und Lichtsteuerung angepasst werden. Das Rennauto bekam neben einem neuen Fahrersitz nun auch die Mitnahmemöglichkeit eines zweiten Insassen. Den Gesamtsieg der 24-Stunden vom Nürburgring 1999 errang die Zakspeed-Viper mit einem bärenstarken Achtliter-V10. Heute lauert im Maschinenraum ein 6,2-Liter-V8 mit 600 PS. Kurios: Der Motorblock ist ein originaler V10-Block, bei dem die ersten Zylinder beider Bänke stillgelegt sind. Es handelt sich demnach um den 2005 per Reglement auf 6,2-Liter-Hubraum begrenzten, originalen Rennmotor.

Optisch ist das dreimalige Siegerauto an den Renneinsatz von 1999 angelehnt. Das bedeutet: gelb-schwarze Basislackierung mit dem typischen Hasseröder-Schriftzug in Rot. Zahlreiche weitere Sponsoren teilen sich den übrigen Platz auf der Außenhaut. Martialisch wirkt vor allem der extreme Flügel auf der Heckklappe, der ohne den Rennsporthintergrund wohl keinen TÜV-Segen erhalten hätte.

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