Turbolader des Mercedes AMG GT

Turbolader: Reparatur

Reparatur lohnt in vielen Fällen

Ist der Turbolader defekt, tauschen viele Werkstätten das ganze Bauteil aus. Oft lassen sich Turbolader aber auch reparieren. Und das ist in vielen Fällen deutlich günstiger.
Abgasturbolader sind bei Dieseln und Benzinern inzwischen so weit verbreitet, dass kaum ein Hersteller noch Verbrennungsmotoren ohne Turbotechnik anbietet. In einigen Motoren versorgen gleich zwei Turbos den Motor mit Frischluft, in seltenen Fällen sind es gar drei oder auch vier Lader. Da die Turboladerwellen mit bis zu 300.000 Umdrehungen pro Minute rotieren, handelt es sich um hochsensible Technik, bei der es schnell zu Schäden kommen kann. Oft versagt die Schmierung der Turboladerwelle, an der auf der einen Seite das Turbinenrad (wird vom Abgas angetrieben) und auf der gegenüberliegenden Seite das Verdichterrad (presst Frischluft in den Motor) rotieren.

Dieses Turbinenrad hat sich im Gehäue zerlegt. Wichtig für die ordentliche Reparatur des Turbos: Wo sind die zerbrochenen Teile im Motor hingelangt?

Die Welle des Turboladers lagert in einem hauchdünnen Ölfilm. Ist der Ölfluss beeinträchtig, etwa durch verkoktes Öl in der Zulaufleitung, kann es zur Riefenbildung an der Welle kommen. Nicht selten schleifen durch die daraus resultierende Unwucht die Schaufeln von Turbo- oder Verdichterrad in ihren knapp bemessenen Gehäusen – ein kapitaler Turboschaden, der zu weiteren Schäden am Rest des Motors durch umherfliegende Teile führen kann. Doch auch verstopfte Rußpartikelfilter, sogenannte Überdrehschäden (zu schnelles Drehen des Turboladers) oder Schäden durch Fremdkörper sind typische Ursachen für Turboladerschäden.

Bei Bagatellschäden muss kein neuer Turbo her

Spuren von Fremdkörpereinschlag am Verdichterrad. Bei hoher Laufleistung können die Schaufeln regelrecht runtergeschliffen sein – dann fehlt Leistung.

Weit weniger dramatisch sind Schäden an der Steuerung des Turboladers. Wie viel Ladedruck der Turbo erzeugen darf, wird durch eine Unterdruckdose bestimmt, die entweder ein Ventil (Wastegate) öffnet, oder die Leitschaufeln bei Turboladern mit einer sogenannten variablen Turbinengeometrie (VTG) ansteuert. Bei der Membran, der Feder und dem Stellmechanismus der Unterdruckdose kann es ebenfalls zu Schäden kommen. Eigentlich kein Grund für den Tausch der kompletten Turboladereinheit. Dennoch gehen viele Werkstätten auch bei diesen Bagatellschäden am Turbo so vor. Bei VTG-Ladern, in den meisten Fällen bei Dieseln verbaut, gehen die Leitschaufel durch den Ruß im Abgas oft fest oder werden schwergängig. Eine Reinigung behebt das Problem.

Verdacht auf Turboladerschaden? So gehen Sie vor:
Bei entsprechenden Symptomen (abfallender Öldruck, rauchender Auspuff, Leistungsverlust, Ölverlust, ungewohnte Geräuschentwicklung wie Pfeifen) lassen Sie das Auto in einer Werkstatt überprüfen.
Oft lässt sich ein Schaden am Turbolader schnell erkennen. Über das Radial- und das Axialspiel der Turboladerwelle kann der Fachmann einen möglichen Defekt bereits ertasten.
Die Werkstatt baut den Turbolader aus, analysiert das genaue Schadensbild des Turboladers (oder lässt dies von einem Fachbetrieb vornehmen), behebt daraufhin die Ursache des Schadens – etwa eine verstopfte Ölzulauf-, oder Ablaufleitung des Turbos.
Kam es zu einem Schaden mit gebrochenen Bauteilen, muss der Motor gründlich untersucht und gereinigt werden. Das betrifft auch Komponenten wie den Ladeluftkühler, der sich mit Öl zugesetzt haben kann.
Nach der Behebung aller Schadensursachen und Folgeschäden des defekten Turbos am Motor, wird der neue oder instandgesetzte Turbolader eingebaut und überprüft.

Tauschlader sind ein Beitrag zum Recycling

Wichtiger Schritt vor dem Zusammenbau eines instandgesetzten Turboladers: Auf dem Prüfstand wird die Welle des Turboladers feingewuchtet.

Wichtig ist es, Schäden am Turbolader so früh wie möglich zu erkennen, da bald auch andere Motorenteile in Mitleidenschaft gezogen werden können. Daher sollte bei Ölverlust, rauchendem Auspuff, Leistungsverlust, oder Pfeifgeräuschen aus dem Bereich des Krümmers ein Schaden am Turbolader in Betracht gezogen werden. Ist der Schaden so groß, dass eine umfangreiche Reparatur ansteht, erhält man beim Instandsetzer einen überholten Turbolader im Tausch gegen das defekte Altteil. Funktionierende Komponenten des defekten Laders landen so nicht auf dem Müll, sondern finden nach der Überholung Widerverwendung in einem anderen Fahrzeug. Vor der Auslieferung werden die Lader auf einem Prüfstand kontrolliert, so dass einige Firmen bis zu drei Jahre Garantie auf generalüberholte Turbolader geben. Je nach Modell liegen die Preise für instandgesetzte Turbolader zwischen 200 und 600 Euro. Ein Neuteil vom Hersteller kostet oftmals mehr als das doppelte. In beiden Fällen ist der Preis für Ein- und Ausbau nicht inbegriffen.

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Bei bloßem Tausch drohen Folgeschäden

Kommt es nach der Reparatur erneut zu einem Schaden am Turbolader, haben viele einen fehlerhaft instandgesetzten Turbolader im Verdacht. Doch in den meisten Fällen liegt es daran, dass der Defekt, der ursprünglich zum Schaden des Turboladers geführt hat, bei der Reparatur nicht abgestellt wurde. Mit einem bloßen Tausch des Turbos ist es daher nicht getan. Bevor der neue oder überholte Turbolader verbaut wird, muss die Ursache des Schadens eindeutig erkannt und behoben werden.

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