Versicherungs-Typklassen 2004

Aubi 40-2003 page39 Service Kasko-Versicherung, Cartoon Brecheis

Typklassen 2004

— 13.10.2003

Neue Klassen für die Kasko

Ab Oktober gelten wieder einmal neue Typ- und Regionalklassen für alle 13.000 Automodelle. Außderm wurde die Kasko-Einteilung gestrafft.

Zwei Drittel aller Modelle unverändert

Autoversicherungen beruhen auf dem Solidarprinzip. Das bedeutet, alle zahlen eine kleine Prämie, um gegen einen großen Schaden versichert zu sein. Und wer wenig Schäden hat, der zahlt für die Kfz-Versicherung über seinen Schadenfreiheitsrabatt weniger als derjenige, der viele Unfälle verursacht. Mit insgesamt 16 Typklassen (10 bis 25) für jedes Automodell versuchen Versicherer außerdem, das System noch etwas gerechter zu machen.

Deshalb wird für jedes Modell eine Schadensquote errechnet, sprich wieviel Unfälle Fahrer dieses Modells haben. Viele Unfälle bedeutet hohe Typklasse und hohe Tarife. Wenig Unfälle eine kleine Typklasse und günstige Tarife. Jedes Jahr wird diese Quote überprüft und die Typklassen zum 1. Oktober neu festgelegt bzw. die bestehende Typklasse beibehalten. Dieses Jahr hat sich nur wenig verändert: Zwei Drittel oder 66,1 Prozent aller 13.000 Automodelle auf Deutschlands Straßen blieben in ihrer bisherigen Haftpflicht-Typklasse. Weitere 32,5 Prozent wurden lediglich um eine Klasse auf- oder abgestuft. Nur etwa jedes hundertste Modell änderte sich um zwei oder mehr Klassen.

Die extremsten Fälle: der Mercedes-Benz C 220 CDI wurde um fünf Klassen, der Audi 1.9 TDI Avant um vier Klassen niedriger, also günstiger eingestuft. Drei Klassen rauf ging es dagegen für den Mazda 626 (Typ GF) Fließheck und den VW Passat Variant 2.4 V5 (Typ 3B).

Was heißt hier aufkommensneutral?

So wie in der Haftpflicht gibt es auch in Voll- und Teilkasko Typklassen – allerdings eine neue Einteilung. Künftig reicht die Vollkasko von 10 bis 34 und die Teilkasko von 10 bis 33. Bisher war erst in beiden Klassen bei 40 Schluss. Grund für die Kürzung: Durch die Zusammenlegung von Klassen soll es zu weniger Umstufungen kommen und der Verwaltungsaufwand geringer werden.

Da die teuren Klassen nicht einfach wegfallen oder durch eine Herabstufung billiger werden können, wird es wohl in einigen Typklassen künftig teurer zugehen. Auch wenn die Versicherer beteuern, die Reform sei "aufkommensneutral". Wer kann das als Außenstehender schon nachprüfen? Und wenn einige mehr und andere weniger zahlen – ist das dann nicht auch unterm Strich neutral?

Allerdings: Die neuen Klassen gelten nicht automatisch für alle Verträge. Erst bei einem Versicherungswechsel oder Vertragsänderung werden die neuen Klassen angewendet. Und um die Verwirrung komplett zu machen: Die versicherungen müssen die Reform nicht mitmachen, sie kann auch alls beim Alten lassen. Weil aber die großen Versicherer wie Allianz, HUK und Coburg sie eingeführt haben, werden wohl alle anderen nachziehen. Alles klar? Die aktuellen Typklassen finden sich übrigens unter www.typklassen.de.

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