Kfz-Versicherung: Typklassen 2018

Typklassen 2018 in der Kfz-Versicherung

— 06.09.2017

Jede siebte Versicherung teurer!

Mit der Typklassenstatistik für 2018 wird ein Viertel aller Fahrzeuge neu eingestuft. Oberklasseautos und SUVs werden teurer, Kleinwagen günstiger!

Die Typklasse des versicherten Fahrzeugs entscheidet mit darüber, wie hoch die Kosten für die Kfz-Versicherung ausfallen. Für die Versicherungen spiegeln sie das Schadenrisiko eines Autos wider. Dementsprechend fallen für Autos mit hoher Typklasse höhere Versicherungsbeiträge an als für Fahrzeuge mit einer niedrigen Typklasse. Einmal im Jahr wird die Typklassenstatistik vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aktualisiert: Nun sind die neuen Typklassen für 2018 herausgekommen. AUTO BILD erklärt, was sich ändert.

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Vor allem für Besitzer von Oberklasseautos und SUVs wird es teurer. Auch der BMW 114i wird um drei Klassen teurer eingestuft.

Laut GDV muss sich jeder siebte Autobesitzer nach der neuen Typklassenstatistik mit höheren Beiträgen abfinden: Knapp 5,7 Millionen Autos (14 Prozent, also jedes siebte Fahrzeug) kommen im Vergleich zum Vorjahr in eine höhere Klasse. Doch rund 5,2 Millionen Autofahrer können sich auch freuen, sie rutschen in eine niedrigere Klasse (13 Prozent). Für fast drei Viertel der insgesamt rund 39,6 Millionen mit Haftpflicht versicherten Autos dagegen ändert sich nichts (73 Prozent). Hier bleiben die Typklassen im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bei der Teilkasko kommt ein Fünftel (20 Prozent) in eine höhere Klasse. Das sind laut GDV rund 2,5 Millionen Autos. Für rund ein Drittel wird es günstiger (33 Prozent). So kommen rund 4,2 Millionen Autos in niedrigere Klassen.

Stark motorisierte Autos werden teuer

Bei einigen Modellen ging es um mehr als eine Klasse nach oben oder unten. So haben sich etwa der BMW 114i und der Jeep Renegade 1.4 T in der Haftpflicht um drei Klassen verschlechtert. Grundsätzlich müssen die Besitzer vieler hochmotorisierter Oberklassemodelle und SUVs tiefer in die Tasche greifen: Sie bekommen in der neuen Kfz-Typklassenstatistik eine hohe Einstufung. Betroffen sind zum Beispiel der Range Rover 3.0 TD, der Lexus NX 300 H oder die aktuelle Generation des BMW 730D.

Audi A4 Avant 2.0 TDI: In der Haftpflicht geht es um drei Stufen runter.

Andererseits wurden auch wieder zahlreiche Autos in günstigere Typklassen als bisher eingestuft. Vergleichsweise niedrig eingeordnet werden laut GDV in der Regel Kleinwagen wie der Peugeot 108 1.0, der Citroën C4 Cactus 1.2 (eine Stufe runter in der Vollkaskoversicherung) oder der Kia Picanto 1.0. Eine gar um drei Stufen bessere Typklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung erreichten der Dacia Logan Kombi 0.9 und der Audi A4 Avant 2.0 TDI .

Kfz-Versicherung: Typklassen 2018

Einsteigermodelle haben oft eine hohe Typklasse

Video: Kfz-Versicherung/Typenklassen

Was ist eigentlich die Typklasse?

Für das neue Typklassenverzeichnis haben die Statistiker des GDV von rund 28.000 Fahrzeugmodellen die Unfall- und Schadensbilanz der vergangenen drei Jahre (2014 bis 2016) ausgewertet. Anschließend wurden sämtliche Modelle entsprechend ihrer Bilanz eingestuft: Wenig Schäden und geringe Reparaturkosten führen zu niedrigen Typklassen, viele Schäden und hohe Versicherungsleistungen resultieren in höhere Typklassen. Die Auswertung erfolgt jeweils getrennt für Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko. Bei der Haftpflicht gibt es insgesamt 16 Typklassen (10 bis 25), bei der Vollkaskoversicherung 25 (10 bis 34) und bei der Teilkasko 24 (10 bis 33). In der Haftpflicht gilt die günstigste Typklasse 10 praktisch nur für Oldtimer – sie werden nur noch wenig gefahren und die Halter hüten ihre Schätzchen durch besonders vorsichtige Fahrweise. Dagegen zeichnen sich beliebte Einsteigermodelle oft durch hohe Typklassen aus, da Anfänger häufig Blechschäden verursachen.
Typklassen in der Kfz-Versicherung
Haftpflicht 16 Typklassen (10 - 25)
Vollkasko 25 Typklassen (10 - 34)
Teilkasko 24 Typklassen (10 - 33)

Umstufung um mehrere Klassen kann teuer werden

Veränderungen der Typklassen-Einstufung um mehrere Klassen, wie sie auch 2017 erfolgten, können zu einer erheblichen Erhöhung oder auch Senkung des Versicherungsbeitrags führen – besonders dann, wenn sie die Kaskoversicherung betreffen. 

Die neuen Typklassen können bei neuen Verträgen ab sofort zum Einsatz kommen – bei laufenden Verträgen werden die Änderungen in der Regel erst zum Jahreswechsel wirksam. Wichtig für Versicherte: Erhöht sich beim laufenden Vertrag der Beitrag aufgrund einer Umstufung bei den Typklassen, hat der Versicherungsnehmer das Recht auf eine außerordentliche Kündigung.

Tipp: Regelmäßig Versicherungstarife vergleichen

Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt jedoch nicht nur von den Typklassen ab. Neben den Fahrzeugtypen gibt es zahlreiche weitere Kriterien, die bei der Berechnung der Beiträge eine Rolle spielen. Da diese Kriterien von den Versicherungen jeweils verschieden bewertet werden, ergeben sich von Anbieter zu Anbieter zum Teil deutliche Unterschiede bei den Tarifen. Für jeden Fahrzeughalter kann es sich deshalb lohnen, regelmäßig die Beiträge der verschiedenen Anbieter mit einem Kfz-Versicherungsrechner zu überprüfen – besonders dann, wenn das eigene Fahrzeug gerade in eine ungünstigere Typklasse gerutscht ist.

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