Überführungskosten bei Neuwagen

— 31.05.2011

Kampf gegen die Abzocke

Mal sind es 700, mal 800, mal sogar 1300 Euro. Überführungskosten für Neuwagen in Deutschland sind zum Teil unverschämte Abzocke. Jetzt schreitet eine Ministerin ein.

Deutschlands teuerste Strecke liegt in Leipzig. Sie ist 1,4 Kilometer lang, führt von der Porsche- zur Poststraße und kostet pro Meter 93 Cent. Zumindest für jene Porsche-Kunden, die sich ihren neuen Cayenne von der Fabrik zum nächsten Händler liefern lassen. 1300 Euro werden dafür fällig – die sogenannten Überführungskosten. Und das nicht nur bei Porsche. Auch alle anderen Hersteller berechnen wie selbstverständlich den Transport zwischen Werk und Händler – ein deutsches Phänomen. In keinem anderen Land werden diese Gebühren erhoben, keine andere Branche bedient sich einer derart dreisten Abzocke.

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"Aus Sicht der Verbraucher sind die hohen Überführungskosten nicht nachzuvollziehen", sagt Verbraucherschutzministerin Aigner (CSU).

Dass die Phantomgebühren auf den Müll gehören, finden nicht nur Verbraucherschützer, sondern inzwischen auch die Bundesregierung. "Aus Sicht der Verbraucher sind die hohen Überführungskosten nicht nachzuvollziehen. Denn sie sind kein zusätzlicher Service für den Kunden", sagt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). In allen anderen Branchen sind Überführungskosten zum Händler unüblich. Kaum vorstellbar, dass Ikea für ein 99-Euro-Regal an der Kasse weitere zehn Euro berechnet – für den Transport der Bretter von Schweden nach Deutschland. "In den Überführungskosten sind allerdings Transportversicherung, Reinigung, Übergabe-Inspektion, Fahrzeugbrief und meist auch Fußmatten enthalten“, versucht ein Hamburger VW-Händler die 699 Euro für den 300-Kilometer-Transport zwischen Wolfsburg und der Hansestadt zu rechtfertigen.

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Veröffentlicht:

20.12.2011

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Der Kunde hat kaum eine Möglichkeit, den hohen Kosten zu entgehen. Der Weg zu einem anderen Händler gleicht einem Lotteriespiel, weil jeder die Preise selbst kalkuliert. Und so variieren die Überführungskosten für ein Modell selbst innerhalb einer Stadt. Für einen Golf in Berlin ergaben Anfragen bei drei Autohäusern Unterschiede von bis zu 200 Euro für den Transport. Selbst wenn ein Neuwagenkäufer sein Auto im Werk abholt – was allerdings nur bei fünf deutschen Herstellern möglich ist –, muss er tief in die Tasche greifen. Bis zu 993,65 Euro kostet die Übernahme am Herstellungsort. Darin enthalten: meist eine Werksbesichtigung, Mittagessen und ein voller Tank. Die Leistung rechtfertigt kaum den hohen Preis. Ministerin Aigner fordert deshalb: "Die Autoindustrie muss hier umsteuern."
Überführungskosten bei Neuwagenkauf *
Hersteller Euro **
VW 700
Fiat 800
Peugeot 800
Kia 950
Porsche 1300
* = je nach Händler unterschiedlich; ** = Circa-Preise
Gebühren bei Selbstabholung
Hersteller Euro
Mercedes 0
VW 399
Audi 450
BMW 500
Porsche * 944
* = Cayenne/Panamera in Leipzig

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Autor: Stefan Voswinkel

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