Mal sind es 700, mal 800, mal sogar 1300 Euro. Überführungskosten für Neuwagen in Deutschland sind zum Teil unverschämte Abzocke. Jetzt schreitet eine Ministerin ein.
Deutschlands teuerste Strecke liegt in Leipzig. Sie ist 1,4 Kilometer lang, führt von der Porsche- zur Poststraße und kostet pro Meter 93 Cent. Zumindest für jene Porsche-Kunden, die sich ihren neuen Cayenne von der Fabrik zum nächsten Händler liefern lassen. 1300 Euro werden dafür fällig – die sogenannten Überführungskosten. Und das nicht nur bei Porsche. Auch alle anderen Hersteller berechnen wie selbstverständlich den Transport zwischen Werk und Händler – ein deutsches Phänomen. In keinem anderen Land werden diese Gebühren erhoben, keine andere Branche bedient sich einer derart dreisten Abzocke.
"Aus Sicht der Verbraucher sind die hohen Überführungskosten nicht nachzuvollziehen", sagt Verbraucherschutzministerin Aigner (CSU).
Dass die Phantomgebühren auf den Müll gehören, finden nicht nur Verbraucherschützer, sondern inzwischen auch die Bundesregierung. "Aus Sicht der Verbraucher sind die hohen Überführungskosten nicht nachzuvollziehen. Denn sie sind kein zusätzlicher Service für den Kunden", sagt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU). In allen anderen Branchen sind Überführungskosten zum Händler unüblich. Kaum vorstellbar, dass Ikea für ein 99-Euro-Regal an der Kasse weitere zehn Euro berechnet – für den Transport der Bretter von Schweden nach Deutschland. "In den Überführungskosten sind allerdings Transportversicherung, Reinigung, Übergabe-Inspektion, Fahrzeugbrief und meist auch Fußmatten enthalten“, versucht ein Hamburger VW-Händler die 699 Euro für den 300-Kilometer-Transport zwischen Wolfsburg und der Hansestadt zu rechtfertigen.
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Der Kunde hat kaum eine Möglichkeit, den hohen Kosten zu entgehen. Der Weg zu einem anderen Händler gleicht einem Lotteriespiel, weil jeder die Preise selbst kalkuliert. Und so variieren die Überführungskosten für ein Modell selbst innerhalb einer Stadt. Für einen Golf in Berlin ergaben Anfragen bei drei Autohäusern Unterschiede von bis zu 200 Euro für den Transport. Selbst wenn ein Neuwagenkäufer sein Auto im Werk abholt – was allerdings nur bei fünf deutschen Herstellern möglich ist –, muss er tief in die Tasche greifen. Bis zu 993,65 Euro kostet die Übernahme am Herstellungsort. Darin enthalten: meist eine Werksbesichtigung, Mittagessen und ein voller Tank. Die Leistung rechtfertigt kaum den hohen Preis. Ministerin Aigner fordert deshalb: "Die Autoindustrie muss hier umsteuern."
Überführungskosten bei Neuwagenkauf *
Hersteller
Euro **
VW
700
Fiat
800
Peugeot
800
Kia
950
Porsche
1300
* = je nach Händler unterschiedlich; ** = Circa-Preise
Das Auto blitzt und funkelt, steht auf den ersten Blick da wie neu. Das muss ein guter Kauf sein. Denkste! Doch einen Blender wie dieses Audi Cabrio kann auch der Laie entlarven.
Schnell die Schlüssel schnappen und ab auf Probefahrt? Vorsicht, das kann reichlich Ärger geben. Schäden am Auto sollten vor Fahrtantritt schriftlich festgehalten werden, damit es keine Probleme gibt.
Eigentlich sollte der neue VW Sharan schon seit März unter dem Carport der Familie Stölting stehen. Aber VW kann nicht liefern, vertröstet die Familie immer wieder. Neuer Liefertermin ist Mitte August. Klappt das?
So ...durch Zufall habe ich diese Diskussion hier gefunden. Jetzt da ich dies schreibe ist ein 3/4 Jahr vergangen...und hat Eure Ministerin etwas erreicht ?
Achim Brandt
13.06.2011, 14:48Uhr
Ich frage mich wozu bei einem fabrikneuen Wagen "Reinigung" und "Übergabeinspektion" notwendig sein soll.
Meines Wissens durchlaufen alle Autos bei der Produktion unzählige Zwischen- und zum Schluß mindestens 1 umfangreiche Endkontrolle.
Die windigen Rechtfertigungen der Abzocker sind mehr als dürftig.
stradosj
06.06.2011, 12:13Uhr
Die Autohändler und Autohersteller sollen einen kompromiss finden.Das Auto etwas
(100-150€) teurer und dafür kostenlose Bereitstellung beim Autohändler.
Genauso ist es mit der Händlerbeteiliegung beim Kredit mancher Autohersteller.
Alles unverständliche Kosten
fordcargo
02.06.2011, 13:38Uhr
abzocke abzocke..kann dieses wort nicht in D mehr hören..jammert nicht ..kämpft!!!!!!
kauft autos mit Tageszullasung = 0 euro Märchen-gebühren
mercedes
02.06.2011, 12:59Uhr
also ich bezahle jedes Jahr über 300€ als Selbstabholer meines Mercedes, dieser Betrag wird erhoben, wenn Fahrzeuge aus anderen Produktionsstätten Überführt werden müssen, z.B. ein in Stuttgart gebauter W212 in Bremen übergeben wird.
Kommentare zum Artikel (21)
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So ...durch Zufall habe ich diese Diskussion hier gefunden. Jetzt da ich dies schreibe ist ein 3/4 Jahr vergangen...und hat Eure Ministerin etwas erreicht ?
Ich frage mich wozu bei einem fabrikneuen Wagen "Reinigung" und "Übergabeinspektion" notwendig sein soll.
Meines Wissens durchlaufen alle Autos bei der Produktion unzählige Zwischen- und zum Schluß mindestens 1 umfangreiche Endkontrolle.
Die windigen Rechtfertigungen der Abzocker sind mehr als dürftig.
Die Autohändler und Autohersteller sollen einen kompromiss finden.Das Auto etwas
(100-150€) teurer und dafür kostenlose Bereitstellung beim Autohändler.
Genauso ist es mit der Händlerbeteiliegung beim Kredit mancher Autohersteller.
Alles unverständliche Kosten
abzocke abzocke..kann dieses wort nicht in D mehr hören..jammert nicht ..kämpft!!!!!!
kauft autos mit Tageszullasung = 0 euro Märchen-gebühren
also ich bezahle jedes Jahr über 300€ als Selbstabholer meines Mercedes, dieser Betrag wird erhoben, wenn Fahrzeuge aus anderen Produktionsstätten Überführt werden müssen, z.B. ein in Stuttgart gebauter W212 in Bremen übergeben wird.