Scania Trucks

Übernahmeangebot: Volkswagen will MAN

— 09.05.2011

Schwere Allianz

Jahrelang wurde darüber diskutiert und spekuliert, jetzt schafft Volkswagen Klarheit: Der Wolfsburger Autobauer erhöht seinen Anteil bei MAN und legt ein Übernahmeangebot vor.

(dpa) Volkswagen drückt bei der seit Jahren angestrebten Lkw-Allianz mit Scania und MAN aufs Tempo: Der Wolfsburger Autobauer hat für den Münchener Lastwagenkonzern MAN ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das teilte VW am 9. Mai 2011 in Wolfsburg mit. Erstmals nannte die VW-Führung dabei konkret das Ziel, einen neuen Nutzfahrzeugriesen schaffen zu wollen. Volkswagen habe seinen Anteil an den MAN-Stammaktien von 29,9 Prozent auf etwas mehr als 30 Prozent erhöht. Damit muss VW den Aktionären ein Pflichtangebot machen. VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch sagte in einer Telefonkonferenz, Volkswagen strebe 35 bis 40 Prozent an MAN an. Das würde den Wolfsburger Konzern bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten.

Bei dem schwedischen Lastwagenbauer Scania hält VW bereits die Mehrheit der Stimmrechte. Grund für diesen jüngsten Schritt sei vor allem das Ziel einer engeren Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen bei Einkauf, Entwicklung und Produktion, hieß es in der Mitteilung. Allein im Einkauf betrage das Ausmaß der jährlichen Synergien mindestens 200 Millionen Euro, sagte Pötsch. "Wir glauben, dass zusätzliche Werte geschaffen werden können. Die Erhöhung unseres Anteils ist der beste Weg, um dies sicherzustellen."

Bisher war die Kooperation der Lastwagenbauer eher schleppend verlaufen. Gespräche zwischen allen Beteiligten hätten bestätigt, dass kartellrechtliche Beschränkungen hohe Hürden für die Kooperation darstellten und die Erschließung wesentlicher Synergieeffekte behinderten, erklärte VW. Für eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen MAN, Scania und Volkswagen seien fusionskontrollrechtliche Genehmigungen und eine weitere Aufstockung des VW-Anteils an MAN erforderlich. Daher habe VW beschlossen, die Voraussetzungen zu schaffen, um die "bisherigen Schranken" zu überwinden.

Eine Lkw-Allianz unter dem Dach von VW gilt seit langem als ein Ziel von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. MAN wurde von der Ankündigung aus Wolfsburg völlig überrascht. Das Unternehmen stehe dem Übernahmeangebot von Volkswagen offen gegenüber und wolle die Pflichtofferte an die Aktionäre prüfen, teilte der Lastwagenbauer mit. Und weiter: "Die MAN SE teilt die Ansicht über die industrielle Logik einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen der MAN SE, der Scania AB und der Volkswagen AG." Eine engere Zusammenarbeit mit Scania könne helfen, Geld zu sparen. Der schwedische Hersteller Scania reagierte zurückhaltend. Sprecher Hans Åke Danielsson sagte, Volkswagen habe selbst erklärt, dass damit der Prozess einer zunehmenden Verknüpfung von Scania und MAN erleichtert werden solle. "Das ist sicher richtig. Wir haben schon lange unser Interesse an einer Zusammenarbeit mit MAN in gewissen Bereichen erklärt."

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