Überroll-Crashtest in den USA

Bei dem neuartigen Crashtest wurden zwölf SUV untersucht. Für den Crash wurde eine bewegliche Ramme eingesetzt.

Überroll-Crashtest in den USA

— 26.04.2009

Aufs Kreuz gelegt

Übel sah ein Kia Sportage aus, der mit voller Wucht auf dem Dach gelandet ist. Dafür erhielt er die schlechteste Note in einem neuartigen Crashtest, der in den USA durchgeführt wurde. Der 1. Platz ging an ein SUV aus Deutschland.

Autsch, das tat weh! Es war zwar nicht der gesamte Planet, den die US-Ingenieure da auf dem Dach des Kia Sportage platzierten, aber eine ziemlich solide Ramme. Hart genug, um den Koreaner gehörig zu deformieren. Für Fahrer und auch die Passagiere auf der hinteren Sitzbank wäre der Überschlag sehr schlecht ausgegangen. So erhielt das SUV aus Asien die denkbar schlechteste Note "poor" (ungenügend) in dem neuartigen Überroll-Crashtest. Initiiert hatte ihn das amerikanische "Insurance Institute of Highway Safety" (IIHS), vergleichbar mit der deutschen "Unfallforschung der Versicherer" (UdV). Ausgangspunkt ist eine bedrückende Zahl: In den USA sterben 10.000 Personen jährlich durch Unfälle, bei denen sich ihr Fahrzeug überschlagen hat.

SUV überschlagen sich besonders häufig

Beim ersten Crashtest dieser Art wurden ausschließlich SUV untersucht.

Untersuchungen haben nun ergeben, dass ihre Überlebenschance ganz entscheidend steigt, je stabiler das Dach ist. Widerstandsfähige Dächer verhindern direkte Verletzungen durch das Blech, das sich stark einbeult, doch sie schützen auch indirekt, weil Türen geschlossen bleiben und somit kein Passagier herausgeschleudert wird. Besonders hoch ist das Risiko eines Überschlags für SUV, die einen hohen Schwerpunkt besitzen. 25 Prozent aller Todesfälle unter Insassen von Pkw und Minivans geschah durch Überschlag, doch in der Gruppe der SUV schnellt dieser Anteil auf 59 Prozent. Nur folgerichtig, dass das IIHS seine erste Crash-Serie mit den Sport-Geländewagen durchführte. Bei zwölf SUV wurde die Stabilität des Dachs untersucht, indem man eine bewegliche Ramme mit konstanter Geschwindigkeit auf das stehende Fahrzeug aufprallen ließ.

Bestnote für den Volkswagen Tiguan

Den Dachaufprall simulierte jeweils eine schwere Ramme.

Für eine gute Punktzahl mussten deren Dächer einer Kraft widerstehen, die wenigstens vier Mal stärker ist als das Fahrzeuggewicht, bevor es stärker als rund 12,5 Zentimeter (5 inches) deformiert wird. Für die Note "ausreichend" muss dieses Stärke-Gewicht-Verhältnis mindestens 3,25 betragen, bereits "grenzwertig" ist 2,5. Darunter tut schon der Anblick weh – allerdings erhielt außer dem Kia nur noch der Hyundai Tucson nach der physischen auch die verbale Kopfnuss "ungenügend". Grenzwertig waren die Deformationen von Honda CR-V, Ford Escape und den nur in den USA erhältlichen Modellen Mazda Tribute und Mercury Mariner. Starkes Mittelfeld mit einem "acceptable" bildeten viele Japaner wie der Suzuki Grand Vitara, Toyota RAV4, Mitsubishi Outlander, Nissan Rogue; außerdem die Ami-SUV Chevrolet Equinox und Pontiac Torrent. Bestes Auto mit nahezu keinen sichtbaren Verformungen war der Volkswagen Tiguan. Ebenfalls "gut" waren Subaru Forrester, Honda Element und Jeep Patriot.

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