Übersichtlichkeit im Auto — 01.09.2006
Bescheidenes Blickfeld
In modernen Autos sei die Rundumsicht oft schlechter als bei älteren Modellen, moniert der ADAC – und sieht die Hersteller in der Pflicht.
Fast alle untersuchten Neuwagen schnitten in diesem Punkt schlechter ab als das Vergleichsfahrzeug, ein BMW 2002, Baujahr 1973. Die ADAC-Experten bemängeln vor allem immer breiter konstruierte A-, B- und C-Säulen der Karosserie, höher gezogene Heckpartien und schräger gestellte Windschutzscheiben, die die Sicht aus dem Fahrzeug heraus beeinträchtigen können. Die hinteren Kopfstützen versperren oft das Blickfeld.
"Die Gefahr, beim Abbiegen, Spurwechsel oder Einparken Fahrzeuge oder Fußgänger zu übersehen, ist deutlich gestiegen", lautet das Fazit der Tester. Vom ADAC nachgestellte Szenen verdeutlichen das Risiko: So wird beispielsweise beim Audi A8 ein fahrender Radfahrer von der B-Säule verdeckt. Bei einem Mitsubishi Colt schluckt die A-Säule einen ganzen Smart. Die Sichtproblematik neuer Fahrzeuge ist auch beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) bekannt. DVR-Technikexperte Welf Stankowitz führt sie unter anderem auf verbesserten Insassenschutz zurück. So gerieten die Säulen oft so massiv, weil die Karosserie besonders crashsicher sein soll. Das sei zwar einerseits zu begrüßen, so Stankowitz. "Ich halte es aber für bedenklich, wenn die Hersteller auf der anderen Seite die Sicht verschlechtern."
ADAC-Sprecher Jochen Oesterle weist darauf hin, dass die Sicht nicht unter der Crashsicherheit leiden muss: "Insassenschutz und Rundumsicht müssen kein Widerspruch sein." So hätten die Testsieger auch im Crastest gut abgeschnitten.

































