Umbenennung vollzogen

Umbenennung vollzogen

— 05.10.2007

Gestatten, Daimler

Die Umbenennung von DaimlerChrysler in Daimler AG findet gerade unter Traditionalisten wenig Anklang. Konzern-Chef Zetsche verteidigt den Schritt vor den Aktionären.

Der Autobauer DaimlerChrysler hat die Trennung von seiner US-Tochter Chrysler nun auch namensrechtlich vollzogen. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin stimmten die Aktionäre mit einer Mehrheit von 98,8 Prozent dem Antrag von Vorstand und Aufsichtsrat zu, das Unternehmen in Daimler AG umzubenennen. Die Traditionalisten, die eine Rückkehr zum Namen Daimler-Benz wollten, hatten sich schon zuvor kaum Hoffnung auf eine Namensänderung in ihrem Sinne gemacht: "Wir sollten uns überhaupt keine Illusionen über das Ergebnis der Abstimmung machen", sagte der Würzburger Betriebswirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger, als er um 12.51 Uhr bei der außerordentlichen Hauptversammlung der scheidenden DaimlerChrysler AG ans Rednerpult trat. In einem Unternehmen, wo die institutionellen Investoren dominierten, hätten die Privatanleger keine Chance.

Zetsche mit Erklärungsversuchen

Konzernchef Dieter Zetsche verteidigte den umstrittenen neuen Namen. "Mit dem Konzernnamen Daimler setzen wir ein klares Zeichen, dass wir ein neues Kapitel aufschlagen und gleichzeitig unsere Tradition als Erfinder des Automobils würdigen", sagte Zetsche vor rund 4700 Aktionären und ergänzte: "Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser eindeutigen Trennung von Konzern- und Produktmarken unsere Marken insgesamt klarer positionieren und zusätzlich stärken." So sollen alle Werke, in denen vornehmlich Fahrzeuge der Marke mit dem Stern produziert werden, in Mercedes-Benz-Werke umbenannt werden. Das gilt auch für die meisten Auslandsgesellschaften, die Autos der Marke Mercedes-Benz vertreiben. Daimler sei zudem, so Zetsche, heute ein anderes Unternehmen als vor zehn Jahren. Dennoch konnten zahlreiche Aktionäre nicht nachvollziehen, dass der Name Benz getilgt werden soll. Dazu gehört Heidemarie Hirsch, geborene Benz. Ihr Urgroßonkel war Carl Benz, der Erfinder des Automobils und Mitbegründer der Daimler-Benz AG. "Sie brechen mit der Tradition, die sich über viele Jahrzehnte entwickelt hat, obwohl Sie wissen, dass das weltbekannte Unternehmen Daimler-Benz eine außerordentliche Qualitätsmarke hervorgebracht hat", kritisierte sie. Durch die Umbenennung in Daimler werde einer der Unternehmensgründer unterschlagen. "Sie verlassen die Unternehmensidentität und die Unternehmensgeschichte", warf die Controllerin aus dem Rheinland Zetsche vor.

"Suppe, der das Salz fehlt"

Andere Aktionäre äußerten sich ähnlich. "Daimler ohne Benz ist wie eine Suppe, der das Salz fehlt", sagte ein Anteilseigner. "Daimler und Benz gehören zusammen. Das ist Symbolik, und Symbolik ist wichtig", sagte Hartmut Weigand aus Nürnberg. Weitere Anteilseigner wiederum kritisierten, dass der Stuttgarter Autokonzern 20 Millionen Dollar an Ford für die Namensrechte an Daimler zahlen musste, weil diese bei der Ford-Tochter Jaguar lagen. Der Name Daimler-Benz hätte dagegen nichts gekostet. Doch auch die kritischen Aktionäre sprachen sich für eine Rückkehr zur Daimler-Benz AG aus. Allerdings gab es auch Aktionärsvertreter, die Verständnis für den neuen Namen äußerten. Aus markenarchitektonischen Gründen sei die Wahl von "Daimler" und das Weglassen von "Benz" mehr als verständlich und nachvollziehbar, sagte Hans Richard Schmitz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesetz (DSW). Auch Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hält die Entscheidung für vertretbar: "Der alte Name Daimler-Benz steht eben auch für den Griff nach Chrysler."

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