Umfrage: Steigende Autokosten

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Umfrage "Steigende Autokosten"

— 29.05.2008

Hilfe, mein Auto frisst mich auf!

Immer höhere Spritpreise, verwirrende Steuerpläne - die Mobilitätskosten explodieren. Viele Autofahrer müssen mit jedem Cent rechnen, da heißt es nicht selten Abschied nehmen vom geliebten Mobil.

Als die Grünen vor Jahren fünf Mark für den Liter Sprit forderten, lösten sie landesweit ein müdes Lächeln aus. Doch das Schreckgespinst von einst scheint Realität zu werden. Die Preise an der Zapfsäule explodieren. Ökosteuer, Umweltzonen und wirre Pläne zur Kfz-Steuer verleiden vielen die Lust am Auto. In den vergangenen fünf Jahren stiegen die Benzinpreise für Normal und Super um 34,5 Prozent und für Diesel sogar um 52 Prozent, so der ADAC. Ein Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht. Schuld daran ist eine größere Nachfrage in den Schwellenländern Asiens – bei gleich bleibendem Angebot. Die Spekulanten an der Börse, die statt mit Immobilien nun mit Rohstoffen handeln, treiben die Preise zusätzlich in die Höhe. Mittlerweile hat der Liter Super Benzin kurzfristig eine Rekordmarke von 1,60 Euro erreicht. Tendenz: Alles ist offen. Noch dämpft der schwächelnde Dollarkurs einen Teil der Preisexplosion.

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Die ersten Autofahrer denken um. Sie lassen ihr Auto stehen oder versuchen, um Kosten zu sparen, so wenig wie möglich zu fahren. Einige verkaufen ihr Auto sogar. Besitzer älterer Fahrzeuge trifft es besonders hart. In vielen Städten wie Berlin, Hanno-ver oder Köln dürfen sie wegen der eingeführten Umwelt-zonen mit ihren als "Stinker" verteufelten Autos nicht mehr fahren. Viele können sich aber ein saubereres Auto nicht leisten. Dafür werden sie künftig, wenn es nach der Bundesregierung geht, noch zusätzlich bestraft. Was die geplante Umstellung der Kfz-Steuer von Hubraum auf CO2-Ausstoß für die rund 16 Millionen Besitzer von Euro-2- und Euro-3-Autos genau bedeutet, wird erst im nächsten Jahr entschieden. Nur so viel ist sicher: Billig wird Autofahren in Deutschland nie mehr!

"Ich verkaufe meinen Bulli"

Petra Reimann (Foto oben), Alter: 34, Beruf: Fotografin, Familienstand: ledig, Auto: VW Bus T3 Diesel, Baujahr: 1988, Kilometer pro Jahr: 10.000, Kfz-Steuer pro Jahr: 148,27 Euro, Versicherung pro Jahr: circa 400 Euro, Tankkosten im Monat: circa 70 Euro

"Ich liebe meinen Bulli und würde ihn nur im absoluten Notfall hergeben. Aber jetzt bleibt mir wohl keine andere Wahl. Diesel wird immer teurer. Wegen der Umweltzonen werde ich meiner Freiheiten beraubt und kann eh nicht mehr fahren, wo ich will – bald auch nicht mehr in meiner Heimatstadt Hamburg. Und dann ist da noch die geplante CO2-Steuer, die mich verunsichert. Ich frage mich, ob ich nicht ganz auf ein eigenes Auto verzichte. Wenn ich mal weitere Strecken zurücklegen muss, hole ich mir einfach einen Leihwagen. Einen Neuwagen kann ich mir nicht leisten und bei den Gebrauchten fällt es mir schwer, die explodierenden Kosten zu überblicken. Doch als Selbstständige ist das für mich wichtig. Ich habe einfach Angst, heute Geld in ein Auto zu investieren, das mich bereits in zwei Jahren wegen einer neuen Schadstoffsteuer teuer zu stehen kommt."

"Steige aufs Moped um"

Martin Wagner, Alter: 20 Jahre, Beruf: Schüler, Familienstand: ledig, Auto: Audi 80, Baujahr: 1994, Kilometer pro Jahr: 12.000 bis 15.000, KFZ-Steuer pro Jahr: 302 Euro, Versicherung pro Jahr: 420 Euro, Tankkosten im Monat: circa 320 Euro

Martin Wagner steigt so oft wie möglich aufs Moped um. Das ist steuerfrei und verbraucht nur 2,5 Liter.

"Ich bin auf ein Auto angewiesen, da ich täglich 24 Kilometer zur Schule fahre und einmal in der Woche von München 370 Kilometer zu meinen Eltern nach Sachsen-Anhalt. Langsam weiß ich nicht mehr, wie ich das alles bezahlen soll. Mein Auto schluckt im Stadtverkehr elf bis zwölf Liter. Bei 1,52 Euro pro Liter ist das ein Vermögen. Darum lasse ich das Auto so oft wie möglich stehen und steige um aufs Moped. Das ist steuerfrei, benötigt keine Feinstaubplakette und verbraucht nur 2,5 Liter Sprit. Ich bin ein absoluter Gegner der Ökosteuer. Schlimm ist, dass man von all den Steuergeldern auf Deutschlands Straßen nichts sieht. Weder einen Autobahnring noch sanierte Straßen. Und deswegen engagiere ich mich im Verein 'Mobil in München', der sich für die Interessen der Autofahrer einsetzt."

"Wir machen Car-Sharing"

Familie Karnapp, Alter: 36 Jahre, 30 Jahre, ein Jahr, Beruf: Diplom-Kauffrau, Systemingenieur, Familienstand: verheiratet, ein Kind, Auto: ehemals Opel Astra, Baujahr: 1992, Kilometer pro Jahr: 10.000, Kfz-Steuer pro Jahr: 242 Euro, Versicherung proJahr: 301 Euro, Tankkosten im Monat: circa 110 Euro

Familie Karnapp hat ihren alten Opel verschrottet und ist auf Car-Sharing umgestiegen.

"Unseren alten Opel haben wir verschrottet und sind auf Car-Sharing umgestiegen. Wir wohnen in der Nähe einer U-Bahnstation und bewegen unser Auto nur zwei Mal in der Woche. Seitdem unsere Kleine da ist, wollen wir aber nicht komplett auf einen Wagen verzichten. Besonders für Notfälle ist das ja schon praktisch. Seit über einem Jahr sind wir bei bei Greenwheels – und bislang sehr zufrieden. Im Vergleich zu früher geben wir fürs Autofahren weniger als die Hälfte aus. Das beinhaltet den monatlichen Beitrag von 40 bis 60 Euro für Greenwheels sowie die Kosten für einen Mietwagen im Urlaub. Gedanken über Umweltplaketten oder Versicherungen fallen weg. Wir würden uns wieder ein Auto kaufen, es muss aber bezahlbar und sparsam sein. Bei einem Fahrzeug, das zwei bis drei Liter verbraucht, würden wir sofort zugreifen."

"Ich leg den Autokauf auf Eis"

Duyga, Can und Begi Demir, Alter: 11, 10 und 31 Jahre, Beruf: Kellnerin, Familienstand: in Trennung, Auto: ehemals Golf IV, Baujahr: 1995, Kilometer pro Jahr: 12.000, Kfz-Steuer pro Jahr: 132 Euro, Versicherung pro Jahr: 800 Euro, Tankkosten im Monat: 110 Euro

Duyga, Can und Begi Demir schieben den Autokauf vor sich her – aus Kostengründen.

"Als ich mich vor drei Jahren von meinem Mann trennte, habe ich ihm unseren Golf IV mitgegeben. Als Mutter von zwei Kindern ist mir der Wagen einfach zu teuer. Am Anfang war es schwer, denn man kann nicht mehr spontan überall hin. Viele Freunde von mir wohnen außerhalb Hamburgs. Die besuche ich jetzt seltener, denn ich muss mir dafür immer einen Tag frei nehmen. Eigentlich wollte ich mir wieder ein Auto kaufen, das günstiger im Verbrauch ist. Doch in den letzten Jahren sind die Preise so rasant gestiegen, dass kann ich mir einfach nicht leisten. Die geplante, neue CO2-Steuer ist schon eine fiese Abzocke vom Staat. Es trifft mal wieder diejenigen in der Bevölkerung, die sowieso kaum Geld haben. Ich habe mich mittlerweile arrangiert, fahre Fahrrad und bei größeren Einkäufen nehme ich meinen Hackenporsche."

"Ich fahre jetzt Bahn"

Sabine Meiboom, Alter: 44 Jahre, Beruf: Krankenschwester, Familienstand: ledig, ein Kind, Auto: Opel Corsa, Baujahr: 1997, Kilometer pro Jahr: 16.000, Kfz-Steuer pro Jahr: 88 Euro, Versicherung pro Jahr: circa 420 Euro, Tankkosten im Monat: circa 200 Euro

Sabine Meiboom ist ihr alter Opel Corsa einfach zu teuer geworden. Jetzt fährt sie Bahn.

"Ich bin Krankenschwester und alleinerziehende Mutter. Da muss ich auf jeden Cent achten. Mit meinem alten Opel Corsa bin ich täglich 32 Kilometer vom Hamburger Umland in die Stadt gefahren, habe mehr als 50 Euro in der Woche für Sprit ausgegeben. Das war mir einfach zu teuer. Nun fahre ich Bahn. Da mein Arbeitgeber die Bahnkarte mitfinanziert, zahle ich nur knapp 45 Euro im Monat – eine Ersparnis von 75 Prozent! Natürlich war das eine ganz schöne Umstellung, denn jetzt brauche ich 15 Minuten länger zur Arbeit und muss mehrmals umsteigen. Mein Auto habe ich erstmal behalten, schon für meinen neunjährigen Sohn Christian. Aber auch wegen meiner Eltern, die weiter weg wohnen. Seit zwei Jahren habe ich ein Sparschwein fürs Auto. Mehr als 10.000 Euro könnte ich für einen neuen Wagen aber nicht ausgeben."

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Autor: Daniela Pemöller

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