Umstrukturierung des Tankstellenmarkts

Marke BP verschwindet vom Markt

Umstrukturierung des Tankstellenmarkts

— 16.10.2002

Marke BP verschwindet vom Markt

Jetzt geht es der grünen Marke BP an den Kragen. Die BP/Aral-Gruppe rüstet ihr Gesamtnetz auf blaue Aral-Stationen um.

Alles blau

Seit einem Jahr ist klar, dass der deutsche Tankstellenmarkt sich wandeln wird. Für die Autofahrer hat sich jedoch nicht viel geändert, seitdem Shell und DEA einerseits sowie BP und Aral andererseits sich zu großen Gruppen mit deutlich über 20 Prozent Marktanteil zusammengeschlossen haben.

Doch nun geht es richtig los: Die neue BP/Aral-Gruppe nimmt die grüne Marke BP vom Markt und rüstet ihr Gesamtnetz auf blaue Aral-Stationen um. "Bis Ende nächsten Jahres wollen wir fertig sein", sagt BP-Sprecher Ulrich Winkler.

Das Kartellamt hatte im Zuge der Fusionen Auflagen erteilt, um die beiden großen Anbieter auf dem deutschen Markt nicht zu stark werden zu lassen. Sie müssen sich von fest definierten Marktanteilen trennen. Shell/DEA hat bereits rund 280 Stationen in kleinen Paketen an mittelständische Tankstellenbetreiber verkauft und damit ein Drittel der Kartellamts-Auflagen abgearbeitet. "Wir setzen auf den Mittelstand", sagt Thomas Müller von Shell/DEA.

Bescheidene Gewinne

BP/Aral geht einen anderen Weg, um die Auflagen des Kartellamtes zu erfüllen. Die Gruppe hat ein Nordpaket aus 460 und ein Südpaket aus 340 Tankstellen geschnürt, die jeweils auf einen Rutsch verkauft werden sollen. Zumindest das Südpaket soll bald verkauft sein, meldet der Branchendienst EID. Als mögliche Käufer werden in der Branche immer wieder russische Konzerne wie Lukoil, Jukos und Tatneft genannt. ExxonMobil darf nach den Kartellamtsauflagen nicht kaufen, TotalFinaElf steht bislang abseits und ist wohl von den Angeboten nicht recht überzeugt.

Der Wettbewerb an den Zapfsäulen, so viel scheint sicher, bleibt hart. "Wir hatten in diesem Jahr schon 60 Preisbewegungen, mehr als im gesamten Vorjahr", sagt Winkler. Das sei ein Zeichen für funktionierenden Wettbewerb.

Europaweit liegen die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland im unteren Drittel, wenn die Steuern nicht eingerechnet werden. Erst mit den Steuern landet Deutschland unter den Top Fünf. Die Ertragssituation der Tankstellen hat sich gegenüber dem Vorjahr allerdings etwas gebessert; sie erwirtschaften wieder bescheidene Gewinne. Müller von Shell/DEA: "Die Verluste der Vorjahre konnte die Branche einfach nicht mehr durchhalten."

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.