Umweltschutz — 11.11.2011

Vernetzter Verkehr

Umweltfreundlicher geht es kaum: Carsharing, E-Autos, Busse, Straßenbahnen – und das alles miteinander vernetzt. Getestet wird diese moderne Welt im kommenden Jahr in Stuttgart.

Achtung, jetzt wird es futuristisch: Stuttgart wird zu einem "Living Lab für die Zukunft urbaner Mobilität" mit einer "multimodalen Vernetzung" verschiedener Verkehrssysteme. Noch Fragen? Was sperrig klingt, entwickelt bei genauerem Hinsehen einen bemerkenswerten Reiz: Es verbirgt sich dahinter eine Carsharing-Flotte von 500 elektrobetriebenen Kleinautos, die über ein breites Netz an Ladestationen verfügen kann. Sie ist zudem per Internet und App mit dem öffentlichen Nahverkehr verbunden. All das soll 2012 in Stuttgart als Pilotprojekt entstehen. Beteiligt sind Daimler mit seinem Mietwagen-Unternehmen Car2go, Energie-Multi EnBW, der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS), die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), das Land Baden-Württemberg sowie die Landeshauptstadt selbst. Angekündigt ist nicht weniger als die "größte Elektroauto-Flotte der Welt".

Übersicht: News und Tests zum Smart fortwo ED

Aber was ist genau geplant? • Daimler-Tochter Car2go (betreibt seit April 2011 in Hamburg erfolgreich eine Mietwagen-Flotte) bietet registrierten Kunden mehrere Hundert Smart fortwo ED zur spontanen Kurzmiete an. Offizielle Reichweite: 135 Kilometer. CO2-Emission (ohne Berücksichtigung der Stromherkunft): null. • Deutschlands drittgrößter Energieversorger EnBW stellt rund 500 öffentliche Ökostrom-Ladestationen samt Parkfläche bereit – auch für andere Elektroautos. • Handy-Apps helfen beim Koordinieren und Verbinden mit dem öffentlichen Nahverkehr. Das angestrebte Szenario: Herr X fährt mit Bus und Bahn vom Schloßgarten ins Parkhaus Albstraße in Degerloch und steigt dort zur Weiterreise in seinen Elektro-Smart, den er sich vorher mit seinem Smartphone gesichert hat. Und bezahlt alles mit einem Fahrschein.

Lesen Sie auch: Car2go startet in Hamburg

Utopie? Vielleicht. Noch. Aber in der Stadt von "Stuttgart21" keine schlechte. Das sehen auch das koordinierende grün-rote Land und die Region Stuttgart so. Sie wollen das Vorhaben zu einem Baustein ihrer Bewerbung für die Bundesinitiative "Nationale Plattform Elektromobilität" machen.

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