Umweltschutz-Aktion

Greenpeace führt Tempo 120 ein

Umweltschutz-Aktion

— 02.05.2007

Greenpeace führt Tempo 120 ein

Noch mehr Verwirrung im Schilderwald: Greenpeace will eigenmächtig 120-km/h-Schilder aufstellen. Das Bundesverkehrsministerium ist sauer.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will auf eigene Faust ein Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen einführen, um den CO2-Ausstoss der Pkw zu reduzieren. Für den Klimaschutz werden Aktivisten deswegen in den kommenden Wochen bundesweit Verkehrsschilder mit einer entsprechenden Geschwindigkeitsbeschränkung aufstellen. Ein allgemeines Tempolimit sei die schnellste und günstigste Maßnahme zur Reduzierung von Treibhausgasen im Verkehrsbereich. Dadurch könnten die Kohlendioxid-Emissionen von Pkw auf deutschen Autobahnen sofort um neun Prozent reduziert werden, sagen die Umweltschützer. Greenpeace werde damit in so genannter Geschäftsführung ohne Auftrag für Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee handeln.

Greenpeace fordert 120 km/h Tempolimit und will damit den C02-Ausstoß reduzieren.

Der Bundesverkehrsminister ist nur wenig erfreut über die Greenpeace-Aktion. "Das ist nichts als grober Unfug, der weit über das Ziel hinaus schießt", sagt Alexandra Dittmann, Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Durch eine derartige Geschwindigkeitsbegrenzung kann der CO2-Ausstoß auf Deutschlands Straßen nach Berechnungen des Verkehrsministeriums keineswegs um neun Prozent reduziert werden. "Mehr als zwei bis drei Prozent sind dadurch nicht drin", erklärt Dittmann. Aus diesem Grund setzt das Verkehrsministerium zu Reduzierung der CO2-Emissionen die Förderung technischer Neuentwicklungen. "Biosprit, Hybrid-Fahrzeuge, verbesserter Verbrennungsmotoren und CO2-reduzierende Antriebsaggregate sind die bessere Lösung", so Dittmann. Ein generelles Tempolimit könne den erhofften Erfolg nicht bringen.

Die Aktion von Greenpeace sei zudem illegal, da sie die Hoheitsrechte der Länder verletze. "Ob Greenpeace für die Aktion strafrechtlich verfolgt wird, ist Ländersache. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich. Die Schilder werden in jedem Fall sofort entfernt." Am 18. April 2007 hatten Umweltschützer bereits auf einem Teilstück der A5 bei Baden-Baden erstmals eigenmächtig eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt. "Die Aktionen sind nichts als reiner Populismus, denn zur CO2-Reduzierung sind sie völlig ungeeignet", ergänzt Dittmann.

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