Verkehrsschilder Umweltzone

Umweltzonen

— 30.09.2008

Startschuss für elf weitere Städte

In 13 deutschen Städten ist die Feinstaubplakette bereits Pflicht, jetzt ziehen elf weitere nach. Neben Frankfurt und München kommen ab dem 1. Oktober 2008 weite Teile des Ruhrgebiets hinzu.

Der 1. Oktober 2008 ist für viele Autofahrer ein wichtiger Tag. Denn ab diesem Datum treten in München und Frankfurt am Main sowie in weiten Teilen des Ruhrgebiets Umweltzonen in Kraft, und die farbigen Feinstaubplaketten an der Windschutzscheibe werden dort wie bereits in 13 an deren deutschen Städten Pflicht. Dazu gehören Berlin, Köln, Dortmund und Hannover und mehrere baden-württembergische Kommunen. In den kommenden Monaten sind weitere Umweltzonen geplant. In einem solchen Gebiet weist ein spezielles Verkehrsschild auf ein bestehendes Fahrverbot für bestimmte Fahrzeuggruppen hin. Auf einem Zusatzschild kann der Fahrer die in diesem Bereich zugelassenen Plaketten ablesen und weiß so, ob er in die Umweltzone hineinfahren darf oder nicht. Bei Verstößen drohen ein Bußgeld von 40 Euro und ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei.

Plakettenpflicht für alle: Auch Ausländer kommen nicht davon

Umweltzonen in Bochum, Bottrop, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim, Oberhausen und Recklinghausen.

Automobilverbände halten wenig von den Umweltzonen und sprechen von "Abzocke" der Autofahrer. Die Vergabe der Plakette richtet sich nach der Abgaseinstufung: Keine Plakette bekommen Pkw ohne geregelten Katalysator, Diesel-Pkw und Lkw nach Euronorm 1 oder schlechter. Die Automobilverbände weisen darauf hin, dass eine Nachrüstung von Partikelfiltern beim Diesel zu einer besseren Einstufung führen kann. Gleiches gilt für Benziner: Hier kann ein so genannter Kaltlaufregler eingebaut werden, um in eine bessere Schadstoffkategorie eingestuft zu werden. Grundsätzlich gilt die Plakettenpflicht in Umweltzonen für alle Pkw und Nutzfahrzeuge – unabhängig von der Antriebsart, also auch für Autogasfahrzeuge. Selbst im Ausland zugelassene Wagen benötigen eine Plakette, um in einer Umweltzone fahren zu dürfen.

Im Fahrzeugschein lässt sich die benötigte Plakette erkennen

Ausgenommen sind lediglich mobile Maschinen und Geräte, selbst fahrende Arbeits- und Landmaschinen, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, Mofas, Motorräder sowie die dreirädrigen Trikes. Auch Kraftfahrzeuge zum Transport von Behinderten, Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr sowie Oldtimer müssen keinen Aufkleber haben. Zudem kann es von Kommune zu Kommune Unterschiede für Anwohner und Gewerbetreibende geben, die individuell beantragt werden müssen. In den Fahrzeugpapieren kann der Halter erkennen, in welche Schadstoffgruppe sein Fahrzeug fällt. Entscheidend ist der sogenannte Emissionsschlüssel: Bei Papieren, die vor dem 1. Oktober 2005 ausgestellt worden sind, findet man diese Angabe im Feld "Schlüsselnummern zu 1" an der fünften und sechsten Stelle. Bei jüngeren Dokumenten ist der Schlüssel in der dritten und vierten Stelle des Feldes 14.1 enthalten.

Tabellen mit den entsprechenden Zuordnungen halten die Automobilverbände und Sachverständigenorganisationen auf ihren Internetseiten bereit. Ausgestellt werden die Plaketten von den Zulassungsbehörden und solchen Stellen, die eine Abgasuntersuchung (AU) durchführen dürfen. Für das Ausstellen benötigt der Prüfer lediglich die Fahrzeugpapiere im Original, das Auto muss nicht eigens vorgeführt werden. Außerdem gilt die Plakette solange, bis das Auto ein neues Kennzeichen – etwa nach einem Umzug in eine andere Stadt oder Verkauf des Wagens – bekommt. Wer seinen Diesel etwa mit einem Partikelfilter nachrüstet, sollte sich nach Möglichkeit auch schnell eine bessere Plakette zuteilen lassen.

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