Unfall-Studie aus Belgien

Unfall-Studie aus Belgien

— 13.10.2006

Lügt die Statistik?

Die offiziellen Angaben über die Zahl von Unfallopfern stimmen nicht, behauptet der belgische Wissenschaftler Johan De Mol.

Die offiziellen Angaben über die Zahl von Opfern bei Verkehrsunfällen stimmen nicht. Zu diesem Ergebnis ist der belgische Verkehrswissenschaftler Johan De Mol von der Universität Gent (Belgien) gekommen. In seiner Studie verglich De Mol die Angaben der Polizei mit denen umliegender Krankenhäuser. Danach behandelten die Hospitale in Belgien doppelt so viele Unfallopfer, wie in den Statistiken von Polizei und Justiz aufgeführt.

Vor allem Radfahrer, Fußgänger und Motorradfahrer würden deutlich öfter verletzt als bisher angenommen, so De Mol (siehe Kurzinterview). Lediglich in Großbritannien, Schweden und den Niederlanden stimmten die offiziellen Statistiken mit der tatsächlichen Situationen auf den Straßen überein, behauptet der Wissenschaftler.
Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gibt zu, dass viele Verletzte nicht in seinen Erhebungen auftauchen, weil zahlreiche Unfälle nicht polizeilich aufgenommen wurden oder Patienten erst am Tag nach dem Unfall zum Arzt oder ins Krankenhaus gingen.

Interview mit Verkehrswissenschaftler Johan De Mol

Ihre Untersuchung hat ergeben, dass in Belgien die Zahl der Unfallopfer deutlich höher ist, als in den Statistiken angegeben. Könnte das auch für Deutschland gelten? Da die Statistiker die Zahlen aufgrund der Polizeiangaben zusammentragen und nicht die Krankenhäuser befragen, trifft das sicherlich auch auf ihr Land zu.
Für 2005 hat das Statistische Bundesamt 438.804 im Straßenverkehr Verunglückte ausgewiesen. Wie hoch dürfte die tatsächliche Zahl sein? Die Zahlen der Getöteten und Schwerverletzten sind in der Regel korrekt. Doch bei den Leichtverletzten kann der angegebene Wert ruhig verdoppelt werden.
Welche verletzten Verkehrsteilnehmer werden von den Statistiken besonders übersehen? In Belgien war es zumindest so, dass Radfahrer fünfmal häufiger verletzt wurden, als offiziell gemeldet.

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