Fahrzeug im Winter

Unfallforschung

— 14.11.2007

ESP als Lebensretter

ESP in allen Fahrzeugen könnte Unfälle vermeiden helfen und Leben retten. Das behaupten die Kfz-Versicherer und fordern eine Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit dem Schleuderschutz.

Pro Jahr könnten 37.000 Unfälle mit Verletzten und 1100 Unfälle mit Getöteten in Deutschland vermieden oder zumindest in ihren Folgen abgeschwächt werden, wenn in allen Fahrzeugen ein elektronisches Stabilitätssystem (ESP) arbeiten würde. In den USA – wo der Schleuderschutz ab 2012 für alle neuen Autos Pflicht ist – gehen Experten von einem Rückgang der tödlichen Unfälle um 43 Prozent aus. US-Studien belegen auch, dass tödliche Alleinunfälle mit Überschlag durch ESP um 40 Prozent bei Pkw und sogar um 73 Prozent bei Geländewagen minimiert werden. Deshalb fordert die Unfallforschung der Versicherer (UDV), ESP auch in Deutschland in allen Neufahrzeugen zu verbauen. Dazu hat der Verband untersucht, für welche Modelle in Deutschland ESP verfügbar ist: Insgesamt nahmen die Experten 279 Modellreihen mit rund 1800 Modellen von 38 auf dem deutschen Markt angebotenen Automarken auf ihren ESP-Ausrüstungsgrad hin unter die Lupe. Danach haben 64 Prozent (Vorjahr 58 Prozent) der in Deutschland im Oktober 2007 erhältlichen Fahrzeugmodellreihen serienmäßig ESP an Bord. 14 Prozent (Vorjahr 20 Prozent) aller neuen Modellreihen sind gar nicht mit dem Sicherheitsfeature erhältlich.

Für Kleinwagen gibt es oft kein ESP

Und die UDV nannte auch die aus ihrer Sicht schwarzen Schafe: "Gerade bei den Minis und den so genannten Utilities (VW Caddy, Citroën Berlingo), sowie bei den Herstellern Chevrolet, Dacia, Daihatsu, Fiat, Subaru und Suzuki gibt es enorme Lücken im ESP-Angebot", heißt es in dem Bericht. Derzeit würden 77 Prozent aller Neufahrzeuge in Deutschland mit ESP geordert, aber gerade kleine Fahrzeuge oder ältere Gebrauchtwagen würden häufig von der Risikogruppe "Junge Fahrer" bewegt. Eine 100-prozentige ESP-Ausrüstungsrate bei Neufahrzeugen könnte laut UDV dazu führen, dass innerhalb weniger Jahre ausreichend gebrauchte Autos auch für junge Fahrer bereit stünden. Kritisch sieht die UDV auch die Aufpreispolitik der Hersteller für ESP. Mindestens 350 Euro (Fiat 500 1.2 8V Sport) müssten Neuwagenkäufer in Deutschland für das Sicherheitsfeature bei manchen Herstellern bezahlen. Andere verlangten aber auch 650 Euro (Honda Jazz 1.4 Style). Zum Teil ist ESP nur in teuren Modellen oder Ausstattungspaketen erhältlich. Als Folge griffen gerade die oft jüngeren Käufer von Kleinwagen nicht zum elektronischen Lebensretter. Für alle, die auf Nummer sicher gehen wollen: Auf der Internetseite udv.de informiert eine Datenbank über die ESP-Verfügbarkeit aller Modelle in Deutschland.

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