Unimog-Ende in Gaggenau

Unimog-Ende in Gaggenau

— 02.08.2002

Der Benz fürs Grobe

Das Ende einer mehr als 50-jährigen Tradition: In Gaggenau lief das letzte Universale Motorgerät, kurz Unimog, vom Band.

Im DaimlerChrysler-Werk Gaggenau bei Rastatt ist am Freitag nach 51 Produktionsjahren der letzte Unimog vom Band gelaufen. Von dem geländegängigen Allzwecklastwagen wurden bislang über 320.000 Exemplare gebaut. Vom 26. August an wird die Unimog-Produktion nach Angaben von DaimlerChrysler im südpfälzischen Wörth fortgesetzt. In Gaggenau soll die Produktion manueller und automatischer Schaltgetriebe für verschiedene Mercedes-Benz-Baureihen ausgebaut werden. Von den insgesamt rund 6500 Mitarbeitern in Gaggenau waren zuletzt etwa 700 mit der Herstellung des Unimogs befasst. Die anderen sind in den Sparten Getriebe, Achsen und Komponenten tätig.

Bereits im Herbst 1945 hatte Unimog-Erfinder Albrecht Friedrich erste Zeichnungen für ein landwirtschaftliches Fahrzeug angefertigt. Schon die ersten Fahrversuche überzeugten alle Zweifler des Projekts: Das Unikum meisterte die tiefsten Schlammlöcher, fuhr bis 50 km/h schnell, besaß einen Allradantrieb mit Differenzialsperren vorn und hinten und eine 1,5 Quadratmeter goße Ladefläche mit einer Nutzlast von einer Tonne. Die Serienproduktion des Unimogs begann 1948 beim Maschinenbauunternehmen Gebrüder Boehringer in Göppingen. Innerhalb von zwei Jahren wurden dort 600 Exemplare des Geländewagens gebaut. Im Herbst 1950 übernahm Daimler-Benz das Unimog-Geschäft. Seit Juni 1951 wurde das Fahrzeug in Gaggenau gebaut. Dank seiner Allzweckeigenschaften und bis zu 3000 möglichen Anbaugeräten erwarb es sich einen Ruf als "eierlegende Wollmilchsau".

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