Unisex: EU-Urteil zu Versicherungen

— 04.03.2011

Gleiche Tarife für Männer und Frauen

Nach einem EU-Urteil sind unterschiedliche Prämien für Männer und Frauen diskriminierend – und von Ende 2012 an verboten. Für viele Versicherte könnte die Kfz-Versicherung dann teurer werden.

Männlich oder weiblich? Beim Abschluss eines Versicherungsvertrages entscheidet diese Frage über viel Geld. Junge Frauen können ihren Wagen günstiger versichern als junge Männer, weil sie seltener Unfälle bauen. Für Rentenversicherungen müssen sie dagegen mehr zahlen, weil sie statistisch gesehen länger leben. Mit solchen Unterschieden nach Geschlecht ist es aber bald vorbei: Der Europäische Gerichtshof wertet sie als diskriminierend und schreibt ab Ende 2012 den Versicherungen Unisex-Tarife vor. Auf Preissenkungen dürften die meisten Versicherten aber vergeblich hoffen. "Klar ist, dass das Urteil Versicherungen verteuern wird", sagte der Vorstandschef der Allianz Deutschland, Markus Rieß, in München. Ganz im Gegensatz zu den Richtern hält er einheitliche Tarife für Männer und Frauen für ungerecht. Denn obwohl junge Frauen seltener Unfälle haben, müssten sie dann den gleichen Beitrag für die Auto-Haftpflicht wie junge Männer zahlen, schreibt Rieß in der "Euro am Sonntag".

Ihre passende Kfz-Versicherung!

Derzeit muss ein 18-jähriger Fahranfänger aus Berlin mit einem VW Golf, der höchstens 9.000 Kilometer pro Jahr fährt, bis zu ein Viertel mehr für die Autoversicherung berappen als eine gleichaltrige Frau: Statt 915,18 Euro fallen 1204,53 Euro Jahresbeitrag an, wie eine Beispielrechnung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt. Unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen gibt es nach einer EU-Studie in praktisch allen 27 Mitgliedsstaaten. "Das Geschlecht ist ein ganz wesentlicher Faktor für Benachteiligung", heißt es in der Studie. Die höchsten europäischen Richter haben der Diskriminierung in der Versicherungsbranche nun einen Riegel vorgeschoben – und möglicherweise den Weg für neue Ungerechtigkeiten bereitet. Bei Neuverträgen muss von Ende 2012 an zwar jeder gleich viel bezahlen. "Das heißt aber nicht notwendig, dass er am Ende gerechter behandelt wird", sagt GDV-Sprecherin Una Großmann. Denn bei der Rentenversicherungen zahlten Frauen und Männer künftig den gleichen Beitrag, am Ende bekämen Männer aber wegen ihrer geringeren Lebenserwartung im Schnitt weniger Rente heraus als Frauen. Für die Kfz-Haftpflichtversicherung könnte es bedeuten, dass junge Frauen höhere Beiträge zahlen müssen – obwohl sie vorsichtiger Auto fahren. (dpa/de) 

Oben in der Bildergalerie: Die wichtigsten Fakten zum Urteil!



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Kommentare zum Artikel (1)

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Marcus
17.10.2011, 05:25Uhr

Finde ich eine Freschheit das solche Unterschiede gemacht werden!!!

Fast alle Frauen die ich kenne haben regelmäßig Unfälle und oder fahren einfach irgendwo gegen und Männer wo mal ganz ehrlich mehr auf ihr Auto achten habe ich nicht einmal ansatzweise soviele Unfälle gesehen!!!

Man sollte den VErsicherungen mal ganz klar einen Riegel vor den ganzen Müll schieben!!!

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