Ratgeber: Hauptfälligkeit in der Kfz-Versicherung

Unterjährige Laufzeit in der Kfz-Versicherung

— 25.01.2017

Unterjährige Laufzeit ist selten ein Vorteil

Jeder Versicherungsvertrag hat ein Fälligkeitsdatum. Davon hängt unter anderem ab, wann er gekündigt werden kann – meistens zum Jahresende. Es gibt aber auch Verträge mit einer unterjährigen Laufzeit. Was ist dabei zu beachten?

Fast jeder Versicherungsvertrag hat eine gewisse Laufzeit und muss, wenn er sich nicht automatisch verlängern soll, rechtzeitig gekündigt werden. Um diesen Termin nicht zu verpassen, muss man wissen, wann der Vertrag ausläuft – doch das ist nicht bei allen Versicherungsverträgen gleich.

Was bedeutet Hauptfälligkeit?

Hauptfälligkeit, das klingt schon nach Bürokratie. Und genau damit hat es zu tun: Mit dem etwas sperrigen Begriff wird das Datum bezeichnet, zu dem ein Vertrag ausläuft. In der Kfz-Versicherung ist das seit einiger Zeit üblicherweise der 31. Dezember – im ersten Jahr läuft der Vertrag also in der Regel keine vollen zwölf Monate. Wird er nicht gekündigt, verlängert er sich ab dem 1. Januar um ein weiteres Jahr. Jeweils zur Hauptfälligkeit ist dann auch der nächste Beitrag zu entrichten. Inzwischen bieten immer mehr Versicherungen Verträge mit einer sogenannten unterjährigen Laufzeit (bzw. unterjähriger Hauptfälligkeit) an. Wird ein Vertrag beispielsweise am 18. März abgeschlossen, läuft er bis zum 17. März des Folgejahres. Das war, bevor sich die Versicherer auf den 31. Dezember einigten, üblich und ist auch bei vielen anderen Versicherungsverträgen, zum Beispiel Hausrat oder Unfallversicherung, Standard.

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Beeinflusst die Hauptfälligkeit die Kündigungsfrist?

Wann eine Kfz-Versicherung ausläuft, hat dagegen keine Auswirkung auf die Kündigungsfrist. Ordnungsgemäß muss der Versicherungsvertrag mindestens vier Wochen vor der Hauptfälligkeit gekündigt werden, in der Regel also zum 30.11. Hat man eine unterjährige Hauptfälligkeit vereinbart, ist der letztmögliche Kündigungstermin entsprechend vier Wochen zuvor.
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Hat eine unterjährige Hauptfälligkeit Vorteile?

Video: Kfz-Versicherung (2017)

10 Tipps zum Versicherungswechsel

Manche Versicherung versuchen, den Kunden die unterjährige Hauptfälligkeit mit dem Argument schmackhaft zu machen, dass so nicht noch ein Versicherungsbeitrag zu Beginn des Jahres fällig und abgebucht wird. Außerdem kann es unter Umständen sein, dass der eigene Versicherungsvertreter in der "heißen Phase" vor dem 30.11. nicht besonders viel Zeit für ein Beratungsgespräch hat, da zu diesem Zeitpunkt viele Verträge gekündigt oder umgestellt werden. Abgesehen davon profitieren aber vor allem die Versicherer von der unterjährigen Hauptfälligkeit. Denn: Da eben die meisten Verträge zum 31.12. auslaufen, umgarnen die Assekuranzen Kunden in der Regel immer kurz vor dem 30.11. mit besonders günstige Beiträgen. Mit dieser Rabattschlacht versuchen die Versicherungen, Kunden von anderen Gesellschaften abzuwerben. Wer seinen Vertrag zum 30.11. kündigen kann, kann beim Versicherungswechsel von diesem Preiskampf profitieren. Hat man allerdings eine unterjährige Fälligkeit vereinbart, kann man diese Niedrigpreisphase nicht für sich nutzen.

Auswirkungen auf den Schadenfreiheitsrabatt?

Wer mit seinem Wagen unfallfrei fährt, profitiert in der Haftpflicht und (wenn vorhanden) in der Vollkasko von einem Schadenfreiheitsrabatt. Dieser Nachlass wird, wenn kein Schaden reguliert werden musste, jedes Jahr höher – und zwar immer zum 1. Januar. Von der höheren Schadenfreiheitsklasse profitiert der Kunde aber erst mit der nächsten Beitragszahlung, und die kann bei unterjähriger Hauptfälligkeit und jährlicher Zahlungsweise erst deutlich nach dem 1. Januar fällig sein. Autofahrer sind also schon wegen des Schadenfreiheitsrabatts gut beraten, die Hauptfälligkeit auf den 31.12. zu legen. So kann man sich unter Umständen im ersten Jahr schon nach weniger als zwölf Monaten auf einen niedrigeren Beitrag freuen. Aber: In der Regel muss der Vertrag mindestens sechs Monate und einen Tag bestehen, um zum Jahreswechsel von einem höheren Rabatt profitieren zu können. Tipp: Wer eine Kfz-Versicherung neu abschließt und die nötige Mindestlaufzeit knapp verfehlt, hat meistens die Möglichkeit, den Vertrag ein paar Tage oder Wochen zurückzudatieren. Für diese Zeit werden zwar Beiträge fällig, doch lohnt sich die Investition oft durch eine schnellere Verbesserung des Schadenfreiheitsrabatts. Hat man bis zum 31.12. allerdings einen Schaden, sind der höhere Rabatt und der extra bezahlte Beitrag dahin.

Hat die Zahlungsweise was mit der Hauptfälligkeit zu tun?

Nein, egal zu welchem Termin der Vertrag ausläuft, kann man mit der Versicherung individuelle Zahlungsmodalitäten vereinbaren, in der Regel also monatlich, viertel- oder halbjährlich oder einmal im Jahr. Am günstigsten fährt man fast immer mit der jährlichen Zahlungsweise. Aber: Umgekehrt hat die Zahlungsweise keinen Einfluss auf den Kündigungszeitpunkt. Auch wer monatlich zahlt, kann nur einmal im Jahr, zur Hauptfälligkeit, den Vertrag beenden.

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Autor: Michael Gebhardt

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