Update Bugatti 16C Galibier

Update Bugatti 16C Galibier

— 11.11.2009

Bugattis Beverly Hills Coup

Bugatti geht neue Wege: Der 16C Galibier wird nur noch potenziellen Kunden und "Meinungsmachern" gezeigt. Jetzt durften sich die Reichsten der Reichen in Los Angeles um die stärkste Limousine der Welt scharren.

Schnöde Automessen sind nichts für die "exklusivste Limousine der Welt". Auf der IAA 2009 fehlte der jüngste Wurf von Bugatti: Der 16C Galibier wurde stattdessen im September 2009 erstmals am Firmensitz im Molsheim einigen Ausgewählten vorgeführt. Aber auch in den sanften Hügeln Hollywoods sitzen wichtige und vor allem finanziell unabhängige Menschen. Deshalb hatte der Viertürer jetzt seinen zweiten großen Auftritt vor "Kunden und Meinungsmachern", damit die ihre konkreten Wünsche mit in den weiteren Entwicklungsweg eingebracht werden können. Denn der 16C Galibier soll nur eine von diversen Studien sein, auf dessen Basis sich die Kunden ihren individuellen Bugatti zusammenstellen können. 

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Carbon trifft Aluminium. Trotz bleibt der 16C Galibier ein Schwergewicht.

Historisches Vorbild für den Galibier ist der Bugatti 57 Atlantic von 1938. Kommt eben alles wieder. Auch der Haarschnitt: Wie der Atlantic trägt der Galibier einen markanten Irokesen-Kamm über die gesamte Karosserie. Wie bei Vorkriegsmodellen üblich besteht die Motorhaube aus zwei Flügeln, öffnet heute aber elektrisch mit präzisem Spindelantrieb. Diskussionen dürfte die Heckgestaltung auslösen. Sie ähnelt dem rundlichen Hintern des Porsche Panamera und zeigt große Verwandtschaft mit der D1-Studie, die Volkswagen auf der IAA 1999 präsentierte. Na ja, mit Bugatti bleibt der Entwurf wenigstens in der VW-Familie. Obwohl die Karosserie aus Carbon handgefertigt wird, beträgt das Leergewicht über zwei Tonnen. Selbst Leichtbautüren und -kotflügel aus Aluminium können daran nichts ändern.

Ethanol-Betrieb für das grüne Gewissen

Die Schweizer Edelmanufaktur Parmigiani steuert die Uhr für das Interieur bei, die auch am Handgelenk getragen werden kann.

Für Vortrieb sorgt der 16-Zylinder aus dem zweisitzigen Veyron. In der Limousine kann das Triebwerk sogar noch mehr. Denn es lässt sich wahlweise mit Benzin oder Ethanol betreiben – ein Öko-Feigenblatt. Mehr nicht. Um das Ansprechverhalten bei niedrigen Drehzahlen zu verbessern, wird der Achtliter-W-Motor statt von vier Turbos von zwei Kompressoren aufgeladen. Trotz Tsunami-Drehmoments im Keller wollte Bugatti nicht auf den PS-Rekord für Serienlimousinen verzichten. 800 bis 900 PS sind eingeplant. Mindestens. Der Tacho reicht vorsorglich bis 420 km/h. Logisch: So viel Kraft schreit nach Gewaltenteilung per Allradantrieb. Ob der Galibier das Doppelkupplungsgetriebe des Veyron oder eher einen Siebenstufen-Wandlerautomaten erhält, müssen allerdings Fahrtests zeigen.

Edeluhr für Mensch und Auto

Innen macht die Bugatti-Limousine natürlich auf Exklusiv-Lounge. Die breite Mittelkonsole aus glänzendem Vavona-Holz spiegelt sich als Konsolenleiste im Dachhimmel. Ansonsten zeigt das Interieur ein extrem reduziertes Ambiente. Nur Klimaregler, das frei programmierbare Fahrerdisplay und zwei Rundinstrumente unterbrechen die glatten Flächen. Links zeigt der Powermeter, wie viel PS der Motor gerade abgibt, rechts sitzt der Tacho. Besonderer Cockpit-Clou: eine Parmigiani-Armbanduhr aus der Schweiz. Das Modell Reverso Tourbillon ist dank des raffiniert gestalteten Lederbands herausnehmbar. So lässt sich jederzeit ein Stück Bugatti am Handgelenk tragen. Ob und wann der Galibier in Produktion geht, will VW Anfang 2010 entscheiden. Der Gipfel des Automobilbaus trägt im Namen übrigens nicht nur der legendären Vorgänger, sondern auch den Namen eines Alpenpasses, der als einer der schwersten der Tour de France gilt. Wie passend.

Autoren: , Roland Wildberg

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