Audis verkokte Kolben

Update: Ölverbrauch 1.8 TFSI und 2.0 TFSI

— 07.04.2017

Audis verkokte Kolben

Im AUTO BILD-Kummerkasten häufen sich Beschwerden über ölfressende TFSI-Motoren von Audi. Ein Motoreninstandsetzer bietet eine Lösung an.

Bis zu zweieinhalb Liter Öl auf 1000 Kilometer – einige Fahrer von Audi-Modellen mit 1.8- und 2.0-TFSI-Motoren (EA888, 2008 bis Mitte 2011) füllen Öl fast so häufig ein wie Benzin. Inzwischen machen die Ölfresser-TFSI, die auch bei anderen VW-Marken zum Einsatz kamen, den größten Anteil der Audi-Fälle im AUTO BILD-Kummerkasten aus. Seit Bekanntwerden der Probleme (AUTO BILD 11/2015) sind rund 80 neue Fälle hinzugekommen. Die Verbrauchsangaben schwanken zwischen 0,7 und 2,5 Liter auf 1000 Kilometer bei Laufleistungen von 50.000 bis 110.000 Kilometern.
1000 Euro für Nachfüll-Öl im Jahr: Audis Versuchskaninchen

Ist Ihr Auto auch betroffen?
Zählen auch Sie zu den betroffenen TFSI- oder TSI-Besitzern, deren Autos einen stark erhöhten Ölverbrauch aufweisen? Dann würde uns interessieren, wie Ihre Vertragswerkstatt mit dem Fall umgeht. Konfrontieren Sie ihre Werkstatt mit unserem Artikel, und schildern Sie uns Ihre Erfahrungen im AUTO BILD-Kummerkasten. Das Artikel-PDF steht unter dieser Info-Box zum Download für Sie bereit. Darunter finden Sie den Link zum Kummerkasten.
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Untersuchungen deuten auf einen Konstruktionsfehler hin

Der unterste Ring ist der Ölabstreifring. Die Drainagebohrungen sind rechts nicht sichtbar, links wurden sie freigekratzt.

2015 erklärte Audi, der "in Einzelfällen" erhöhte Ölverbrauch sei auch auf "ungünstige Toleranzen bei der Bauteile-Serienfertigung" zurückzuführen. Mit "eingeengten Fertigungstoleranzen am Kolben und an den Kolbenringen" habe man das aber in den Griff bekommen. Nur damit? Oder lag gar ein Konstruktionsfehler am Ölabstreifring vor, den Audi nachträglich beheben wollte? Einige Indizien sprechen für Letzteres. Dieser Ring zieht das für die Schmierung von Kolben und Zylinderwand nötige Öl ab und leitet es durch Bohrungen im Ring über das Kolbeninnere in die Ölwanne ab. Ist dieser Abtransport nicht vollständig, bleibt Öl im Brennraum und sorgt für Verkokungen, die sich auch auf dem Kolbenboden und in den Bohrungen des Abstreifrings absetzen können. Die Folge: Der Abtransport wird immer schlechter, die Verkokungen nehmen immer schneller zu. Entsprechend steigt auch der Ölverbrauch erst langsam und dann immer schneller.
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Instandsetzer bietet Lösung mit neuem Kolbenring an

Ölabstreifringe im Vergleich: Links das Original ab Werk, in der Mitte die Reparaturlösung von Audi und rechts die Reparaturlösung vom Instandsetzer.

Genau so beschreiben auch die meisten Betroffenen den Verlauf. "Diese kleinen Bohrungen sind bei den von uns geprüften Ringen meist vollkommen zugesetzt", sagt auch Reinhard Scheuerlein aus Ansbach in Bayern. Dem Motoreninstandsetzer fiel die erhöhte Zahl defekter EA888-Kolben schon vor drei Jahren auf. Und dass Audi zwischenzeitlich sowohl die Höhe als auch die Bohrungen vergrößerte. Doch nicht genug, so Scheuerlein. Sein Reparatursatz hat darum einen drei Millimeter hohen Ring mit effektiverem Wellenmuster. 300 seiner Sätze habe er in den vergangenen drei Jahren verkauft, sagt Scheuerlein. Bislang ohne Reklamationen. Weil seine Lösung, anders als eine Reparatur nach Audi-Vorgaben, ohne neue Pleuel auskommt, spare der Kunde zudem noch bis zu 1000 Euro der gut 5000 Euro teuren Reparatur.

Audis Reaktion – eine Ohrfeige für alle Betroffenen

Udo Rügheimer von der Audi AG "kann keinen Grund erkennen, der es erforderlich macht, Ihnen derartige Details aus dem Servicebereich zu beschaffen".

Audi äußerte sich zunächst auf Nachfrage weder zur Größe der Bohrungen noch zu den Gründen für die Verbreiterung des Abstreifrings. Die Begründung: Man wolle "derartige Details aus dem Servicebereich" nicht offenlegen. Eine Ohrfeige für alle hierzulande Betroffenen – die Kunden zweiter Klasse sind: In den USA hat Audi 2014 zugestimmt, 129.000 Autos kostenlos nachzubessern sowie die Garantie auf bis zu acht Jahre zu verlängern. Inzwischen hat Audi zumindest zugegeben, dass seit dem Spätsommer 2015 bei der Reparatur der EA888-Motoren auch ein gewellter Ölabstreifring zum Einsatz kommt. Und dieser Ring ähnelt dem Modell, das auch Firma Scheuerlein bei der Instandsetzung verwendet.

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