Urlaubsgepäck

Wer falsch packt, hat ein Rad ab Wer falsch packt, hat ein Rad ab

Urlaubsgepäck

— 29.07.2003

Wer falsch packt, hat ein Rad ab

Und an den Folgen schwer zu tragen. Wenn er sie denn überhaupt überlebt. Ein Crashtest demonstriert, was Gedankenlosigkeit beim Beladen anrichten kann.

Kinder auf der Hutablage?

Surfbrett, Fahrrad, Garten-Grill – wer mit dem Auto in den Urlaub steuert, nimmt gerne viel Gepäck mit. Den Beweis liefert eine Fahrt mit offenen Augen über unsere Autobahnen, gerade jetzt zur Reisezeit: beladene Autos, nicht selten offensichtlich auch überladene, wohin man schaut.

Doch was vordergründig wie ein schlecht organisierter Umzug aussieht, endet in vielen Fällen mit der falschen Adresse: Krankenhaus. Unfallursache: falsch geladen. Was dann bei einem Auffahrunfall passieren kann, hat der Deutsche Kraftfahrzeug Überwachungsverein (DEKRA) eindrucksvoll demonstriert. Die Testkandidaten, ein Fiat Uno und ein Opel Corsa, sind zwar beide nicht mehr taufrisch, doch das spielt bei diesem Test keine Rolle, denn vor den Gesetzen der Physik sind alle Autos gleich.

Der Opel bekam die Hauptrolle, er wurde vorsätzlich konsequent falsch beladen. Surfbrett und Fahrräder auf den billigen Baumarkt-Dachträger, der eiserne Grill nebst dem Karton Getränkedosen passt ja so wunderbar auf die Hutablage. Übertrieben? Mitnichten. Beobachtungen der Experten der DEKRA belegen die verbreitete Gedankenlosigkeit des Packens. Ein Insider: "Es gibt sogar Urlauber, die ihre Kinder und Hunde auf der Hutablage 2000 km bis nach Spanien transportieren."

Ein Grill wird zur Kanonenkugel

Sie alle sollten sich diese Szene vor Augen halten: Mit nur 48 km/h fährt der beladene Opel gegen den stehenden Fiat. Nur 48 km/h. Doch welche Kraft dabei frei wird, registrieren unsere Kameras aus sicherer Entfernung: Das Surfbrett kommt mit einem gewaltigen Knall etwa 25 Meter nach der Unfallstelle zum Liegen, Getränkedosen und -flaschen knallen durch den Innenraum gegen die Windschutzscheibe und zerstören sie komplett, und der Eisen-Grill im grauen Karton entwickelt die Kraft einer Kanonenkugel.

Die hier das Cockpit trifft, im Ernstfall hätte es der Fahrer oder Beifahrer sein können... Eisenhaltig auch die Luft für unschuldige Passanten: Die beiden Fahrräder reißen sich beim Aufprall vom Dachträger los, ein Rad fliegt im hohen Bogen auf die Straße, ein anderes bleibt am Auto hängen. Urteil der DEKRA-Experten: In einem modernen, korrekt beladenen Kleinwagen hätte der Fahrer den Aufprall durchaus überlebt.

Doch ABS, Airbag oder aufwändig konstruierte Knautschzonen sind wirkungslos, wenn das Gepäck nicht gesichert ist. Dabei ist die Schlacht im Innenraum einfach zu vermeiden: keine schweren Gegenstände auf die Hutablage, keine Knauserigkeit bei der Auswahl des Dachträgers. Zahlreiche Autohersteller bieten spezielle Trägersysteme für ihre Fahrzeuge an, die crasherprobt und damit sicher sind – korrekte Montage vorausgesetzt.

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