Urteil der Woche

Urteil der Woche

— 14.09.2005

Versicherung im Verzug

Innerhalb von 14 Tagen muß die Versicherung einen Schaden regulieren – sonst darf der Gegner vor Gericht ziehen.

Eine Frist von zwei Wochen muß für Kfz-Versicherungen ausreichen, um einen Schaden zu regulieren. Wenn getrödelt wird, darf der Gegner klagen und die Mehrkosten in Rechnung stellen. Von diesem Urteil des Amtsgerichts Erlangen berichten die Verkehrsanwälte (30. März 2005, Az. 1 C 1787/04).

Im Beispielfall hatte der geschädigte Autofahrer der gegnerischen Versicherung eine Frist von zwei Wochen gesetzt, um den Schaden zu begleichen. Obwohl die Schuldfrage längst geklärt war, reagierte der Versicherer zunächst nicht und überwies erst neun Tage nach Fristablauf einen Betrag, der allerdings unter der geforderten Summe lag. Da hatte der Geschädigte jedoch schon Klage erhoben.

Recht so, bestätigte das Amtsgericht Erlangen. Die gesetzte Frist sei – trotz Urlaubszeit – "nicht unverhältnismäßig" gewesen. Die Versicherung habe noch nicht einmal mit einer Eingangsbestätigung reagiert, auch die Bitte um eine Fristverlängerung wäre möglich gewesen. Da beides nicht geschehen sei, habe der Geschädigte davon ausgehen können, daß er ohne Klage nicht zu seinem Recht komme. Im Endeffekt mußte die Versicherung schließlich auch die Mehrkosten des Verfahrens tragen.

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Autor: Michael Voß

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