Urteil: 150.000 Euro für Klebe-Kennzeichen

Urteil wegen Klebe-Kennzeichen: 150.000 Euro Bußgeld

— 26.11.2015

Unternehmer entgeht Millionenstrafe

Das Verfahren gegen den Unternehmer Michael Stoschek endet mit einer sechsstelligen Geldauflage. Der Mann war mit illegalen Klebekennzeichen am Porsche unterwegs gewesen.

(dpa/kbe) Im Verfahren wegen des Führens unerlaubter Klebekennzeichen für seinen Porsche ist der Unternehmer Michael Stoschek einer Millionenstrafe entgangen. Der Prozess gegen ihn wurde am Mittwoch (25. November 2015) eingestellt. Letztlich schrumpfte die von der Staatsanwaltschaft angepeilte Geldstrafe von 1,65 Millionen Euro zu einem Bußgeld von 150.000 Euro.
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Stoschek war Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauch vorgeworfen worden. Am Amtsgericht Coburg einigten sich Verteidiger und Staatsanwaltschaft nun auf das Bußgeld. Ein Großteil der 150.000 Euro soll an die Welthungerhilfe gehen. Der Chef des Autozulieferes Brose hatte den zunächst verhängten Strafbefehl über 55 Tagessätze zu 30.000 Euro (insgesamt 1,65 Millionen Euro) nicht akzeptiert, weshalb es zur Verhandlung kam. Die Geldstrafe orientiert sich an Einkünften und Vermögen des Angeklagten.
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Vor Gericht räumte Michael Stoschek ein, für seinen Porsche Nummernschilder zum Aufkleben besorgt zu haben. Als Grund nannte er ästhetische Gründen, weil das amtliche Nummernschild zu groß gewesen sei. Zudem hätte es den Kühler teilweise verdeckt, was dem Motor hätte schaden können, sagte er. Dass er damit gegen das Gesetz verstoßen haben soll, sei ihm nie bewusst gewesen. "Wir waren sechs Jahre ohne Beanstandung in Coburg und anderen Städten unterwegs", sagte Stoschek.
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Im April 2013 jedoch, so die Anklage, schritt die Polizei in Coburg ein. Damit begann der Streit, der in den ursprünglichen Strafbefehl über 1,65 Millionen Euro mündete. Ein Verteidiger von Stoschek sagte dazu, die Staatsanwaltschaft habe in dem Fall "jegliches Maß verloren". Sie habe sich über die Person seines Mandanten profilieren wollen und entlastende Beweismittel ausgeblendet. Oberstaatsanwalt Martin Dippold weist die Vorwürfe zurück. Man habe Stoschek viele Möglichkeiten gegeben, zu einer Einigung zu kommen. Doch auch nach Ende der Verhandlung machen Stoschek und seine Anwälte keinen Hehl daraus, dass sie die ganze Sache für einen „politischen Prozess” halten und für eine "Machtdemonstration" der Staatsanwaltschaft. Der Unternehmer spricht von einem "Promi-Malus".

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