Pendlerpauschale

Urteil zur Pendlerpauschale

— 24.01.2008

Steuer-Wirrwarr

Der Bundesfinanzhof hat die Kürzung der Pendlerpauschale für verfassungswidrig erklärt. Nun entscheidet das Bundesverfassungsgericht. BILD erklärt, was sich alles ändern kann.

Berufspendler können auf Steuerrückerstattungen für 2007 und künftig mehr Netto hoffen! Am Mittwoch (23. Januar) hat der Bundesfinanzhof (BFH) die seit Anfang 2007 geltende Kürzung der Pendlerpauschale für verfassungswidrig erklärt. In den kommenden Monaten wird das Bundesverfassungsgericht endgültig darüber entscheiden, ob die Kürzung rückgängig gemacht werden muss. Was das neue Urteil im Einzelnen bedeutet – BILD klärt die wichtigsten Fragen.

Worüber wurde entschieden?

Entschieden wurde über die weitgehende Streichung der sogenannten Pendlerpauschale, die die Große Koalition beschlossen hatte. Bis Ende 2006 konnten alle Beschäftigten den einfachen Weg zur Arbeit mit 30 Cent pro Kilometer und Tag von der Steuer absetzen. Seit Anfang 2007 ist das nur noch ab dem 21. Kilometer möglich. Ungefähr acht Millionen der rund 20 Millionen Berufspendler blieben daher auf ihren Fahrtkosten sitzen. Die Folge: Wer zum Beispiel einen Arbeitsweg von 34 Kilometern hat, musste bei 1500 Euro Nettoverdienst und 30 Prozent Steuersatz eine Mehrbelastung von 437 Euro jährlich hinnehmen.

Bekomme ich jetzt Geld vom Finanzamt zurück?

Zwei Dinge sind für alle Pendler wichtig: Für 2007: Wer jetzt seine Steuererklärung für das vergangene Jahr macht, sollte seine Fahrten wie bisher als Werbungskosten angeben. Zwar werden die Finanzämter diese erst anerkennen, wenn das Bundesverfassungsgericht endgültig über die Pendlerpauschale geurteilt hat. Aber: Bund und Länder haben vereinbart, dass die Steuerbescheide in diesem Punkt nur "vorläufig" sind. Entscheidet also das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zugunsten der Pendler, wird die Steuer zurückerstattet. Für 2008: Wer im laufenden Jahr Steuern sparen möchte, kann sich seine Fahrtkosten auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Das geht allerdings nur, wenn die Werbungskosten im Jahr über 1500 Euro liegen. Wer ausschließlich seine Fahrtkosten absetzen kann, muss einen Arbeitsweg von mindestens 24 Kilometern haben. Wichtig: Falls das Verfassungsgericht die Kürzung der Pendlerpauschale für rechtmäßig erklären sollte, müssen die im laufenden Jahr eingesparten Steuern plus Zinsen wieder ans Finanzamt zurückgezahlt werden.

Profitieren nur Autofahrer?

Nein. Die Pendlerpauschale gilt für alle – egal, ob sie mit dem Bus, dem Motorrad oder zu Fuß zur Arbeit kommen oder bei einem Kollegen mitfahren.

Was sagen Politik und Verbände?

Steuerzahler-Verbände haben die Regierung aufgefordert, die Kürzung der Pendlerpauschale sofort zurückzunehmen. Auch FDP, Grüne und Linke sowie einige Politiker der Großen Koalition sind dafür. Finanzminister Steinbrück hält jedoch an der Kürzung fest. Die vom Bundesfinanzhof vorgetragenen Urteilsgründe seien "nicht überzeugend".

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.