US-Autobauer

Mit Jobabbau aus der Krise

US-Autobauer

— 02.10.2003

50.000 Jobs auf der Kippe

Ford streicht seine Kapazitäten in Europa und den USA weiter zusammen. Insgesamt stehen in der Branche 50.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Konzerne treten auf die Kostenbremse

Die Unterschrift unter den Tarifverträgen zwischen der US-Gewerkschaft UAW und den drei Autoherstellern General Motors, Ford sowie Chrysler ist kaum trocken, schon treten die Konzerne auf die Kostenbremse. In den kommenden Jahren drohen Tausende Amerikaner ihren Job in der Automobilindustrie zu verlieren.

So will Ford offenbar weltweit 12.000 seiner 350.000 Arbeitsplätze abbauen. Nachdem die Amerikaner zu Beginn der Woche angekündigt hatten, in Köln 1700 Stellen zu streichen, sollen nun auch im belgischen Werk Genk 3000 Jobs wegfallen. "Der europäische Automobilmarkt hat sich im vergangenen Jahr dramatisch verschlechtert", begründete Fords Europa-Chef Lewis Booth die Sparmaßnahmen. Angesichts des trüben Ausblicks für die Branche, einer wachsenden Anzahl von Mitbewerbern und ausufernder Marketingkosten müsse man die Produktlinie optimieren und die Ausgaben verringern.

Auch in Nordamerika sollen bei Ford laut "Wall Street Journal" 3000 Stellen wegfallen. Hintergrund sei die vom Management angeordnete Senkung der Personalkosten um zehn Prozent bis Jahresende. Ford habe im Rahmen seines Tarifvertrages mit der UAW das Recht erhalten, vier US-Fabriken zu schließen. Zudem sei das Recht auf Schließung oder Verkauf einer fünften US-Niederlassung sowie auf Arbeitsplatzabbau in anderen Betrieben vereinbart worden.

Was passiert bei General Motors?

Ähnliche Vereinbarungen traf auch die kränkelnde US-Sparte von DaimlerChrysler mit der UAW. Durch Verkauf oder Schließung von neun Werken in den kommenden vier Jahren sind insgesamt 12.000 Chrysler-Jobs bedroht. Nach Angaben der "Detroit News" will Chrysler 5000 seiner insgesamt 12.000 Facharbeiter mit jeweils 70.000 Dollar (60.000 Euro) abfinden und in den Vorruhestand schicken.

Die neuerlichen Maßnahmen bei Chrysler waren nötig geworden, weil die US-Sparte im zweiten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar verbucht hatte. Bereits vor drei Jahren hatte Chrysler fünf Fabriken geschlossen und insgesamt 26.000 Arbeitsplätze abgebaut. Trotz der anhaltenden Probleme will Chrysler-Präsident Dieter Zetsche in diesem Jahr bei der US-Sparte auf jeden Fall rote Zahlen vermeiden und noch einen kleinen operativen Gewinn erzielen.

Welche Pläne General Motors verfolgt, ist noch unklar. Der Branchenprimus leidet aber genau wie Ford und Chrysler unter dem Preiskampf in den Vereinigten Staaten. Experten schätzen, dass GM ähnliche Maßnahmen wie die Wettbewerber beschließen wird. Goldman Sachs hatte zuletzt geschätzt, dass in den kommenden vier Jahren bis zu 50.000 Stellen in der US-Autoindustrie abgebaut werden könnten. Dieser Abbau wird erst durch die Vertragsabschlüsse mit der UAW möglich. Nach dem alten Tarifvertrag durften die Hersteller ohne Zustimmung der Gewerkschaft keine Produktionsanlage schließen, verkaufen oder zusammenlegen

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