US-Autohersteller im Aufwind

Ford erwartet wieder einen Gewinn

US-Autohersteller im Aufwind

— 11.09.2002

Ford erwartet wieder Gewinn

Im vergangenen Jahr hat Ford noch ein Minus von 5,45 Milliarden Dollar erwirtschaftet. 2002 soll ein "bescheidener Gewinn" herausspringen.

Schlechte Bewertung an der Börse

Unternehmenschef William Clay Ford kündigte an, dass Ford im Gesamtjahr 2002 einen "bescheidenen Gewinn" erzielen werde. Nachdem Ford bereits im zweiten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von 570 Millionen Dollar verbuchte, korrigierte "Bill" Ford – der Ur-Urenkel von Firmengründer Henry Ford – nun das Ergebnis für das dritte Quartal von einem "kleinen Minus" auf einen "kleinen Gewinn" nach oben. Zugleich äußerte der Chief Executive Officer W. C. Ford seine Enttäuschung über die Bewertung seines Unternehmens an der Börse.

"Wir haben im ersten Quartal die Einschätzung der Analysten übertroffen, wir haben dies im zweiten Quartal getan und wir werden die Schätzungen im dritten Quartal überbieten." Die Mehrheit der Wall-Street-Häuser haben die Aktie mit dem Kürzel "F" für Ford auf "halten" gesetzt. Der Aktienkurs des nach General Motors (GM) zweitgrößten Autoherstellers der Welt ist in den vergangenen Wochen stark von über 18 Dollar im Mai auf nun knapp über zehn Dollar gefallen. Die von First Call befragten Analysten hatten unter Ausklammerung von Sonderfaktoren für das dritte Quartal mit einem Verlust von zehn Cent je Aktie gerechnet.

Vor einem Jahr notierte Ford bei fast 20 Dollar. Doch Milliardenverluste haben den Hersteller – zu dem die Marken Ford, Lincoln, Mercury, Volvo, Jaguar und Land Rover gehören – in der Gunst der Aktionäre deutlich fallen lassen. Insbesondere Qualitätsprobleme haben zu einem hohen Ansehensverlust geführt; allen voran ist hierbei das Fiasko mit Reifen der Firma Bridgestone/Firestone zu nennen. Mehr als hundert Passagiere, vor allem Insassen des beliebten Geländewagens Ford Explorer, waren bei Unfällen ums Leben gekommen, die durch defekte Reifen ausgelöst wurden.

Deutlicher Verkaufsschub im August

Die Probleme haben neben dem Imageverlust auch zu einer millionenschweren Rückrufaktion geführt. Am Ende stand Ford tief in den roten Zahlen und trennte sich von seinem damaligen Vorstandschef Jacques Nasser, der für viele Fehler verantwortlich gemacht wurde. Seither hat Ford-Erbe William Clay Ford das Ruder des Unternehmens allein in der Hand. Ford kündigte kurz nach Amtsübernahme einen Umstrukturierungsplan an, der sowohl die Schließung von Fabriken als auch den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen beinhaltete. Dieser "Revitalisierungsplan" mache ständige Fortschritte, sagt Ford heute. Geplant sind Kosteneinsparungen in Höhe von sieben Milliarden Dollar.

Trotz der Konjunkturflaute in den USA befindet sich die Automobilindustrie auf einem Höhenflug. Verursacht wird dies vor allem von Null-Prozent-Zins-Finanzierungen, wie sie die Industrie anbietet. Die Hersteller hatten die Aktion in den Nachwehen der Terroranschläge des 11. September eingeführt, um die Wirtschaft am Kochen zu halten. Zwar wollten die "Big Three" aus Detroit, General Motors, DaimlerChrysler und Ford, schon mehrmals derartige Aktionen stoppen, doch wurden sie immer wieder erneuert. Gerade haben sie angekündigt, dass für viele der im September auf den Markt kommenden Autos des Modelljahres 2003 großzügige Verkaufshilfen angeboten werden sollen.

Für die Firmen sind die Sonderkonditionen problematisch, weil sie zwar einerseits den Umsatz erhöhen, doch andererseits die Gewinne schmälern. Im August hatte Ford gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahrs einen deutlichen Verkaufsschub verzeichnet: Die Verkäufe der US-Marken gingen um 12,2 Prozent nach oben; Jaguar erhöhte sich um 62, Land Rover um 65 Prozent. Volvo hingegen musste einen Verlust von 12,1 Prozent in Kauf nehmen.

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