US-Automarkt

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— 09.01.2003

Neue Rabatt-Offensive

GM, Chrysler und Ford kndigen in Detroit weitere Preisnachlsse an. Analysten warnen vor diesem Preiskampf.

Zetsche: "Rabatte sind wie eine Droge"

Saftige Rabatte und eine zinslose Finanzierung waren ursprnglich in den USA als Anreiz gedacht, die verunsicherten Verbraucher nach den Attentaten des 11. September 2001 wieder zum Kauf von Autos zu animieren. General Motors (GM) hatte damals mit seiner patriotischen "Keep America Rolling"-Kampagne den Anfang gemacht, die Konkurrenz folgte mit kurzem Abstand. Nun scheint es, dass die Autohersteller den Geist dieser Subventionen nicht mehr los werden: Der Preiskrieg auf dem amerikanischen Markt ist nicht nur in vollem Gange, sondern wird immer weiter angestachelt.

Auf der Autoshow in Detroit kndigten die drei US-Unternehmen GM, Chrysler und Ford wieder hohe Rabatte an. Bis zu 3000 Dollar kann sparen, wer sich nun zum Kauf eines Neuwagen entschliet. Doch Analysten warnen: Die genersen Angebote knnten nicht nur die Gewinne der Unternehmen gefhrden, sondern wenn der Durst der Verbraucher erst einmal gestillt ist zu einer Nachfragedelle Ende des Jahres fhren.

Als letzter der "Big Three" hatte Chrysler ein umfangreiches Programm angekndigt; fr viele berraschend und wohl zhneknirschend. Denn eigentlich gilt Dieter Zetsche, der Chief Executive Officer (CEO) von Chrysler, als erbitterter Gegner der teuren Sonderaktionen: "Rabatte sind wie eine Droge. Kurzfristig sorgen sie vielleicht dafr, dass man sich wohl fhlt. Aber langfristig sind sie eine Gefahr." Doch Zetsche musste eingestehen, dass er trotz seiner Zweifel mitziehen muss, um konkurrenzfhig zu bleiben.

General Motors verdoppelt den Gewinn

Fr viele Autos aus dem Stall von Chrysler, vom Mini-Van bis hin zum Dodge Durango, wird die Firma nun Nachlsse anbieten. Wie bei den Wettbewerbern GM und Ford auch, trmen sich bei Chrysler einzelne Rabatte auf bis zu 3000 Dollar. Als erster hatte in diesem Jahr die Nummer eins auf dem Markt, General Motors, die Rabattrunde eingelutet. Auf fast alle Modelle, auer auf die Marken Cadillac, Hummer, Saab und die Corvette, bietet GM Preisnachlsse. hnliche Angebote des Unternehmens hatten im Dezember dazu gefhrt, dass GM erstmals seit 1976 seinen Marktanteil in zwei aufeinander folgenden Jahren erhhen konnte.

Allein im Dezember kletterte der Verkauf von GM-Automobilen um 36 Prozent auf einen Monatswert von fast eine halbe Million Einheiten. Whrend andere Firmen zumindest in ihrer Rhetorik zgernd mit der Subventionierung umgehen, bekennt sich GM ganz ffentlich dazu. "Wir knnen weiter mit dieser Politik fortfahren. Wir machen dies nun seit eineinhalb Jahren. Hat es unseren Gewinn beeintrchtigt? Ja. Der Gewinn war doppelt so hoch wie ursprnglich angekndigt", sagt der CEO von GM, Rick Wagoner. Die Tage seien vorbei, dass nur die Konkurrenz derartige Aktionen anbiete. "Ich kann verstehen, dass sie uns dafr nicht leiden knnen, derart aggressiv zu sein." Schtzungen von Industrie-Experten zufolge, gibt GM derzeit pro verkauftem Auto einen Zuschuss von durchschnittlich 1900 Dollar.

Die Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers schtzt, dass die Konzerne allein im vergangenen Jahr 40 Milliarden Dollar fr Rabatte und zinslose Kredite aufgewendet haben. Doch manches ist auf dem Automarkt nicht so gnstig, wie es scheint. Ein Topmanager gibt zu, dass in einigen Fllen die Preise fr die Fahrzeuge nach oben gesetzt wurden, um die Rabatte hher erscheinen zu lassen. Die Politik der Preisnachlsse ist in den USA fast ausschlielich auf amerikanische Hersteller beschrnkt. Der Prsident von Toyota in Nordamerika, Jim Press, betonte in Detroit, dass sein Unternehmen nicht mitziehen werde, aber dennoch fr dieses Jahr Rekordgewinne erwarte. "Wir wollen, dass der Kunde unser Produkt des Produkts und nicht des Preises wegen kauft", betonte Press.

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