Überraschung: Auf Rang 5 der Bestenliste "grüner Autos" steht der Mini Cooper.

US-Automarkt

— 04.08.2008

Sparen wird cool

Immer mehr US-Käufer interessieren sich für Autos mit geringem Verbrauch und Schadstoffausstoß. Der größte Marktbeobachter KBB hat jetzt eine grüne Bestenliste ermittelt.

Grün wird zunehmend die Lieblingsfarbe der Amerikaner: Nun hat der größte Wertermittler Kelley Blue Book (KBB) – ihr blaues Buch ist das US-Pendant zum Schwacke-Report – eine neue Bestenliste in seiner Auto-Klassifizierung eingeführt. Sie heißt KBB Green und informiert potenzielle Autokäufer in den Vereinigten Staaten darüber, welche Fahrzeuge auf dem US-Markt am sparsamsten und umweltfreundlichsten sind. Die Website kbb.com ist nach Unternehmensangaben eine der meistbesuchten der USA, jeder dritte Autokäufer informiert sich bei den kalifornischen Experten. "Wie Raketen in die Höhe schießende Spritpreise, eine schwache Wirtschaft, wachsendes Umweltbewusstsein – es ist keine Überraschung, dass wir Amerikas Straßen immer grüner werden sehen", heißt es bereits im Vorwort der grünen Seiten in überraschender Klarheit. Keine Überraschung dagegen: Bei der Top-Ten-Liste handelt es sich bis auf zwei Ausnahmen um ausländische Fabrikate. Es sind im Einzelnen drei Benziner, ein Diesel und sechs Hybridautos. Sie wurden nach Kriterien wie Wirtschaftlichkeit und Sauberkeit, aber auch nach Komfort und Nutzwert gelistet.

Interessant sind insbesondere die knappen Kommentare der Sachverständigen: An erster Stelle steht der Toyota Prius, doch dicht gefolgt vom Honda Civic Hybrid, den laut KBB manche Käufer bevorzugen, weil seine Formen die US-Kunden eher ansprechen als die "eiförmige, auffälligere" Erscheinungsweise des Prius. Gleich dahinter der Smart fortwo, in diesem Jahr der Shooting Star auf dem US-Markt: "Statt nach Pferdestärken und Fahrspaß wird die Preiswürdigkeit eines Autos heute eher nach seinem Appetit bemessen", schreibt KBB süffisant, und weist dann darauf hin, dass der Smart in dieser Disziplin einzigartig ist. Auch der "sehr, sehr niedrige" Grundpreis von 12.000 US-Dollar (derzeit umgerechnet rund 7700 Euro) spreche für das Auto. An vierter Stelle rangiert mit dem Mittelklassemodell Nissan Altima ein weiteres Hybridfahrzeug, auf Rang fünf folgt der Mini Cooper. "Autos, die wenig verbrauchen, müssen nicht notwendigerweise Stil und Vergnügen opfern", kommentiert KBB. So sei der "liebenswerte" Mini eine echte Empfehlung für "all jene Käufer, die Kosten killen, Spaß suchen und dabei modebewusst sind".

Erst auf Position sechs protzt mit dem Ford Escape Hybrid – bei uns heißt er Ford Maverick bzw. Kuga – ein Fahrzeug, wie es in Amerika seit Jahrzehnten zum Synonym für die automobile Freiheit geworden ist: Mit erhöhter Sitzposition für den Feldherrenblick, mit Allradantrieb für die Eroberung der Wildnis und viel Platz an Bord für Blei, Bier und Burger. "Der Escape versüßt die vernünftige Balance eines kompakten Crossovers mit niedrigem Verbrauch und dem Vergnügen, elektrisch im Parkhaus zu rangieren." Nach dem Honda Fit – baugleich mit dem Honda Jazz – auf Rang sieben folgt der Mercedes E320 Bluetec. "Vor Ihnen an der Ampel können Sie ihn aufdringlich sehen, riechen und hören, den Diesel – aber diesen hier nicht", spielt KBB auf die Tatsache an, dass in den USA Diesel seit Jahrzehnten nur als Treibstoff für rußende Lastwagen bekannt ist. Nach dem Sauber-Selbstzünder made in Germany folgen mit dem Toyota Highlander – in Europa nicht erhältlich – und dem SUV Chevrolet Tahoe zwei weitere Hybridfahrzeuge. Ein Effekt der Hybrid-Hörigkeit zeigt sich übrigens auch auf dem US-Gebrauchtwagenmarkt: Dort erzielt der Toyota Prius mit rund 28.000 US-Dollar aus zweiter Hand einen höheren Preis als vom Neuwagenhändler. Ursache ist die gewaltige Nachfrage, die Toyotas Fertigungskapazitäten derzeit bei weitem übersteigt.

Autor: Roland Wildberg

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