Ford Focus 1.6 Titanium

US-Automarkt im Juni 2009

— 03.07.2009

Ford blickt bergauf

Ist der Wendepunkt wirklich in Sicht? Bei Ford meint man ihn zumindest in Umrissen erkannt zu haben. Der zweitgrößte amerikanische Autobauer war der "Gewinner" auf dem heimischen Markt im Juni 2009.

(dpa/cj) Auf dem zuletzt katastrophalen US-Automarkt gibt es erste Lichtblicke: Ford hat die Absatztalfahrt im Juni 2009 erstmals klar abbremsen können. Der Juni-Absatz fiel lediglich um knapp elf Prozent auf 155.195 verkaufte Fahrzeuge – der geringste Rückgang seit weit über einem Jahr. Der Wendepunkt scheine nahe zu sein, sagte Ford-Chefanalyst George Pipas. Im Mai diesen Jahres war das Minus noch mehr als doppelt so hoch, in den ersten sechs Monaten lag es bei einem Drittel. Insgesamt schrumpfte der amerikanischen Automarkt im Juni 2009 im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 860.000 verkaufte Neuwagen, wie der Marktforscher Autodata laut US-Medien errechnete.

Düsterer Juni für Toyota

Der zweitgrößte amerikanische Autobauer Ford profitierte offenbar von der Not seiner US-Rivalen. So bekamen General Motors (GM) und Chrysler die Folgen ihres Überlebenskampfes heftig zu spüren. Der mitten im Insolvenzverfahren steckende GM-Konzern verkaufte im Juni fast 34 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor, insgesamt 176.571 Stück. Im gesamten ersten Halbjahr brach der Absatz der bisherigen Opel-Mutter um 41 Prozent ein. Chrysler stürzte im vergangenen Monat sogar um 42 Prozent auf 68.297 Einheiten ab. Im Halbjahr lag der Einbruch bei 46 Prozent. Der kleinste der drei US-Anbieter hatte erst Mitte Juni mit dem Einstieg des Fiat-Konzerns sein Insolvenzverfahren verlassen. Ford schob sich in den USA auch überraschend wieder vor Toyota. Die Japaner erlebten einen unerwartet düsteren Juni mit einem Minus von fast 35 Prozent (131.654 verkaufte Fahrzeuge), seit Januar ging es damit um fast 38 Prozent nach unten. Dennoch betonte Toyota-Manager Bob Carter, die Talsohle sei aus Sicht des weltgrößten Autobauers erreicht.

BMW und Daimler verlangsamen Negativtrend

Die deutschen Hersteller verzeichneten eine gemischte Bilanz: Bei BMW fiel der Konzernabsatz im Juni etwas weniger deutlich als zuletzt um 20 Prozent auf 20.849 Stück. Im Halbjahr ging es noch um fast 28 Prozent nach unten. Genau wie bei Daimler. Die Schwaben litten im Monatsvergleich etwas stärker und verbuchten einen Einbruch um mehr als 26 Prozent auf 16.271 Autos. Bei Volkswagen beschleunigte sich der Rückgang im Vergleich zum Vormonat wieder – auf 18 Prozent auf 19.027 Fahrzeuge. Das Minus seit Jahresbeginn: 16 Prozent. VW-Tochter Audi verzeichnete einen moderaten Absatzrückgang von rund acht Prozent auf 7.524 Fahrzeuge. Seit Jahresanfang ist der Absatz um 16 Prozent gesunken. Ganz hart traf es dagegen erneut Porsche. Bei dem Sportwagenbauer stürzten die Nordamerika-Verkäufe im Juni um 62 Prozent auf nur noch 1072 Fahrzeuge.

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