US-ChampCar-Serie 2005

Streß in Kanada Streß in Kanada

US-ChampCar-Serie 2005

— 20.07.2005

Streß in Kanada

Gute Zeiten, schlechte Zeiten für Timo Glock. Der deutsche ChampCar-Pilot nutzt den Heimaturlaub für Frustbewältigung und Streßabbau.

Irgendwo steckt noch der Wurm drin

Die Frustbewältigung findet dieses Mal auf dem Golfplatz statt. ChampCar-Pilot Timo Glock (23) schlägt ein paar Bälle mit seinem deutschen Rennfahrer-Kumpel Klaus Graf (34) aus der TransAm-Serie. Sie sind das deutsche Duo in Amerika. Und dort derzeit nicht wirklich happy. Zumindest nicht während ihrer Auftritte auf kanadischen Rennbühnen.

Der doppelte Einsatz innerhalb von sieben Tagen jenseits der nördlichen US-Grenze wäre fast zum Desaster geworden. Bei seiner Premiere in den Straßen Torontos stimmt am Ende nur das Ergebnis für Timo Glock: Platz sieben und damit wieder bester Rookie, sprich Neuling. "Ich habe mich aus allem rausgehalten. Wenn es so schon nicht läuft, dann braucht man wenigstens Glück", sagt der schnelle Hesse.

Aber die Ungewißheit, warum sein Rocketsport-Renner nicht auf Touren kommt, nagt an Glock. "Ich bin ziemlich frustriert. Denn ich bin nicht hier, um um Platz zehn zu fahren. Ich will in die Top fünf", unterstreicht er seine Ambitionen, "es liegt jetzt am Team, die Sache zu beheben. Mein Chassis war schon bei Lola zum Check, doch die sagen, alles ist okay. Aber irgendwo steckt noch der Wurm drin."

Glocks Problem hieß Justin Wilson

Nach ein paar Golfschlägen und dem ersten Sieg von Anfänger Glock gegen den erfahrenen Golfer Graf kehrt das Lächeln zurück. "Eine gute Sache, um den Kopf freizubekommen", gesteht Glock. Dazu beigetragen haben auch die ersten Runden in Edmonton. Als die Flugplatz-Piste naß ist, hält Regenspezialist Glock lange die Spitzenposition. Da kommt es eben mehr auf den Fahrer als auf das Fahrzeug an. Ein Zeichen: Er hat das schnelle Rennautofahren nicht verlernt.

Auch in der Qualifikation liegt er bis kurz vor Schluß auf Rang fünf. Am Ende springt Platz neun heraus. Glocks Quali-Problem ist Toronto-Gewinner Justin Wilson. Der Engländer rammt den Deutschen nämlich in die Reifenstapel. "Keine Ahnung, was er vorhatte. Da war kein Platz zum Überholen. Es war ein dummer Fehler von ihm. Das hat mein ganzes Qualifying durcheinander gebracht", schimpft Glock.

Die defekte Aufhängung und den zerbeulten Seitenkasten konnten die Mechaniker wieder reparieren. Doch woran liegt die Verbesserung? "Wir haben den Luftdruck gegenüber den vorherigen Rennen geändert", verrät Glock. Ein neuer Bridgestone-Mitarbeiter hat die Rocketsport-Truppe darauf aufmerksam gemacht, daß sie mit zu hohem Luftdruck fahren. "Nachdem wir Druck abgelassen haben, ging das Auto sehr gut", erklärt der 23jährige. Die Zeiten der Spitze geht er auch im Rennen mit. Er ist Vierter, bis ihm wieder Wilson fünf Runden vorm Ziel in die Quere kommt: Crash, aus!

Nach vier Wochen Amerika nonstop und Hotelleben freut sich der Odenwälder nun auf ein paar Tage in Deutschland. Doch Ruhe steht auch nicht auf dem Plan. Timo Glock besucht die Formel 1 in Hockenheim und das Porsche-Team tolimit. Vielleicht steht noch ein Einsatz im Porsche Supercup an. Das wäre Streßabbau und Frustbewältigung der anderen Art.

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