US-Motoren werden kleiner

US-Motoren werden kleiner

— 22.03.2010

Die Amis lassen den V8 sterben

Andere Länder, andere Sitten: Bisher dominierten in den USA Motoren mit sechs oder acht Zylindern. Bisher. Denn die Bastion der Big-Blocks bröckelt in Zeiten höherer Spritpreise.

Früher war es eine Frage des guten Tons: Unter die Haube eines großen Autos gehörte ein großer Motor, am besten mit acht Zylindern und der Weisheit folgend: "Hubraum ist durch nichts zu ersetzen." Das Blubbern ließ die Seele des Besitzers erzittern, die Benzinrechnung hingegen ließ ihn kalt. Und wenn schon kein Achtender für Power sorgte, musste es ein potenter V6 sein. Damit ist es vorbei. Wie das Informationsportal Wards.com jetzt in den USA mitteilte, sinkt die Präsenz der großen Motoren in US-Modellen dramatisch. Lag der Anteil von V6- und V8-Aggregaten in Neuwagen 2004 noch bei 76 Prozent, waren es 2008 immerhin noch 64 Prozent. 2009 sind nur noch 57 Prozent der Motoren mit mindestens sechs Töpfen bestückt worden. Hält der Trend an, werden schon bald schnöde Vierzylinder die Mehrheit der Motoren stellen.

Ein Blick zurück: Drei Achtzylinder aus drei Epochen

Arme US-Cops: das Ford Police Interceptor Concept 2010 muss mit sechs Zylindern auskommen.

Die Gründe liegen auf der Hand: Die Preise für die Gallone Benzin (knapp 3,8 Liter) ist in den USA auf über zwei Dollar (derzeit 2,70 Euro) gestiegen, und nach der Wirtschaftskrise sitzt bei den Amis der Dollar längst nicht mehr so locker. Es werden im Verhältnis viel mehr kleinere und damit sparsamere Autos gekauft, während die Gesamtzulassungen im vergangenen Jahr um rund ein Drittel rückläufig waren. Und selbst die Behörden haben sich den Sparzwang ergeben: Die dicken Ford Crown Victoria-Streifenwagen der US-Cops werden ausgemustert, weil sie nicht mehr sparsam genug sind. Den neuen Polizei-Ford gibt es ausschließlich mit "nur" sechs Zylindern. Statt früher 4,6-Liter Hubraum müssen 3,5-Liter reichen. Die "kleinen" Motoren sind also unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Immer noch ein Mauerblümchen-Dasein fristen die Dieselmotoren in den Staaten: Trotzdem konnten die Öl-Brenner ihren Anteil laut Wards 2009 auf 3,7 Prozent (plus 1,6) oder 380.325 Pkw steigern. Hybridautos legten bei den Zulassungen um 0,3 auf 2,4 Prozent zu. Trotzdem: Der Gesamtanteil wirklich sparsamer Motoren ist immer noch gering, obwohl sich der Trend zum sauberen Vehikel auch in den USA langsam durchsetzt.

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