Fährt mit Benzin-Wasserstoff-Gemisch: US-Sportwagen Scorpion aus Texas.

US-Sportwagen Scorpion

— 18.08.2008

Texanische H-Bombe

Gib (Wasser-)Stoff: mit dem Hybridsportwagen Scorpion kein Problem. Der Südstaaten-Zweisitzer produziert Knallgas, mischt es mit Benzin und verbrennt es im Motor. Der Trick soll helfen, den Verbrauch um bis zu 50 Prozent zu senken.

Einfach hydrogenial, dieser Sportler: Der Scorpion zeigt, wie Autofahren in nächster Zukunft aussehen könnte – umweltfreundlich und trotzdem sportlich. Das üppige Auto stammt vom texanischen Unternehmen Ronn Motor Company. Fast unglaublich der superschnelle Zeitplan, mit dem das Projekt realisiert werden soll: Erst im vergangenen Jahr wurde die Firma gegründet. In zwei Monaten schon will der junge Hersteller aus Austin seinen Erstling mit sparsamer und sauberer Antriebstechnologie in der Öffentlichkeit vorführen. Und im Supersportwagentempo geht es danach auch weiter: Ende des Jahres soll die Produktion anlaufen. Kapazität: im ersten Jahr 200 Fahrzeuge.

Der Scorpion produziert den Wasserstoff, den er benötigt, selbstständig.

Ein Preis wird ebenfalls schon genannt: 150.000 US-Dollar, umgerechnet sind das etwas über 100.000 Euro für eine Technologie, die derzeit noch in der Entwicklung ist. Da passt es, das die rollende H-Bombe das Licht der Öffentlichkeit in der Spielerstadt Las Vegas erblicken soll: Vom 4. bis 7. November 2008 findet dort die legendäre Tuningmesse Sema statt. Im vergangenen Jahr fanden sich hier mehr als 60.000 Fachbesucher aus aller Welt ein. Das richtige Klima für eine automobile Innovation, die ökologisch und sportlich zugleich ist. Mit seiner 3,5 Liter großen V6-Maschine aus Alumium-Magnesium-Guss, deren Leistung von 289 PS auf Wunsch von einem Biturbo bis auf 450 PS hochgepustet wird, kann sich der Scorpion unter der kraftstrotzenden Festgemeinde durchaus blicken lassen. Über die Fahrleistungen ist derzeit noch nichts bekannt.


Schon im Herbst 2008 sollen die ersten Fahrzeuge auf dem Markt sein.

Der Antrieb des "hydrogen-hybrid eco-exotic premium sportscar", wie der Hersteller auf seiner Website typisch Amerikanisch rüsseldick aufträgt, ist allerdings in diesen Breiten noch ein Fremdwort: Während der Fahrt produziert die Lichtmaschine unentwegt per Elektrolyse aus Wasser in einem mitgeführten Tank reinen Wasserstoff "on demand" – also gerade so viel wie benötigt. Das Gas wird im Motor dem konventionellen Ottokraftstoff beigegeben, so dass ein Gemisch mit einem Anteil von 30 bis 40 Prozent Wasserstoff entsteht. Das sorgt einerseits für sauberere Verbrennung, andererseits für einen erheblich niedrigeren Verbrauch an fossilem Sprit. Das Wasser für die Elektrolyse wird einem kleinen Tank entnommen, der sich ebenfalls an Bord befindet.


Es wird also keine komplexe Brennstoffzelle benötigt, sondern – ähnlich dem BMW Hydrogen 7 – ein konventioneller Motor mit besonders ausgerüsteten Brennräumen. Es ist auch kein Hochdrucktank notwendig, weil das Knallgas nicht gespeichert wird. Auf ein Netz von Wasserstofftankstellen kann der Scorpoin ebenfalls verzichten. Ein Kunstgriff also, der Ronn immense Entwicklungskosten spart. Die üppig geschwungene Karosserie ist in Kompositbau aus GfK ausgeführt, diese Arbeit übernimmt das kalifornische Unternehmen Metalcrafters, das bisher Hüllen von Flugzeugen und Konzeptautos der US-Autoindustrie wie dem Dodge Challenger oder den gewaltigen Chrysler Imperial im Jahr 2006 schuf.

Die Erfahrungen mit dem Scorpion sollen in eine weitere, ausgereiftere Baureihe fließen, hat das Management angekündigt.

Autor: Roland Wildberg

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