Rüsselsheim

USA und China tabu für Opel

— 03.06.2009

Globale Marke mit Grenzen

Bei einer Übernahme von Opel durch Magna gibt es einen Haken: Opel darf seine Autos nicht in den USA und China verkaufen. Das hat General Motors bei den Verhandlungen eingefordert.

(dpa) Bei der Rettung von Opel macht der neue Investor Magna Druck: Ende September erwartet der
österreichisch-kanadische Zulieferer den Vertragsabschluss zur Übernahme des deutschen Autobauers. Offene Fragen sollten in den kommenden vier bis fünf Wochen geklärt werden, sagte der Co-Vorstandsvorsitzende von Magna, Siegfried Wolf, heute (3. Juni) nach einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim. Der Opel-Betriebsrat schloss einen Rückzug des Zulieferers von den Übernahmeverhandlungen aus. Derweil bleiben Opel der US-Markt und China auch nach dem Rückzug der insolventen US-Konzernmutter General Motors (GM) vorerst versperrt. Magna als potenzieller neuer Opel-Investor habe GM dies zusagen müssen, erklärte Magna-Chef Frank Stronach laut amerikanischen Medien im kanadischen Ottawa. "Die Vereinbarung mit GM verbietet uns Opel-Verkäufe in den USA." Dies gelte zunächst auch für China, wo Opel bislang von GM nur mit kleinem Händlernetz geduldet wurde. Nach den Plänen des Betriebsrats soll Opel mittelfristig hingegen weltweit Autos verkaufen. Nach den bisher bekannten Plänen von Magna wird GM an dem neuen europäischen Autobauer 35 Prozent halten.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz zeigte zwar Verständnis, dass GM Opel zunächst weiterhin nicht in Nordamerika dulde, weil das insolvente Unternehmen vier Marken "vom Netz nehmen und Zehntausende Arbeitsplätze" abbauen müsse. "Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", betonte Franz. Dasselbe gelte auch für Asien. "Die Marke Opel wird am Ende des Tages eine globale Marke sein auf allen Märkten in dieser Welt", sagte er. Das Thema müsse innerhalb der kommenden
fünf Jahre auf den Tisch. Auch Stronach sagte laut US-Wirtschaftsagentur Bloomberg, er könne sich eine Änderung der Abmachung vorstellen, wenn es für GM sinnvoll sei. "Ich glaube sehr, dass man einige Dinge immer ändern kann, wenn man mit einem guten Vorschlag kommt, der für alle sinnvoll ist." Opel hatte stets beklagt, als Teil von GM seine Autos nur in begrenztem Umfang unter der Konzernmarke Saturn auf dem großen US-Markt verkaufen zu können.

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