V8: Sport-Limousinen im Test — 23.12.2011

Diese V8-Limos rocken die Piste

Bis zu 487 PS, dicke Backen, hoch drehende Achtzylinder, vier Türen – BMW M3 CRT, Lexus IS-F und Mercedes C 63 AMG PP kämpfen auf und abseits der Rennstrecke um die Powerlimo-Krone.

M3, C 63 – diese Buchstaben-Zahlen-Kombinationen sorgen bei Fans wie Profis für Gänsehaut und jede Menge Fahrspaß. Seit Jahren fechten die beiden Viertürer ihre Duelle auf und abseits der Rennstrecke aus. Mal liegt der Stern vorn, dann holt sich der Bayer wieder Platz eins. Da konnten in den letzten Jahren auch nicht die japanische Antwort Lexus IS-F oder gar ein Alpina B3 S mitreden. Warum dann noch mal dieser Vergleich? Nun, BMW und Mercedes haben ihre Power-Limos noch mal ordentlich nachgewürzt. AMG gab der C-Klasse ein Facelift mit, und die Münchner verordneten einen hubraumstärkeren Motor. Und weil Lexus ebenfalls an seiner Achtzylinderversion IS-F Hand angelegt hat, baten wir zum erneuten Kräftemessen

Übersicht: Alle News und Tests zum BMW M3

Wenn es um die Zeit geht, ist der CRT absolut linientreu. Für perfekte Drifts muss man nur das Gaspedal ordentlich kitzeln.

Bevor wir die Probanden mit Messgeräten bestücken, eine kurze Aufklärung über die Änderungsmaßnahmen. Was ist neu, was ist besser? Fangen wir beim BMW an. Dieser mattgraue 3er heißt nicht einfach nur M3, er trägt zudem noch das Kürzel CRT – Carbon Racing Technology. Der Name ist Programm. Der BMW M3 CRT verschafft sich auf der Waage einen Gewichtsvorteil von über 100 Kilogramm auf die M3-Limousine. Mitverantwortlich dafür ist ein neuartiges Carbon-Zellstoffwaben-Geflecht, bei dem Kohlefasermatten um recycelte Papier-Zellstoffwaben herumgewickelt und erst dann im Autoklaven gebacken werden. Aus diesem Werkstoff bestehen die Motorhaube und die vorderen Sitzschalen des CRT. Allein die Haube ist bereits rund fünfzig Prozent leichter als das Aluminiumpendant des normalen M3.

Übersicht: Alle News und Tests zum Lexus IS-F

Mit 250 Kilo Mehrgewicht und nur 37 PS Mehrleistung fährt der C 63 fast auf dem Niveau des BMW M3 CRT.

Doch auch unter der Haube tat sich einiges. Wie beim GTS kommt auch im CRT der aus dem Motorsport bekannte, 450 PS starke 4,4-Liter-V8 (Serie 4,0 Liter, 420 PS) zum Einsatz. Und statt der elektronischen Dämpfer installierte BMW einen starr verschraubten Hinterachsträger und ein einstellbares Gewindefahrwerk. Dazu gesellt sich noch eine Hochleistungsbremse in gewichtsoptimierter Compound-Bauweise mit Sechs-Kolben-Festsattel. Fakten die nach Speed und Fahrspaß klingen. Die Bestätigung folgt schon auf den ersten Landstraßen-Kilometern. Der Achtzylinder klingt deutlich lauter und kerniger als der Standard-M3. Die Titanauspuffanlage schreit einen Sound zusammen, der nur noch von waschechten Rennwagen überboten wird. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schießt die Gänge nach Belieben hoch und runter – was für eine Freude am Fahren.

Trio mit Emotionen

Das CRT-Fahrwerk hingegen erweist sich für den Alltagseinsatz gleich ein paar Spuren als zu aggressiv und zu hart. Zwar verbeißt sich der 3er schön im Asphalt, zieht Kurven zu Geraden, doch den Begriff "Restkomfort" kennt dieser M3 nicht mehr. Auch die belederten Vollschalensitze sind eher für die Rennstrecke gebaut. Bevor sich der CRT dort beweisen kann, soll das Messgerät seine längsdynamischen Talente abspeichern. Der 100er-Sprint gelingt in 4,3, bis 200 km/h vergehen lediglich 14,7 Sekunden. Somit rennt er 0,2 bzw. 1,1 Sekunden schneller als die normale M3-Limousine mit DKG. Mehr Speed, vor allem in Kurven, stand auch im Lastenheft der Lexus- Entwickler. Für die Modellpflege des IS-F wurden neue Stoßdämpfer mit ZF entwickelt und die Federraten neu abgestimmt. Stärkere Querstabis, neue Lager und eine leicht geänderte Achsgeometrie eisollen den Japaner näher an die querdynamischen Talente von M3 und C 63 heranbringen.

Übersicht: Alle News und Tests zum Mercedes C 63 AMG

Lexus IS-F: Optisch eher unscheinbar, auf dem Pedal aber je nach Bedarf ein Tier.

Mit Erfolg, auf den ersten Straßenkilometern zeigt sich der Japaner deutlich handlicher und lässt sich exakter dirigieren. Auch die oft monierte Rollneigung um die Längsachse ist nun fast verschwunden. Ansonsten blieb alles beim Alten: der herrlich hochdrehende Fünfliter-Achtzylinder mit 423 PS und eine knackig schaltende Achtstufenautomatik. In Sachen Sound zeigt sich der IS-F immer noch eher verhalten. Erst bei 3600 Touren, wenn die Drosselklappen ihre Pforten öffnen, tut sich was. Zwar kokettiert die Heckansicht mit vier ansehnlichen Rohren, die aber klanglich ihrer Optik nicht entsprechen; M3 und AMG sorgen hier für die dominanteren Töne. Die Front wartet mit neuen Scheinwerfern samt LED-Tagfahrlicht auf, innen sitzt der Drehzahlmesser nun mittig. Bei den Fahrwerten kann der Lexus nach wie vor nicht mit den beiden Deutschen mithalten. 5,0 Sekunden vergehen bis 100, 16,3 bis 200 km/h. Am Gewicht kann das nicht liegen, denn mit 1715 Kilogramm geriet der IS-F fast 100 Kilo leichter als der AMG.

Der neue IS-F fährt sich näher an die Konkurrenz

In Affalterbach hat man anscheinend die letzten SPORTSCARS-Vergleichstests mit dem C 63 intensiv studiert und entsprechend nachjustiert. Bislang bemängelten wir am schnellsten C die zögerlichen Schaltvorgänge. Für die Modellpflege übernahm man vom SL 63 AMG die siebenstufige Speedshift-Automatik. Schon bei den ersten Messfahrten macht sich der Feinschliff positiv bemerkbar. Nicht nur die Werte auf 100 (4,2 s) und 200 km/h (13,6 s) sind gegenüber dem zuletzt gemessenen C 63 PP+ (4,4 und 14,0 s) besser, auch die Arbeitsweise der Kraftübertragung ist nun deutlich agiler und direkter. Dabei verzichtete AMG auf einen Drehmomentwandler, setzt auf eine nasse Anfahrkupplung. Auch das Problem, trotz roter Schaltwarnung immer wieder mal im Begrenzer hängen zu bleiben, ist gelöst. Wie bei der Konkurrenz hat man nun noch genügend Zeit, beim Warnsignal die Schaltwippen zu betätigen. Dennoch – an die schnellen Schaltzeiten des DKG von BMW reichen C 63 und IS-F nicht heran. Mehr über die Motivation unserer drei Testkandidaten auf der Strecke erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen Daten und Tabellen finden Sie als Download im Heftarchiv.
Technische Daten BMW Lexus Mercedes
Motor V8 V8 V8
Einbaulage vorn längs vorn längs vorn längs
Hubraum 4361 cm³ 4969 cm³ 6208 cm³
kW (PS) bei 1/min 331 (450)/8300 311 (423)/6600 358 (487)/6800
Nm bei 1/min 440/3750 505/5200 600/5000
Antriebsart Hinterrad Hinterrad Hinterrad
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplung 8-Stufen-Automatik 7-Stufen-Automatik
Leergewicht 1566 kg 1715 kg 1801 kg
Beschleunigung
0–100 km/h 4,3 s 5,0 s 4,2 s
Viertelmeile 12,43 s 13,14 s 12,32 s
Höchstgeschwindigkeit 290 km/h 270 km/h (abgeregelt) 250 km/h (280 km/h optional)
Preise in Euro 130.000 70.600 78.457

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Kommentare zum Artikel (213)

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cluhn
05.01.2012, 17:34Uhr

bis auf den vorletzten kommentar (der hier vor stammt nicht von mir) habe ich noch nie einen kommentar geschrieben, der sich nicht auf die autos bezieht. aber hier kann man einfach nicht anders. 80% aller teilnehmer hier gehören zu nem seelenklempner, in ne geschlossene anstalt oder nen kindergarten, aber nicht in ein forum, in dem technik- und autointeressierte fachblatt-leser ihre meinungen und erfahrungen austauschen wollen. dass das hier keiner versteht.

cluhn
04.01.2012, 16:53Uhr

ganz ehrlich: ich bin noch erbärmlicher sonderschüler!

Dexter
04.01.2012, 16:38Uhr

Die Kommentare der hier vertretenen Leserschar passt zum Niveau der Zeitschrift.
Wenn ich das nötige Kleingeld verfügbar hätte, gäbe es keine Alternative zum CRT

cluhn
04.01.2012, 16:24Uhr

ganz ehrlich: haltet alle eure fresse, ihr erbärmlichen hauptschüler!

B.ayerischer M.ist W.agen
03.01.2012, 23:03Uhr

B-ollerwagen
M-it
W-indschutzscheibe

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