VW Touran

Vans: Pro und Kontra

— 02.02.2011

Wer braucht schon Pampersbomber?

Vans sind groß, praktisch und taugen für jede Lebenslage, das muss man ihnen lassen. Aber können die Pampers-Bomber einen echten Kerl auch wirklich glücklich machen?

"Wenn Männer plötzlich Vansinnig werden, stimmt was nicht",
findet Knut Simon.

Es gibt ja Menschen, die sich selbst mehr Bewegung verordnen und deshalb zum Sportwagen greifen. Das ist verständlich. Unbegreiflich hingegen ist mir der Umstand, dass Männer, denen der Umschwung von Porsche auf Pampers droht, gleich zur vermeintlichen Allzweckwaffe greifen: Sie werden Van-sinnig. Namen wie Touran lautmalen sie plötzlich mit "Tu rein", selig betrachten sie Autos von der Form kauernder Ratten, die man putzig "Carnival" taufte.

Vans sehen aus wie Quallen

Redakteur Knut Simon.

Jaaa, das finden die Kleinen doch bestimmt süß! "Die" Kleinen? Mann, solange deine Holde nicht die Diagnose "Drillinge" erhalten hat, verstehe ich den Wechsel von Romantik in den eigenen vier Wänden zu Adrenalin bei Isofix auf vier Rädern nicht! Ich wurde im NSU TT oder im R 4 umhergekutscht, später, viel später gab es einen Matra Rancho. Der sah vor allem wild und verwegen aus, ach ja, und Platz hatte er nebenbei auch noch. Und heute? Jungs, seid ihr hüftauf- und -abwärts wirklich so verweichlicht wie das Design eurer quallenartigen Vans? Es reicht 'ne Limousine plus eine leicht zusammenfaltbare Karre! Und wenn es doch mehr werden? Ich habe vier Kinder und fahre dementsprechend Renault 4. Und Volvo Kombi. Und VW Multivan Bluestar. Allesamt keine Vans, sondern Klassiker mit viel Raum. Fehlt nur noch ein Familienauto: ein Sportwagen. Morgens länger Zeit für die Kinder, abends schneller zurück. Geht doch!

Redakteur Joachim Staat.

"Vans schenken tiefe Entspannung – mit mehr Platz als im Maybach",
sagt Joachim Staat.

Auch ich bin als kleiner Junge im Käfer in den Urlaub gezuckelt. Mit zwei Geschwistern, eingepfercht zwischen Kühltasche und Koffer. Also bleibt mir weg mit "Es geht doch!" oder diesem affig-trendigen "Klein ist klug". Wenn du mit Familie in den Urlaub fährst – und ich meine echte Ferien, nicht das Wochenende zum Ponyhof –, dann rettet den Familienfrieden nur eins: Platz. Viel Platz für die Kinder heißt Ruhe auf der Rückbank, heißt Lächeln von der Ehefrau. Platz, wie ihn nur ein Van schenkt. Deshalb mag ich die Raumschiffe, die heute zu Unrecht als Pampersbomber oder Auto-Langweiler verschrien sind. Zugegeben, fahrdynamisch haben sie so viel Talent wie Robbie Williams als Babysitter. Aber ich will ja gerade Valium auf Rädern, fürs aufregende Bordprogramm sorgen schon die Gören. Und mit seinem Laderaum packt der Van jeden Kombi in die Tasche.

Meditation auf Rädern

Wie herrlich, einpacken ohne nachdenken, immer rein, immer rein! Warum also Schelte für eine Autogattung, die vor 20 Jahren beim Renault Espace noch Avantgarde war? Den VW Multivan, Traum aller Familien, finden alle wer weiß wie hipp. Okay, Vans dürften modischer, kantiger, eigenständiger aussehen als dieses ewige Zeppelin-Design. Ist mir am Steuer aber egal. Wer je im Ford Galaxy, VW Sharan oder der R-Klasse weit reisen durfte – ich empfehle: gern mal ohne Kinder –, entdeckt, wie tief Auto fahren entspannen kann, wenn man noch mehr Platz hat als im Maybach. Das ist Meditation auf Rädern – ooommm.

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