VDA Jahresbilanz 2005

VDA Jahresbilanz 2005

— 08.12.2005

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Rund 3,3 Millionen Neuzulassungen sind ein sehr anständiges Jahres-Ergebnis. Der VDA wünscht sich sehnlichst eine Fortsetzung.

Es weihnachtet, und jeder darf sich etwas wünschen – natürlich auch der VDA-Präsident. Auf der Jahresendpressekonferenz des Verbands der Automobilindustrie wünschte sich Bernd Gottschalk für den deutschen Automarkt also "nichts sehnlicher als einen verstetigten Aufschwung". Immerhin stimmen die Ausgangsbedingungen: Mit voraussichtlich 3,32 Millionen Neuzulassungen im Gesamtjahr 2005 wird die vorsichtige Prognose von 3,25 Millionen locker erfüllt, der Vorjahreswert (3,27 Millionen) ebenso.

Jetzt ist der Blick aufs Jahr 2006 gerichtet, und der erspäht – trotz geschätzter 3,35 Millionen Neuzulassungen – drohendes Ungemach im kommenden Dezember. Die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte (Anfang 2007) werde nach Ansicht des VDA die Neuwagenpreise um durchschnittlich 700 Euro verteuern, auch die Gebrauchtwagenkäufer kommen nicht ungeschoren davon. Deshalb rechnet Gottschalk im vierten Quartal 2006 mit einem Vorzieheffekt von 50.000 bis 80.000 Neuzulassungen, die der Automarkt Anfang 2007 dann wieder ausbaden muß. "Der Übernachfrage folgt Unterauslastung", orakelt Gottschalk – da müsse die Branche durch.

Insgesamt schätzt der VDA die zusätzliche Belastung beim Autokauf auf zwei Milliarden Euro. Gleichauf liegt allerdings die geplante Kürzung der Pendlerpauschale: 77 Prozent aller Pendler seien davon betroffen, je nach Familienstand und Einkommenshöhe koste es den Autofahrer jährlich 530 Euro mehr. Gesamtbelastung: ebenfalls zwei Milliarden Euro. 2005 galten als "Mobilitätsbremse Nummer eins" laut VDA die Kraftstoffpreise, die der deutschen Kundschaft ganze sieben Milliarden Euro Kaufkraft geraubt haben.

Summa summarum ist Gottschalk aber zufrieden. "Wenn man berücksichtigt, daß dies erneut ein Jahr ohne großes gesamtwirtschaftliches Wachstum war, mit neuen Höchstpreisen an den Zapfsäulen für Benzin und Diesel, mit angespannten Rohstoffpreisen und schwierigen Wechselkursen, ein Jahr, in dem uns mit der Feinstaub-Hysterie ein typisch deutsches Osterei ins Nest gelegt wurde, dann kann man die Ernte des Autojahres 2005 – zumindest rein zahlenmäßig – als durchaus respektabel bewerten", resümiert der VDA-Präsident.

Da macht auch der November keine Ausnahme. 277.000 Neuzulassungen liegen voraussichtlich drei Prozent unter dem Vorjahresmonat, trotzdem sei das Ergebnis "besser als erwartet". Und auf eines ist Verlaß: "Auch in diesem Jahr läßt sich das Weihnachtsgeschäft ganz gut an." Also auf zum Schlußspurt.

Autor: Michael Voß

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